Dysmorphiesyndrome auf der Basis geprägter Gene / Imprintingsyndrome

In den letzten Jahren werden zunehmend Dysmorphiesyndrome berichtet, die durch molekulare Veränderungen geprägter Gene und genomischer Regionen verursacht sind. Zu diesen angeborenen Imprintingerkrankungen gehören die seit längerem bekannten Erkrankungen Prader-Willi-, Angelman-, Beckwith-Wiedemann- und Silver-Russell-Syndrom, aber auch der Transiente neonatale Diabetes mellitus und der Pseudohypoparathyrodidismus. Als neue Entitäten sind kürzlich das Temple-Syndrom, das Kagami-Ogata-Syndrom und die maternale Uniparentale Disomie 20 hinzugekommen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Alle diese Erkrankungen zeichnen sich durch gleichartige molekulare Veränderungen geprägter Gene (z.B. UPD, CNVs, Epimutationen, Punktmutationen) aus, die Phänotypen der meisten der Erkrankungen überlappen. Das Institut für Humangenetik bietet für alle bekannten Imprintingerkrankungen (methylierungsspezifische) diagnostische Tests an (z.B. MLPA, SNP-Array), die die bekannten (Epi)mutationstypen umfassen. Für einzelne Erkrankungen werden auch NGS-Multigenpanels angeboten, die auch die differentialdiagnostischen Krankheitsbilder umfassen.

Durch dieses breitangelegte molekulare Screening ist es möglich, auch seltene (Epi)mutationstypen zu erfassen.

Der Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten im Bereich Imprintingerkrankungen liegt bei den 11p15-assoziierten Entitäten Silver-Russell- und Beckwith-Wiedemann-Syndrom. Über die Einbindung der Arbeitsgruppe in nationale und internationale Forschungsverbünde ist aber auch eine umfassende Expertise für die anderen Imprintingerkrankungen verfügbar (BMBF-Forschungsverbund, European Network of Imprinting Disorders, EUCID.net).

Sub-Panels:

Im Rahmen der diagnostischen Abklärung des Silver-Russell-Syndroms werden analysiert:

ANKRD11, BLM, CDKN1C, CUL7, HMGA2, IGF1, IGF2, PCNT, PIK3R1, PLAG1, SRCAP, TRIM37

Darüber hinaus werden im wissenschaftlichen Kontext folgende Gene erfasst:

ARSB, CCDC8, CDC45, CDC6, CDT1, COL1A1, COL2A1, COPG2, CUL7, DLK1, GMNN, GRB10, HRAS, IGF1R, IGF2BP3, IGF2R, IGFBP3, MCM5, MEG3, MEST, NBN, NSD1, OBSL1, ORC1, ORC4, ORC6, RTL1, SGCE

Auftrag und Einwilligung zur genetischen Diagnostik