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Implantate

Funktionsstörung elektronischer Implantate durch elektromagnetische Felder

Elektromagnetische Felder können die Funktionsweise elektronischer Implantate, wie z.B. Herzschrittmacher, Kardioverter-Defibrillatoren oder Cochlea-Implantate, unter bestimmten Bedingungen beeinflussen. Felder von Handys, Diebstahlsicherungsanlagen, Hochspannungsfreileitungen oder Elektroschweißgeräte im Alltag oder in beruflichen Umgebungen werden als potentielle Störquellen betrachtet. Bis heute gibt es keine genauen Angaben, welche Felder für Implantatträger tatsächlich ein Risiko darstellen. Darüber hinaus kommen in der heutigen Zeit immer neue Quellen elektromagnetischer Felder hinzu (z.B. Elektromobilität, HGÜ, RFID-Etiketten, LTE). Zusätzlich ist nicht bekannt, ob sich die Felder verschiedener Quellen so überlagern können, dass die Summe der Einzelfelder eine Gefährdung für Implantatträger darstellt.

Um Feldbedingungen im Labor möglichst genau reproduzieren zu können, ist es notwendig, reale Feldsituationen zu untersuchen und die Einkopplung elektromagnetischer Felder in den menschlichen Körper mit Probandenstudien in alltäglichen oder beruflichen Umgebungen durchzuführen. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass die im Labor gewonnen Ergebnisse auf alltägliche oder berufliche Situationen übertragbar sind.

Die Störfestigkeit explantierter und neuer kardialer Implantate untersuchen wir mittels eines computer/µController gesteuerten Systems. Das selbst entwickelte Testsystem kann verschiedene Formen des intrakardialen EKG's und in Frequenz und Amplitude beliebig einstellbare Störsignale erzeugen. Dadurch lassen sich verschiedene Störszenarien bis hin zum Worst Case-Fall nachspielen und das Störverhalten in Abhängigkeit von Programmierung, Modell und Hersteller ermitteln.

Zur Überprüfung der Störsicherheit und der Ermittlung der tatsächlichen Sicherheitsabstände zu Feldern der alltäglichen oder beruflichen Umgebung führen wir Provokationsstudien mit Implantatträgern durch. Dabei werden unter kontrollierten Bedingungen die in Frage kommenden Felder im Untersuchungslabor nachgebildet und kurzzeitig appliziert. Hieraus lässt sich die individuelle Störfestigkeit des Implantats ermitteln.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Dominik Stunder

Das Team: 
Dominik Stunder, Kai Jagielski, Ralph Kühn, Günter Wermeester, Petra Hetfeld, Jochen Genth

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