Ausbildungsinhalte

Theoretische Ausbildung:

Ende November 2003 wurden erstmals verbindliche Ausbildungsrichtlinien für das Land Nordrhein-Westfalen - zusätzlich zu den bundesrechtlichen Regelungen - erlassen.

Dementsprechend differenzieren wir in unserem Curriculum vier große Lernbereiche:

1. Pflegerische Kernaufgaben mit vielen Teilbereichen - z.B: Planen, Organisieren, Koordinieren und Dokumentieren von Pflege, ... Erlernen von körpernahen Unterstützungen u.s.w.

2. Ausbildungs- und Berufssituation von Pflegenden mit Teilbereichen z.B.: Pflege als Beruf, Pflege als Wissenschaft, soziales Lernen u.s.w.

3. Zielgruppen, Institutionen und Rahmenbedingungen pflegerischer Arbeit

z.B.: Pflege behinderter und alter Menschen, Gesundheitsförderung und Prävention, das Gesundheitswesen der BRD u.s.w.

4. Gesundheits- und Krankenpflege bei bestimmten PatientInnengruppen

z.B.: Pflege von Patientinnen und Patienten mit Störungen des Herzens, der Lunge u.s.w.

Die Lehrveranstaltungen erfolgen grundsätzlich fächerübergreifend, berufs- und praxisbezogen, problem- und erfahrungsorientiert. Die Lernenden werden sehr aktiv in das Unterrichtsgeschehen einbezogen.


Praktische Ausbildung:

In 10 rund zweimonatigen praktischen Einsätzen werden die Auszubildenden von Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern der Station, examinierten Pfegekräften und Lehrerinnen und Lehrern der Schule für Gesundheits-, Kinder- und Krankenpflege unterstützt.

Die Einsätze erfolgen in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen. Unsere SchülerInnen und Schüler machen Erfahrungen in präventiver, kurativer, rehabilitativer und palliativer Pflege. Sie arbeiten u.a. auf Stationen der Inneren Medizin, Neurologie, Chirurgie, Gynäkologie, Pädiatrie, Wochen- und Neugeborenenpflege. In den ersten zwei Jahren steht die Vermittlung von Kernkompetenzen der Pflege von Menschen aller Altersklassen im Vordergrund.

Im 3. Ausbildungsjahr erfolgen differenzierte Einsätze nach im Ausbildungsvertrag festgelegtem Ziel

a) in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege

b) in der Gesundheits- und Krankenpflege

Erwähnenswerte Themen unseres Curriculums sind:   

Infant Handling 

Bobath Konzept

Kinästhetik

Basale Stimulation

EDV für Pflegeberufe

Theaterpädagogik (szenische Darstellung und Reflexion der Ausbildung)

 

Ausbau von Schlüsselqualifikationen z.B.:

1. sozial-kommunikative Kompetenz

  • Fähigkeit, sich auszudrücken und sich sprachlich mit anderen Menschen auseinanderzusetzen.

  • Stärkung von Kooperations-, Team- und Konfliktfähigkeit

  • Fähigkeit zur Empathie  

2. methodische Kompetenz

  • Fähigkeit zur Planung und Durchführung prozesshafter Pflege 

  • Fähigkeit zum Treffen von Entscheidungen und Setzen von Prioritäten

  • Fähigkeit zum analytischen und vorausschauenden Denken  

  • Fähigkeit zur Beurteilung und Problemlösung 

  • ... 

3. Fachkompetenz:

  • Fähigkeit zur Anwendung von pflegewissenschaftlich fundiertem Fachwissen

  • Ausrichten des pflegerischen Handels mehr an der Frage "Was hält mich gesund?" als an der Frage "Was macht mich krank?" 

  • Pflegebedürftige in ihren sozialen Lebensbezügen sehen und mit präventiver Orientierung Patienten und seine Angehörigen beraten

  • ... 

4. Personale Kompetenz:

  • Fähigkeit zur Ausgewogenheit von Nähe und Distanz

  • Reflexionsfähigkeit bezüglich der eigenen Haltung zu existenziellen und ethischen Fragen 

  • Fähigkeit, die Wirkung der eigenen Person einzuschätzen 

  • Mitverantwortung bei der gesellschaftlichen Mitverantwortung und Mitbestimmung der beruflichen Gegenwart (politisches Bewusstsein)     

  • ... 

Nach Bestehen der staatlichen Examensprüfungen erhalten die AbsolventInnen die Berufsbezeichnung

"Gesundheits- und KinderkrankenpflegerIn"

oder

"Gesundheits- und KrankenpflegerIn"

Die bisherige Berufsbezeichnung "...-Schwester" wird durch den neuen Titel ersetzt, um den geänderten beruflichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten und mehrheitlichen Wünschen Rechnung zu tragen.