Aufgaben der Ethik-Kommission
Die Ethik-Kommission an der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen wurde vor 25 Jahren, am 19. Februar 1981, gegründet, um klinische Forschungsvorhaben unserer Fakultät zu beraten und zu begleiten.
Klinische Forschung bedeutet ja, neue Erkenntnisse über Krankheiten des Menschen zu gewinnen, neue Behandlungsmaßnahmen, neue Medikamente, neue Geräte, sog. Medizinprodukte, und neue Untersuchungsmethoden an Menschen zu erproben und ihrer eigentlichen Bestimmung zuzuführen. Klinische Forschung will schließlich Neues an Menschen anwenden und seinen Wert für die Heilung leidender Menschen sichern. Damit steht die Ethik-Kommission an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Gesetz und praktischer Medizin.
Ehe kranke Menschen in wissenschaftliche Forschungsvorhaben einbezogen werden, müssen sie umfassend aufgeklärt werden und einwilligen. Die schriftlichen Patienteninformationen zur Vorbereitung der mündlichen Aufklärung durch den behandelnden Arzt sind Dokumente, in denen alle Aspekte eines klinischen Forschungsvorhabens beschrieben werden -- ihr Wesen, ihre Bedeutung, ihre Tragweite und ihre Risiken. Sie werden den Patienten oder Probanden und ihren Beratern übergeben und gelangen damit in eine mehr oder weniger begrenzte Öffentlichkeit.
Bei der Beratung solcher Forschungsvorhaben muss die Ethik-Kommission darauf hinwirken, dass einerseits Patienten und Probanden keinen Schaden an Leib und Seele erleiden, und dass andererseits die gesetzlich vorgegebenen Grenzen nicht die Freiheit der Forschung und die Weiterentwicklung der Heilkunde behindern.
Die Ethik-Kommission hat darauf zu achten, dass klinische Forschung zum Wohle der leidenden Menschen geschieht und niemals den Grundsatz "Nil Nocere" vergisst. Um diese Funktion zu erfüllen, muss sie darüber wachen, dass die Subjekte der klinischen Forschung nicht zu Objekten einer Fortschrittsidee werden. Sie muss also einerseits die Grundsätze ärztlichen Handelns im hippokratischen Sinne einfordern, und andererseits den Patienten und Probanden die Einsicht vermitteln, wie notwendig klinische Forschung an und mit Menschen ist, um einen Fortschritt in der Heilkunde zu erzielen.
Unser Land hat Gesetze geschaffen, die solche medizinethischen Grundsätze fördern und einfordern, und helfen, diese Grundsätze ärztlichen Handelns auch durchzuhalten. In den 25 Jahren ihres Bestehens wurde die Ethik-Kommission zu einem wichtigen Bestandteil der klinischen Forschung und Teil der wissenschaftlichen Infrastruktur der medizinischen Fakultät und unserer Hochschule.