Zum Wohle der Patienten: Implantationskurs an der Uniklinik RWTH Aachen

Eine optimale Behandlung ihrer Beschwerden: Das erwarten Patienten, wenn sie zum Arzt oder in ein Krankenhaus gehen. Sie vertrauen darauf, dass der oder die behandelnde Person ihr Fach beherrscht und sich bestens mit den anatomischen Gegebenheiten ihres Körpers auskennt. Um das zu gewährleisten und theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen, bietet die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Uniklinik RWTH Aachen regelmäßig internationale Trainingskurse an, wie zuletzt im August den 12. International EUREGIO Course for Implantology.

Wie sehen aktuell die Leitlinien zur Implantatinsertion aus? Wie verhält sich der menschliche Kiefer dabei? Welche Probleme können auftreten? Und überhaupt: Worauf muss ich achten? Es sind solche Fragen, die angehende Chirurgen interessieren, wenn sie zum Implantatkurs der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen nach Aachen reisen. Hier erhalten auf dem Gebiet noch nicht so erfahrene Ärztinnen und Ärzte Antworten auf ihre Fragen, wovon im Endeffekt die Patienten profitieren. Im August kamen dafür elf Mediziner verschiedenster Nationen – von Lettland über Griechenland bis nach Saudi-Arabien – nach Aachen, um am anatomischen Präparat ihre Fähigkeiten zu trainieren. „Wir eröffnen den Teilnehmern hier in Aachen Möglichkeiten, die sie woanders nicht haben. Selbst in Deutschland gibt es nur wenige Angebote. Unsere Kurse sind daher regelmäßig ausgebucht", so Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Frank Hölzle, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Uniklinik RWTH Aachen. „Die Vermittlung praktischer Fertigkeiten ohne zeitliche Zwänge der täglichen Routine und unter möglichst realistische Bedingungen ist eines der Ziele dieses Kurses."

Intensive Lerneffekte am anatomischen Präparat

Unter der Leitung von Prof. Hölzle erlernen die Teilnehmer in dem international hoch angesehenen Kurs sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Fertigkeiten. Dabei geben Prof. Hölzle und sein Team gemeinsam mit Dr. David Mitchell, einem schottischen Experten auf dem Gebiet der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und langjährigen Kooperationspartner, ihr Fachwissen auf dem Gebiet der Implantologie weiter. Besonders intensiv sei der Lerneffekt bei der Übung am anatomischen Präparat, berichten zwei deutsche Teilnehmerinnen. Dies sei etwas ganz anderes, als nur theoretisch die Abläufe durchzusprechen. „Es gilt, möglichst realistische Bedingungen zu präsentieren. Operative Abläufe an frischen Humanpräparaten mit Erhalt der natürlichen Gewebeeigenschaften schaffen eine optimale und einzigartige Lernsituation, um praxisnahe Behandlungen durchführen zu können", so Prof. Hölzle.

Der Ablauf bei der praktischen Übung ist dabei zweigeteilt: Zunächst operiert der Kursleiter vor, die Anatomie wird dargestellt und die verschiedenen Schlüsselschritte für die Operation werden erläutert. Im Anschluss folgt unter Aufsicht das Nachoperieren der Kursteilnehmer. Das Team der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie gewährleistet dabei eine 1:1 Betreuung, manchmal sogar eine noch intensivere Betreuung mit mehreren Experten. „So können wir individuell auf die Teilnehmer und ihr Vorwissen eingehen – besser geht es nicht", erklärt Prof. Hölzle.

Am Kurs beteiligt sind ebenfalls das Institut für Molekulare und Zelluläre Anatomie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Rudolf Leube sowie dessen Bereich der Körperspenden unter der Leitung von Prof. Dr. med. Andreas Prescher. Voraussetzung für das Zustandekommen des Kurses ist, dass Menschen ihren Körper nach ihrem Ableben dem Anatomischen Institut der Uniklinik RWTH Aachen für Lehr- und Forschungszwecke zur Verfügung stellen. „In Aachen ist die Bereitschaft zur Körperspende – erfreulicherweise für Medizinstudierende und examinierte Mediziner, die Kurse wie den Implantatkurs besuchen – sehr hoch", weiß Prof. Prescher. Der Umgang mit dem anatomischen Präparat erfolgt sehr sorgsam und respektvoll – eine Selbstverständlichkeit für die Teilnehmer. Während in Aachen aus Kapazitätsgründen in diesem Jahr keine Körperspenden mehr aufgenommen werden können, verzeichnen andere Städte und Länder tendenziell eine eher nicht so große Spendenbereitschaft. In Großbritannien ist zum Beispiel, wie Dr. Mitchell weiß, die Bereitschaft nicht so hoch, das Thema wird medial eher kritisch betrachtet.

Es werden moderne Behandlungsoptionen im digitalen Zeitalter auf den Prüfstand gestellt und den Teilnehmern theoretisch und praktisch vermittelt. Es ist heutzutage möglich, die anstehende Operation virtuell am Computer zu planen und mittels "Full guided surgery" eins zu eins in die Tat umzusetzen, damit jeder Patient bestmöglich versorgt werden kann. Zudem ist die Forschungsgruppe um neuartige Zirkondioxidimplantate in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie intensiv an der Erforschung und Verbesserung neuer vorteiliger Materialien beteiligt. Auch diese evidenzbasierte Wissensbasis wird den Teilnehmern detailliert präsentiert. Deutschland und insbesondere Aachen bieten daher, an der Uniklinik RWTH Aachen durch das gelungene und wohl weltweit einzigartige Zusammenwirken verschiedenster Bereiche, beste Voraussetzungen für Kurse wie den Implantatkurs. Insgesamt konnte die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie daher bereits rund 50 verschiedene Fachkurse zu speziellen Operationsformen anbieten. Eine äußerst positive Begebenheit, schließlich besuchen die Teilnehmer die Kurse zum Wohle ihrer Patienten: Sie möchten den Patienten, optimal ausgebildet, eine qualitativ hochwertige Behandlung bieten.

Impressionen:

Für Presserückfragen wenden Sie sich bitte an:

Uniklinik RWTH Aachen
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Dr. Mathias Brandstädter
Tel. 0241 80-89893
kommunikationukaachende