Historie des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der RWTH Aachen

Das Fach Hygiene war an der Technischen Hochschule Aachen seit ihrer Gründung vertreten. 1870 wurde das Fach "Gesundheitspflege und Gewerbesanitätspolizei" geschaffen, das bis in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts Bestand hatte. Um die Jahrhundertwende wurde dann ein Lehrstuhl "Allgemeine sowie Bau- und Wohnungshygiene" errichtet, der später in "Gewerbehygiene und Unfallverhütung" umbenannt wurde.

So wurde der Anfang 1969 auf den neugeschaffenen Lehrstuhlfür Hygiene berufene Professor Dr. Hans Joachim Einbrodt sofort in die damals an der RWTH mit großer Leidenschaft aufkommende Umweltdiskussion gedrängt. Da bei ihm außer Hygiene auch die Lehrbefugnis für das Fach Arbeitsmedizin vorlag, stimmte 1971 die Fakultät der Umbenennung der Abteilung bzw. des Instituts in "Hygiene und Arbeitsmedizin" zu und schuf 1972 das Lehr- und Forschungsgebiet "Arbeitshygiene", auf das der ein Jahr vorher nach Aachen umhabilitierte Jindrich Rosmanith berufen wurde. Bis zum altersbedingten Ausscheiden von Prof. Rosmanith im Jahre 1988 wurde das Institut kollegial geführt.

Neben der bereits erwähnten Habilitation von Jindrich Rosmanith wurde 1976 der damalige Oberassistent Rainer Müller an die neugegründete Universität Bremen für Arbeitsmedizin und Ergonomie berufen. 1986 habilitierte sich Thomas Eikmann für das Fach Hygiene mit der Arbeit "Kriterien zur biologischen Erfassung von Umweltschadstoffen" (Beispiel Benzol). Das Institut für Hygiene und Arbeitsmedizin hat daher 1988 eine Umweltmedizinische Ambulanz zur Erprobung eingerichtet.

Das Institut führt seit mehr als 20 Jahren Arbeiten über thermische Belastungen von Werkstoffen, insbesondere aus dem Hoch- und Schiffsbau, durch, um Kriterien zu Risikoverminderungen bei großflächiger Anwendung auch im Brandfall aufstellen zu können. Untersuchungen und Beurteilungen toxischer Zersetzungsprodukte besonders aus Kunststoffen stehen hier im Vordergrund und haben mit zur Klassifizierung von Baustoffen im Hochbau geführt.

Im Sommersemester 1994 übernahm Univ.-Prof. Dr.rer.nat Wolfgang Dott die Leitung des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin. Die Abteilung Arbeitshygiene wird seit dem Wintersemester 1997/98 als eigenständiges Institut für Arbeitsmedizin von Univ.-Prof. Dr. med. Thomas Kraus geleitet.