Mesenchymale Stammzellen - Schwerpunkte

Schwerpunkt 1: Biologische Sicherheit / unerwünschte Nebenwirkungen von MSC 

Mesenchymale Stammzellen (MSC) können aus sehr unterschiedlichen Quellen des adulten Organismus gewonnen werden und besitzen die Fähigkeit, sich in Fettzellen, Knochen oder Knorpel zu differenzieren. Darüber hinaus sezernieren sie eine Reihe von Faktoren, u.a. das proangiogene VEGF, die zur Regeneration von Geweben beitragen können. MSC aus dem Knochenmark wurden bereits in mehreren Studien zum akuten Nierenversagen eingesetzt und zeigten im Tierversuch ein therapeutisches Potenzial. Eine humane Studie befindet sich in der Rekrutierungsphase.

Unsere Arbeitsgruppe konnte 2006 einen signifikanten, regenerativen Effekt von injizierten MSC in einem experimentellen Glomerulonephritismodell nachweisen. In einem aggravierten Modell des chronischen Nierenschadens beobachteten wir später jedoch erstmals eine adipogene Fehldifferenzierung von MSC nach Injektion in die erkrankte Niere. Unser Ziel ist es seither, durch neue Ansätze die biologische Sicherheit von MSC-basierten Therapien zu erhöhen und die unerwünschten Nebenwirkungen zu minimieren. Diese Untersuchungen werden von 11/2008-10/2011 im Rahmen des 7. Rahmenprogrammes der Europäischen Union gefördert: Consortium "Set up and comparison of multiple stem cell approaches for kidney repair", Akronym STAR-T REK, Call identifier HEALTH-2007-1.4-8 stem cells for kidney regeneration, Koordinatorin: Prof. Dr. Paola Romagnani, Universität Florenz.

Darüber hinaus sind wir mit dem Thema "biologische Sicherheit von MSC" im MISOT Verbund vertreten (siehe: MISOT Position Paper Transplantation 2009 Dahlke M et al.). In jährlichen Treffen werden Einsatzmöglichkeiten der immunmodulatorisch aktiven MSC in Organtransplantationen diskutiert.

Schwerpunkt 2: Mesenchymale Stammzellen in der renalen Fibrose 

Mesenchymale Stammzellen werden auch als multipotente Stromazellen bezeichnet. Sie teilen viele Eigenschaften mit Fibroblasten und sezernieren u.a. das profibrotische TGF-β. MSC können durch Angiogenese und Kollagensynthese die Wundheilung fördern, scheinen aber auch in bestimmten Situationen unerwünschte Fibrosierung zu verstärken. Wir untersuchen daher im Rahmen des neu eingerichteten SFB TRR57 die Rolle von MSC in der renalen Fibrose (Modell der 5/6 Nephrektomie sowie der UUO) und arbeiten an der Identifizierung von MSC Subgruppen mit erhöhtem bzw. vermindertem fibrotischen Potenzial.

Schwerpunkt 3: MESKALERU (Mesenchymale Stammzellen in Kalzifizierung und Urämie) 

Im Rahmen eines START-Projektes (Dr. R. Kramann / PD Dr. U. Kunter) untersuchen wir eine mögliche Rolle von MSC in der rapiden vaskulären Kalzifizierung von Patienten mit fortgeschrittener bzw. terminaler Niereninsuffizienz. Dazu werden transgene Ratten als Zellspender in Tiermodellen der urämischen Kalzifizierung eingesetzt. Zusätzlich gehen wir der Theorie nach, dass die Urämie MSC nachhaltig beeinflusst bzw. schädigt.