Klinische Studien - Schwerpunkte

Der Schwerpunkt unserer klinischen Forschungstätigkeit liegt aktuell im Bereich folgender Erkrankungen:

Schwerpunkt 1: Glomeruläre Nierenerkrankungen 

Glomeruläre Erkrankungen sind eine häufige Ursache für ein fortschreitendes Nierenversagen insbesondere im jüngeren Erwachsenen-Alter. Sie stellen einen prominenten, international ausgewiesenen Schwerpunkt der Medizinischen Klinik II dar. Beispielsweise werden die weltweiten Leitlinien zur Behandlung glomerulärer Erkrankungen durch Prof. Jürgen Floege/Aachen und Prof. Brad Rovin/Columbus, USA koordiniert (LINK KDIGO). Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Interesse an laufenden, klinischen Studien im Bereich der Glomerulonephritis haben (ckillic@ukaachen.de).

Wir sind intensiv vernetzt mit Forschergruppen aus der ganzen Welt, u.a. in Form von direkten wissenschaftlichen Kooperationen aber auch als Mitglied von Verbundprojekten (z. B. Glomerulonephritis-Register, ERK-Net, IgANN Consortium).

IgA-Nephropathie

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Die IgA Nephropathie ist die weltweit häufigste Glomerulonephritisform. Mit unserer STOP-IgAN Studie, einer deutschlandweiten Studie, haben wir weltweite Standards in der Therapie dieser Erkrankung gesetzt und nachgewiesen (Abgeschlossene Studien). Aktuell werden alle laufenden weltweiten Phase III Studien unter zentraler Beteiligung von Prof. Jürgen Floege als Mitglied im Leitungsgremium und nationalem Koordinator durchgeführt:

- ARTEMIS-Studie – Effekt einer Hemmung der Komplementaktivierung durch einen MASP2-Antikörper auf den Verlauf der IgA-Nephropathie

- NEFIGARD-Studie – Effekt von verkapseltem Budesonid auf den Verlauf der IgA-Nephropathie

- PROTECT-Studie – Effekt eines kombinierten Angiotensin-/Endothelin-Rezeptorblockers (Sparsentan) auf den Verlauf der IgA-Nephropathie
 

Fokal-segmentale Glomerulosklerose (FSGS)

Die FSGS betrifft sowohl junge Erwachsene und Kinder als eigenständige (primäre) Erkrankung oder tritt im Gefolge anderer Erkrankungen (inkl. Übergewicht) auf. Aktuell läuft eine weltweite Phase III Studie mit Prof. Marcus Moeller als nationalem Koordinator:

- DUPLEX-Studie – Effekt eines kombinierten Angiotensin-/Endothelin-Rezeptorblockers (Sparsentan) auf den Verlauf der FSGS

Parallel erforschen wir in großen weltweiten Konsortien die Mechanismen, die zur Entstehung der IgA-Nephropathie, FSGS und anderer glomerulärer Erkrankungen beitragen (KÖLN ForMe Register, HAMBURG membranöse GN Register, VALIGA).

Schwerpunkt 2: Rheumatologische Systemerkrankungen

Ansprechpartner:
Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Rauen
trauenukaachende

Einen weiteren klinischen Schwerpunkt der Medizinischen Klinik II bildet die Betreuung von Patienten mit rheumatologischen und immunologischen Systemerkrankungen, insbesondere Patienten mit Nierenbeteiligung von Vaskulitiden (u.a. Morbus Wegener und mikroskopische Polyangiitis), Kollagenosen (u.a. systemischer Lupus erythematodes und Sklerodermie) und atypischem HUS-Syndrom. Aktuell können Patienten mit aktiver, sogenannter ANCA-assoziierter Vaskulitis in laufende multizentrische Studien aufgenommen werden.

Schwerpunkt 3: Herz-Kreislauferkrankungen bei chronischer Nierenerkrankung und Dialyse-assoziierte Erkrankungen

Dialyseverfahren ermöglichen ein Überleben von Patienten mit Nierenversagen. Trotz modernster Nierenersatzverfahren leiden niereninsuffiziente Patienten aber deutlich häufiger als Nierengesunde an Krankheiten des Herz-/Kreislaufsystems und des Knochenstoffwechsels.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Medizinischen Klinik II befasst sich – zum Teil innerhalb des Sonderforschungsbereichs SFB TRR 219 - mit klinischen Studien zur Verkalkungs-Entstehung bzw. -Prävention im Herz-Kreislaufsystem bei Patienten mit Nierenversagen. In verschiedenen „Investigator“-initiierten Multicenter-Studien untersuchen wir sowohl Mechanismen als auch neue Therapie-Ansätze. Beispielsweise in der:

  • VitaVasK Studie – Effekt einer Vitamin-K Gabe auf das Fortschreiten von Herz- und Gefäßverkalkungen von Dialysepatienten
  • CARVIDA Studie – eine Substudie zu Veränderungen des Herz-Kreislaufsystems bei chronischer Nierenerkrankung im Rahmen der GCKD-Studie

Parallel suchen wir in der Arbeitsgruppe "Kalk" in Kooperation mit dem Institut für molekulare Kardiologie (IMCAR, Univ.-Prof. Dr. Joachim Jankowski) gezielt nach Faktoren im Blut von Dialysepatienten, die zukünftig bei dem Verständnis von Herz-/Kreislauf- und Knochenerkrankungen nierenkranker Patienten helfen können.

Schwerpunkt 4: Nierentransplantation

Ansprechpartnerin:
Priv.-Doz. Dr. med. Anja Mühlfeld
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Die intensive Betreuung von nierenkranken Patienten rund um Nierentransplantationen (Verstorbenenspende und Lebendspende) ist seit Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil der klinischen Aufgaben der Medizinischen Klinik II. In Aachen und auf der ganzen Welt beobachten wir seit Jahren eine konstante Verbesserung des Langzeitüberlebens von Nierentransplantierten und ihren transplantierten Organen. Diese Verbesserung steht in engem Zusammenhang mit der klinischen Forschung in diesem Bereich der Medizin. Die Medizinische Klinik II nimmt als Studienzentrum seit vielen Jahren sehr aktiv an multizentrischen, deutschland- und weltweiten Studien teil. Aktuell können nierentransplantierte Patienten in laufende multizentrische Studien aufgenommen werden, die sich mit der Frage der Optimierung der Immunsuppression. Darüber hinaus fließen klinische Daten von Aachener nierentransplantierten Patienten in anonymisierter Form in vielfältige Registererfassungen ein und dienen so unmittelbar einer weiteren Optimierung der Behandlung von nierentransplantierten Patienten.

Personal

Unsere Prüfärzte Prof. Dr. med. Jürgen Floege, Prof. Dr. med. Marcus Moeller, Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Rauen, Priv.-Doz. Dr. med. Anja Mühlfeld, Priv.-Doz. Dr. med. Gerald Braun, Dr. med. Christoph Kuppe, Dr. med. Claudia Seikrit besitzen jeweils langjährige Erfahrung in klinischen Studien als leitende bzw. stellvertretende Prüfärzte nach dem Arzneimittelgesetz (Good Clinical Practice (GCP)).

Mit zwei zertifizierten Studienschwestern aus der Medizinischen Klinik II (Ute Floege und Anneliese Michaelis) bzw. weiteren Study Nurses aus dem „Clinical Trial Center Aachen“ ist eine kompetente Betreuung von Studienpatienten bzw. Studien gewährleistet. Die Betreuung der vielfältigen Studienpatienten erfolgt in enger Kooperation mit den umliegenden nephrologischen und internistischen Kolleginnen und Kollegen.

Studienschwestern:

Ute Floege
Tel.: 0241 80-38104
Fax: 0241 80-82800
ufloegeukaachende

Anneliese Michaelis
Tel.: 0241 80-35257
Fax: 0241 80-82800
amichaelisukaachende

Biodatenbank

Eine wissenschaftlich außerordentlich wertvolle Ressource stellt unsere Biobank dar, in der seit vielen Jahren prospektiv Serum- und Urinproben, insbesondere von Patienten mit glomerulären und immunologischen Erkrankungen gesammelt werden. Aktuell befinden sich in dieser Biobank Proben, die zu mehr als 2.000 unterschiedlichen Zeitpunkten bei mehr als 500 verschiedenen Patienten gesammelt wurden. Zusammen mit präzise dokumentierten, klinischen Parametern dieser Patienten bestehen hervorragende Möglichkeiten, gezielt neue, innovative Marker in ausgewählten nephrologischen Patientenkollektiven zu analysieren.