Themenkomplex „Kolorektale Polypen“

Kolorektale Karzinome entwickeln sich im Regelfall über die sogenannte Adenom-Karzinom-Sequenz aus adenomatösen (=neoplastischen) Kolonpolypen. Polypen im unteren Gastrointestinaltrakt werden in hyperplastische und neoplastische Polypen eingeteilt. Die endoskopische Abtragung ist bei neoplastischen Polypen, nicht jedoch bei hyperplastischen Polypen und Kolonkarzinomen indiziert. Die Sensitivität bzw. Spezifität der konventionellen Video-Endoskopie und auch zusätzlicher Verfahren zur Unterscheidung hyperplastischer und neoplastischer Polypen ist nicht ausreichend. Insbesondere sind diese Verfahren sehr untersucherabhängig. Im Rahmen der Adenom-Karzinom-Sequenz kommt es neben der Inaktivierung von Tumorsuppressorgenen zu einer vermehrten Angiogenese. Gemeinsame Projekte mit dem Lehrstuhl der Bildverarbeitung der RWTH Aachen (Dipl.-Ing. Sebastian Groß) dienen der Optimierung automatisierter videoendoskopischer Methoden in der Adenomdetektion (s. Abbildungen).

Themenkomplex „Nicht-invasive Fibrosediagnostik – Ultraschall und Elastographie“

Die Bedeutung der nichtinvasiven hepatologischen Diagnostik hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung zugenommen. Neben der Elastographie als diagnostisches Hilfsmittel hat auch die Doppler-Sonographie neben der klassischen Leberbiopsie ihre Bedeutung in der Abschätzung des Ausmaßes der vorhandenen Fibrose. Fortschrittliche sonographische Diagnostik kann helfen, die Zahl der notwendigen Biopsien zu reduzieren und ist entscheidend für ein adäquates und risikoarmes Monitoring und ist ein Forschungsschwerpunkt unserer Arbeitsgruppe.

Themenkomplex „Portale Hypertension“

Eine Messung der portalen Hochdrucks bei Patienten mit Leberzirrhose gelingt bisher nur indirekt über eine sonographische und endoskopische Einschätzung hinsichtlich des Aszites, des Leberschadens / des hepatischen Blutflusses und des Varizenstatus. In einem vom Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) geförderten Gemeinschaftsprojekt wird an der Entwicklung einer telemetrisch-invasiven Druckmessungseinheit geforscht, die erstmals die Möglichkeit der Drucküberwachung der portalen Hypertension möglich machen soll.

Themenkomplex „Gallenwege/PTCD“

Die Diagnostik bei unklaren Stenosen der Gallenwege ist schwierig. Bildgebende Verfahren bleiben zu oft ohne eindeutigen Befund und zur sicheren Diagnosestellung ist häufig ein chirurgischer Eingriff notwendig, insbesondere, wenn die Gallenwege über den peroral-endoskopischen Weg nicht zu erreichen sind. Gemeinsam mit der Firma Cook wird in Aachen ein System evaluiert, mit dem über den perkutanen Gallenwegszugang (PTC) ein Biopsieentnahme aus unklaren Stenosen der Gallenwege möglich ist (s. Abbildung).