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11.07.2018 14:09

11.07.2018 - NOUV 2018 blickt in die Zukunft

630 Teilnehmer kamen vom 21.-23. Juni 2018 zur Jahrestagung nach Dortmund.

Zum zweiten Mal fand die Jahrestagung der Norddeutschen Orthopäden- und Unfallchirurgenvereinigung (NOUV) vom 21. bis 23. Juni 2018 in der Westfalenhalle in Dortmund statt. 630 Teilnehmer und Fachvertreter trafen sich zum Austausch über aktuelle und zukünftige Entwicklungen auf dem Gebiet der Orthopädie und Unfallchirurgie. Die große Bandbreite des angebotenen Programms wurde vom Fachpublikum über alle drei Kongresstage positiv honoriert. Die Sitzungen waren sehr gut besucht - mit nachfolgenden intensiven Diskussionen zu aktuellen und zukünftigen Entwicklungen in O & U. Wiederum bot das Kongresszentrum in der Dortmunder Westfalenhalle beste Bedingungen für den Kongress und die Industrieausstellung. Die Tagungspräsidenten waren Univ.-Prof. Dr. med. Markus Tingart, Direktor der Klinik für Orthopädie der Uniklinik RWTH Aachen, Univ.-Prof. Dr. med. Marcel Dudda, Direktor der Klinik für Unfall-, Hand Wiederherstellungschirurgie aus dem Universitätsklinikum Essen, und Univ.-Prof. Dr. med. Roland Becker, Klinikdirektor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie der Medizinischen Hochschule Theodor Fontane Brandenburg.

Nachwuchsarbeit

Einen großen Stellenwert beim Kongress nahm der wissenschaftliche Nachwuchs ein. Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr auch Sitzungen mit Beteiligung des Jungen Forums und der AGA-Students. Eine frühe Einbindung der Studierenden trägt zur Attraktivität unseres umfangreichen Fachgebietes bei. Darüber hinaus wurde eine Sitzung speziell für die Youngsters, die studentische Vertretung des Jungen Forums der DGOU, konzipiert. Neu in diesem Jahr war auch das zweitägige Arthroskurs – „STart“ der in Zusammenarbeit mit der AGA (Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie der deutschsprachigen Länder) durchgeführt wurde. Die Assistenzärzte empfanden diesen Kurs als sehr hilfreich, da heutzutage leider die Zeit und die Ressourcen für eine fundierte Ausbildung in den Kliniken fehlen. Bewährt hatte sich schon aus dem letzten Jahr die enge Kooperation mit der Gesellschaft für Endoprothetik (AE), die an allen Kongresstagen Veranstaltungen für Assistenz- und Fachärzte angeboten hat und zusätzlich ein Expertenforum zu Gutachtenfällen auf dem Gebiet der Endoprothetik.

Altersmedizin

Ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses war die Alterstraumatologie und -medizin, die das Fachgebiet der O u U immer mehr beschäftigt. Schwerpunkte waren hier die Versorgungen von Frakturen der unteren Extremität und des Becken. Eine Sitzung war zudem dem perioperativen Management des älteren Patienten in Orthopädie und Unfallchirurgie gewidmet. Hier sind zahlreiche Besonderheiten zu beachten, die eine interdisziplinäre Behandlung nach sich ziehen. Im Bereich Endoprothetik und Wirbelsäule ist es in den letzten 10-15 Jahren zu einer deutlichen Zunahme der operativen Versorgungen gekommen. Hat dies medizinische oder ökonomische Ursachen? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Welche zukünftigen Trends und Innovationen gibt es? Wo muss ein Umdenken stattfinden? Diese medizinischen und ökonomischen Aspekte wurden in mehreren Sitzungen teilweise kontrovers diskutiert. Der demographische Wandel und die Erwartungshaltung in unserer Gesellschaft sind sicherlich entscheidende Faktoren für diese Entwicklungen. Auch ältere Patienten möchten im Alltag weiterhin mobil und sportlich aktiv sein. Hinzu kommen Innovationen in unserem gemeinsamen Fachgebiet, die zunehmend auch bei älteren Patienten und solchen mit komplexen Krankheitsbildern, eine erfolgreiche operative Therapie und eine hohe postoperative Zufriedenheit ermöglichen. Nicht außer Acht gelassen werden sollte aber auch die zunehmende Ökonomisierung. Wir müssen uns heute und in Zukunft gemeinsam dafür einsetzen, dass die Indikationen zur operativen Therapie kritisch gestellt werden und das Patientenwohl auch weiterhin oberste Priorität hat. Es muss in jedem Einzelfall kritisch abgewogen werden, ob das operativ Machbare auch für den individuellen Patienten zum gegebenen Zeitpunkt die beste Therapie ist. Aus diesem Grund wurden in mehreren Sitzungen auch die Möglichkeiten und die Bedeutung konservativer Therapieverfahren betont.

Breite Themenpalette

In seinem Festvortrag „Zeitalter der Digitalisierung in der Medizin – wohin geht die Reise?“ stellte der Direktor der Radiologischen Uniklinik Essen, Prof. Dr. Michael Forsting, seine Visionen eines Krankenhausaufenthaltes in 10 Jahren vor. Es war für die Zuhörer beeindruckend, welche Möglichkeiten die Digitalisierung und die künstliche Intelligenz bereits heute bieten, und wie schnell diese Entwicklungen in der Medizin in der nahen Zukunft wahrscheinlich fortschreiten werden. Die Bundeswehr stellte ihre Erfahrungen aus der Einsatzchirurgie vorgestellt. Im Rahmen der EKTCSitzung (Arbeitsgruppe Einsatz-, Katastrophen- und Taktische Chirurgie) wurden aktuelle Herausforderungen in den Bereichen Gefahrenlagen und Anschlagsszenarien diskutiert, um wichtige Erfahrungen an die Kolleginnen und Kollegen im Zivilbereich weiterzugegeben. „Back to Sports“ oder „Back zur Aktivität im Alltag“ gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn auch in diesem Bereich muss ein eher individuelles Vorgehen empfohlen werden. In dieser Sitzung ging es jedoch vorranging um den Leistungssport, Fußball, alpinen Skisport und Eishockey. Diese Sportarten benötigen eine spezifische Rehabilitation, aber die Modelle die diesem Training zugrunde liegen, können als eine gute Basis auch im Breitensport genutzt werden. Die Sitzung war von interessanten Diskussionen geprägt.

Preisvergaben

Der diesjährige Albert-Hoffa-Preis wurde dem Kollegen Thomas Pfeiffer aus Köln für seine Arbeit „An Increased Lateral Femoral Condyle Ratio Is a Risk Factor for Anterior Cruciate Ligament Injury“ verliehen. Darüber hinaus wurden die besten vier Poster mit Preisen der NOUV ausgezeichnet. Die ersten beiden Plätze waren jeweils mit 500€ dotiert, Platz 3 und 4 jeweils mit 250€. Traditionell wird auch der AXISForschungspreis auf dem NOUV vergeben. Dieser von der Fa. Implantcast gestiftete Preis wurde in diesem Jahr auf 2 Kandidaten aufgeteilt: Dirk Zajonz aus Leipzig erhielt den Preis für seine Arbeit mit dem Titel „Bedeutung des Vitamin D- Stoffwechsel bei der Entstehung von periprothetischen Infektionen nach HTEP und KTEP: eine prospektive Match-Pair-Analyse von 240 Patienten“. Aus Göttingen wurde Lukas Weiser für seine Arbeit „Biomechanische Untersuchung zum Einfluss der Zementaugmentation auf die Pedikelschraubenstabilität in Abhängigkeit der Knochendichte“ ausgezeichnet.

Fazit

Der NOUV 2018 in Dortmund war aus Sicht der Teilnehmer, der Sponsoren und der Tagungsleitung ein äußerst lohnenswerter und auf die Zukunft gerichteter Kongress, der den breiten Themenbogen von O & U hervorragend abgedeckt hat und bewährte wie innovative Inhalte vermitteln konnte. Für 2019 ist der NOUV-Kongress wieder in Dortmund geplant.

Für Presserückfragen wenden Sie sich bitte an:

Uniklinik RWTH Aachen
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