Molekulares Tumorboard (MTB)

Was ist ein molekulares Tumorboard (MTB)?

In onkologischen Zentren werden die Befunde von Tumorpatienten im Rahmen von Fallkonferenzen, sogenannten Tumorboards, mit Ärzten aus verschiedenen Disziplinen diskutiert, um bestmögliche Diagnostik und Therapie für Patienten festzulegen. Oftmals geschieht dies Organsystem bezogen (z.B. in einem urologischen, gynäkologischen, gastrointestinalen Tumorboard, etc.).

Das Organsystem übergreifende molekulare Tumorboard (MTB) der Uniklinik der RWTH Aachen ist eine weitere interdisziplinäre Konferenz, bei der auf Basis von molekulargenetischen Befunden (z.B. Panel-Sequenzierung des Tumorgenoms) ein individuelles Therapiekonzept für Patienten erarbeitet wird. Ziel ist dabei, Therapien, die nicht Standardtherapien entsprechen, im Rahmen klinischer Studien oder individueller Heilversuche zu ermöglichen.

Die häufig sehr komplexen Fälle werden durch Experten aus verschiedenen Abteilungen mit besonderer Qualifikation im Bereich molekularer Diagnostik vorab diskutiert. Die endgültige Beschlussfassung erfolgt im Rahmen der CIOA  allgemeinen und molekularen Tumorkonferenz (jeden Mittwoch, 15 Uhr). Die Teilnahme ist - nach Anmeldung - auch externen Ärzten möglich, die betroffene Patienten betreuen.

Welche Patienten sollten im molekularen Tumorboard besprochen werden?

Prinzipiell steht das molekulare Tumorboard allen Patienten der Uniklinik RWTH Aachen und externen Einsendern* des Instituts für Pathologie der Uniklinik der RWTH Aachen nach erfolgter komplexerer molekularer Diagnostik zur Verfügung. Eine Indikation für eine solche molekulare Diagnostik besteht insbesondere bei Patienten ...

... mit fortgeschrittener Tumorerkrankung

... nach Ausschöpfen aller Standardtherapien

... mit adäquatem Allgemeinzustand (ECOG 0-1), die nicht am „Masterprogramm“ teilnehmen können

... mit seltenen Tumoren

... mit speziellem molekularpathologischem Profil, sofern bereits vorliegend

... mit ungewöhnlichem Erkrankungsverlauf

*Die Anmeldung externer Patienten setzt i.d.R. eine molekulare Diagnostik am Institut für Pathologie der Uniklinik RWTH Aachen sowie eine konsiliarische Überweisung an die Medizinische Klinik IV im Hause voraus.