Gleich zwei Aachener Wissenschaftler von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie ausgezeichnet

Prof. Jürgen Floege mit Franz Volhard-Medaille geehrt

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) verleiht in diesem Jahr ihre höchste Auszeichnung, die Franz Volhard-Medaille, an Univ.-Prof. Dr. med. Jürgen Floege, Direktor der Klinik für Nieren-und Hochdruckkrankheiten, rheumatologische und immunologische Erkrankungen an der Uniklinik RWTH Aachen, der die Nephrologie maßgeblich geprägt hat. Mit der Medaille werden seit 1976 langjährige, herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckerkrankungen gewürdigt. Die Ehrung fand am 1. Oktober im Rahmen der Jahrestagung der DGfN in Berlin statt.

Die Forschungsinteressen von Prof. Floege sind breit gefächert. Sie umfassen sowohl die Grundlagenforschung (Wachstumsfaktoren, Zytokine, Stammzellen, Angiogenese und Progression von Nierenerkrankungen) als auch klinische Problemstellungen wie immunologische Nierenkrankheiten. Darüber hinaus ist der Nephrologe eine Koryphäe auf dem Gebiet des kardiorenalen Syndroms, also dem Zusammenspiel von Herz und Nieren.

Zu seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten, die in über 600 Originalartikeln, Reviews, Editorials und Buchkapitel festgehalten werden, gehören unter anderem Nierenerkrankungen und ihre zentrale Bedeutung für die Innere Medizin, etwa bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Darüber hinaus ist Prof. Floege Herausgeber des weltweiten Bestseller-Lehrbuchs „Comprehensive Clinical Nephrology” und fungiert als Mitherausgeber der führenden nephrologischen Fachzeitschrift „Kidney International“.

Seit 1999 leitet Univ.-Prof. Dr. med. Jürgen Floege die Medizinische Klinik II der Uniklinik RWTH Aachen. Medizin studierte er in Hannover und New York; in Hannover schloss er seine Facharztausbildung ab, habilitierte, und trat 1995 eine Stelle als Oberarzt an. In den 90er Jahren arbeitete er zusätzlich drei Jahre als Gastwissenschaftler an der University of Washington, Seattle, USA. Für seine Forschung erhielt Prof. Floege zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen und wurde zum Ehrenmitglied vieler nephrologischer weltweiter Gesellschaften ernannt.

Neben seiner Tätigkeit als Klinikdirektor an der Uniklinik RWTH Aachen engagiert sich Prof. Floege in renommierten Gesellschaften, Gremien und Leitlinienorganisationen. Er ist Gründungsmitglied und Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und im Leitungsgremium von KDIGO – einer Organisation, die weltweit gültige Leitlinien der Nephrologie erstellt.


Prof. Peter Boor erhält Franz Volhard-Preis für Nierenforschung

Der höchste Wissenschaftspreis der Nephrologie in Deutschland, der Franz Volhard-Preis, wird in diesem Jahr an Univ.-Prof. Dr. med. Peter Boor, Ph.D., Oberarzt am Institut für Pathologie an der Uniklinik RWTH Aachen, durch die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) verliehen. Er erhält die Auszeichnung für seine herausragende wissenschaftliche Leistung auf dem Gebiet der Nephrologie, bei der er den Fokus auf die pathologischen Prozesse der Nierenfibrose (Organvernarbung) legt. Prof. Boor teilt sich den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Preis mit Prof. Speer aus Homburg, und nahm ihn im Rahmen der Jahrestagung der DGfN am 1. Oktober in Berlin entgegen. 

Prof. Boor erforscht unter anderem die zellulären und molekularen Mechanismen von progressiven, chronischen Nierenerkrankungen – insbesondere die unterliegenden pathologischen Prozesse der Nierenfibrose sowie der (Mikro-)Vaskulopathie. Methodologisch beschäftigt er sich mit der Modellierung von Nierenerkrankungen und der Analyse der translationalen Relevanz solcher Modelle.

Im Bereich der Diagnostik von Nierenerkrankung legt der Pathologe den Fokus auf verschiedene Modalitäten der nicht-invasiven molekularen Bildgebung sowie auf die Entwicklung und Validierung einer durch künstliche Intelligenz (KI) augmentierten (nephro-)pathologischen Diagnostik. Einem Forscherteam unter Leitung von Prof. Boor ist es gelungen, die Nierenvernarbung erstmalig spezifisch und nicht invasiv darzustellen. Die Nierenvernarbung, oder auch Fibrose genannt, ist aktuell der beste Parameter, um das Fortschreiten der chronischen Nierenerkrankungen vorherzusagen. Bislang kann man die Nierenfibrose nur mittels Nierenbiopsie spezifisch darstellen. „Die nicht-invasive bildgebende Methode hat somit ein großes Potential, die Diagnostik von nierenkranken Patienten zu verbessern“, betont der Wissenschaftler.

Zum Franz Volhard-Preis

Der Franz Volhard-Preis dient zur Förderung und Auszeichnung herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckkrankheiten. Er würdigt nicht nur eine einzelne Arbeit, sondern vielmehr die kontinuierliche Beschäftigung mit einem bestimmten Gebiet der Nephrologie. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie schreibt den mit 10.000 Euro dotierten Preis jährlich aus, und kann unter bis zu zwei Bewerber/-innen aufgeteilt werden.


 

Univ.-Prof. Dr. med. Jürgen Floege (rechts) bei seiner Ehrung mit der Franz Volhard-Medaille zusammen mit Kollege Univ.-Prof. Dr. med. Peter Boor (links), der mit dem diesjährigen Franz Volhard-Preis ausgezeichnet wurde.

Für Presserückfragen wenden Sie sich bitte an:

Uniklinik RWTH Aachen
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Dr. Mathias Brandstädter
Tel. 0241 80-89893
kommunikationukaachende