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Klinische Studien - Schwerpunkte

Schwerpunkt 1: Glomeruläre Nierenerkrankungen 

Glomeruläre Erkrankungen stellen neben dem Diabetes mellitus die häufigste Ursache für eine dialysepflichtige Niereninsuffizienz dar. Die exakte Diagnose einer Glomerulonephritis kann heutzutage nur mittels einer Nierenbiopsie gestellt werden. Die genauen Ursachen, die zur Glomerulonephritis führen und die besten Behandlungsmöglichkeiten sind für die meisten Glomerulonephritis-formen nicht eindeutig definiert. Unsere Arbeitsgruppe erforscht sowohl die Ursachen unterschiedlicher Glomerulonephritisformen als auch die besten Therapieansätze im Rahmen nationaler und internationaler Studien. Sollten Sie an einer Gomerulonephritis leiden und Interesse an der Teilnahme an einer klinische Prüfung haben, kontaktieren Sie bitte die Schwester unserer Glomerulonephritis-Sprechstunde, Frau Michaelis.

Die IgA Nephropathie ist die weltweit häufigste Glomerulonephritisform. In einer prospektiven, multizentrischen Studie untersuchen wir zurzeit die Wertigkeit einer immunsuppressiven Therapie im Vergleich zu einer supportiven Therapie bei Patienten mit IgA Nephropathie (STOP IgAN Studie). 

Die Studie wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert. Leiter der deutschlandweiten Studie ist Univ.-Prof. Dr. med. Jürgen Floege.

 

 

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Parallel erforschen wir gezielt Faktoren im Blut und Urin von Patienten mit glomerulären Erkrankungen, die zukünftig bei der Diagnosestellung und der Abschätzung der Prognose der Erkrankung helfen können.

Schwerpunkt 2: Nierentransplantation

Die intensive Betreuung von nierenkranken Patienten rund um Nierentransplantationen (Verstorbenenspende und Lebendspende) ist seit Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil der klinischen Aufgaben der Medizinischen Klinik II. In Aachen und auf der ganzen Welt beobachten wir seit Jahren eine konstante Verbesserung des Langzeitüberlebens von Nierentransplantierten und ihren transplantierten Organen. Diese Verbesserung steht in engem Zusammenhang mit der klinischen Forschung in diesem Bereich der Medizin. Die Medizinische Klinik II nimmt als Studienzentrum seit vielen Jahren sehr aktiv an multizentrischen, deutschland- und weltweiten Studien teil. Aktuell können nierentransplantierte Patienten in laufende multizentrische Studien aufgenommen werden, die sich mit der Frage der Optimierung der Immunsuppression und Infektionserkrankungen nach Nierentransplantation beschäftigen. Darüber hinaus fließen klinische Daten von Aachener nierentransplantierten Patienten in anonymisierter Form in vielfältige Registererfassungen ein (u.a. zur Therapie mit einzelnen immunsuppressiven Medikamenten und zum Auftreten bestimmter Tumoren nach Nierentransplantation) und dienen so unmittelbar einer weiteren Optimierung der Behandlung von nierentransplantierten Patienten.

Schwerpunkt 3: Dialyseassoziierte Erkrankungen

Dialyseverfahren ermöglichen seit Jahrzehnten ein Überleben für Patienten mit akuten und chronischen Nierenversagen. Trotz modernster Nierenersatzverfahren leiden niereninsuffiziente Patienten aber deutlich häufiger an Krankheiten des Herz-/Kreislaufsystems und des Knochenstoffwechsels. Dank der Entwicklung innovativer neuer Medikamente bestehen seit den letzten Jahren zunehmend Therapieoptionen für diese Erkrankungen von Dialysepatienten. Die Medizinische Klinik II nimmt als Studienzentrum in Kooperation mit umliegenden Dialysezentren sehr aktiv an multizentrischen, deutschland- und weltweiten Studien teil. Vor Kurzem ist die in Aachen konzipierte VitaVask-Studie deutschlandweit gestartet, die sich mit der Prophylaxe kardiovaskulärer Erkrankungen durch Vitamin K1 beschäftigt.

Parallel suchen wir in der Arbeitsgruppe "Kalk" gezielt nach Faktoren im Blut von Dialysepatienten, die zukünftig bei dem Verständnis von Herz-/Kreislauf- und Knochenerkrankungen nierenkranker Patienten helfen können.

Zusätzlich zur Teilnahme an multizentrischen, häufig internationalen Forschungsprojekten engagieren wir uns in lokalen, eigenen Forschungsprojekten zur Verbesserung der Betreuung von Dialysepatienten. Ein besseres Verständnis des Flüssigkeitshaushaltes von Dialysepatienten versuchen wir durch Fortentwicklungen von Bioimpedanzmesstechniken zu erzielen. Strukturelle und funktionelle Besonderheiten im Gehirn von Dialysepatienten untersuchen wir mittels Magnetresonanztomographie (MRT) und funktioneller MRT.

Schwerpunkt 4: Immunologische Systemerkrankungen

Einen weiteren klinischen Schwerpunkt der Medizinischen Klinik II bildet die Betreuung von Patienten mit immunologischen Systemerkrankungen, insbesondere Patienten mit Nierenbeteiligung von Vaskulitiden (u.a. Morbus Wegener und Mikroskopische Polyangiitis) und Kollagenosen (u.a. Systemischer Lupus erythematodes und Sklerodermie). Aktuell können Patienten mit aktiver, bioptisch gesicherter Lupusnephritis in laufende multizentrische Studien aufgenommen werden.

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