Schwerpunkte

Die Arbeitsgruppe Intensivmedizin beschäftigt sich mit Fragestellungen, die die Diagnostik und Therapie von kritisch kranken Patienten verbessern oder beschleunigen können.

Auf der Basis einer Daten- und Biomaterialien-Bank können neue Biomarker zur Diagnostik einer Sepsis oder schweren Erkrankung gefunden werden und Korrelationen zu bekannten und neuen Werten oder Scores identifiziert werden. Für diesen Zweck werden  von allen Patienten, die nach Aufklärung eine Einwilligung gegeben haben, Blut- und Urinproben kryokonserviert und alle wichtigen Daten zu Erkrankung, Therapie und Verlauf dokumentiert. Bei besonderen Fragestellen können auch andere Proben gewonnen werden. Ziel der Untersuchungen ist ein möglichst umfassendes Bild eines kritisch kranken Patienten zu gewinnen, mit dem eine Prognose, geeignete und effiziente Therapie abgeleitet werden kann.

In dem Projekt des ACCT (Aachener Critical Care Trial) (Dr.med. Lukas Bündgens) konnten die Daten von fast 8000 Patienten durch die Fusion verschiedener Datenbanken in großer Detailschärfe untersuchbar gemacht werden. Auch hier ist das Ziel, durch die rückblickende Analyse großer Datenmengen Fragen hinsichtlich von Risiko und Prognose  ziehen zu können.  So  können sowohl die gesamte Kohorte als auch spezielle Subgruppen und Fragestellugen gezielt untersucht werden.

Desweiteren soll im Rahmen eines Forschungsprojektes "fMRT Studie" (Dr. med. Christer Bäck) durch einen innovativen Einsatz funktioneller Magnetresonanztomographie Einblicke in die Ursachen von Patienten erlangt werden, welche nach einem intensivmedizinischen Aufenthalt mit Koma unerklärlich weiter schlafen und nicht adäquat wach werden. Im Rahmen dessen soll der Einfluss des in diesem Fall üblich eingesetzten Amantadin im Gehirn untersucht werden, von der man sich einer Verringerung der post-komatösen Schlafphase erhofft.

Im Zweig der VOC-Diagnostik (Dr. med Jan Brünsing) wird innerhalb der Arbeitsgruppe die Exhalationsluft von beatmeten Patienten analysiert. Hierbei wird die Ausatmungsluft von Patienten, die wegen schwerer Erkrankungen intubiert auf unseren Intensivstationen behandelt werden müssen, auf Komponenten oder Muster verschiedener Komponenten zu untersucht und eine Korrelation zu Stoffwechsellage, Besiedlung und/oder Infektion mit bestimmten Keimen und zum Krankheitsverlauf bzw. zum Therapieerfolg gängiger Therapien herzustellen. Sowohl mittels massenspektrometischen Methoden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Hygiene und Umweltmedizin, als auch durch Quarz-Mirkowaagen (in Kooperation mit dem Institut für Organische Chemie der Universität Mainz und dem Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie, FKIE) soll eine Korrelation der exhalativen organischen Komponenten mit anderen bereits etablierten klinischen- und Laborparametern hergestellt werden, um am Ende eine Echtzeitdiagnostik über die Ausatemluft des Menschen durchführen zu können.