Epiphysiolysis capitis femoris (ECF)

Bei der Epiphysiolysis capitis femoris (ECF) kommt es zu einem Abrutschen der Wachstumsfuge des Hüftkopfes. Die ECF tritt meist zwischen dem 9. Lebensjahr und Wachstumsabschluss auf. Jungen sind etwas häufiger betroffen als Mädchen. Meistens sind die Kinder übergewichtig, in seltenen Fällen sind sie sehr sportlich und hochgewachsen. Sehr selten ist die ECF durch einen Unfall bedingt.

Meistens klagen die Kinder seit längerer Zeit über Schmerzen im Bereich der Hüfte oder des Knies. Gelegentlich wird ein Humpeln beobachtet. Diese können ein Anzeichen für eine beginnende Lockerung der Wachstumsfuge sein. Im Rahmen eines Bagatelltraumas kann es dann zu einem vermehrten Abrutsch in der Fuge kommen, und die Kinder klagen über plötzlich stärker auftretende Schmerzen. Das Bein ist dann meist bei der Untersuchung verkürzt und nach außen verdreht. Die Kinder sollten dann nicht mehr auftreten und möglichst zügig operiert werden. In den meisten Fällen ist die Wachstumsfuge des Hüftkopfes weniger als 30° abgerutscht, so dass es reicht den, abgerutschten Hüftkopf in seine Position mit Drähten oder Schrauben zu halten.

Ist der Hüftkopf stärker abgerutscht, muss er durch größere operative Eingriffe wieder an seine ursprüngliche Stelle gebracht werden. Da in 40% der Fälle im weiteren Verlauf auch die Gegenseite abrutscht, sollte diese zur Prophylaxe in der gleichen Operation ebenfalls mit Drähten oder Schrauben fixiert werden. Das Risiko dieser Erkrankung besteht in einer durch den Abrutsch bedingten Verletzung der Blutgefäße des Hüftkopfes, die zu einer Durchblutungsstörung des Hüftkopfes führen können und somit zu einer frühzeitigen Arthrose des Hüftgelenke.

Die Skoliose ist eine Wachtumsdeformität der Wirbelsäule mit fixierter Seitausbiegung und Verdrehung der Wirbel und des Achsorganes. Sie ist das wohl am längsten bekannte orthopädische Leiden. Die zunehmende Verunstaltung des Körpers hat die Menschen zu allen Zeiten stark beeindruckt. Die Angaben über die Erkrankungshäufigkeit schwanken weltweit zwischen 0,13 -13,6%. Bei 85% der Skoliosen ist die Ursache unbekannt. Mädchen sind 4-fach häufiger betroffen als Jungen. Während der Pubertät kommt es zu einem schnellen und vermehrten Wachstum der Wirbelsäule und somit häufig zu einer Verschlechterung der Skoliose. Durch asymmetrische Taillendreiecke, einem Schulterschiefstand, einem abstehendem Schulterblatt und dem Rippenbuckel oder Lendenwulst beim Vornüberneigen fällt die Skoliose auf. Der Winkelgrad der Skoliose wird im Röntgenbild festgelegt.

Bei dezenten Skoliosen bis 10° kann abgewartet werden. Bei Skoliosen zwischen 10-20° wird in der Regel Krankengymnastik zur Rückenschulung empfohlen, wobei ein therapeutischer Effekt der Krankengymnastik in Studien bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Bei Skoliosen über 20° besteht die Notwendigkeit einer Korsetttherapie bis zum Wachstumsende der Wirbelsäule. Das Korsett sollte nach Möglichkeit 16-20h am Tag getragen werden, damit die Skoliose korrigiert werden kann bzw. eine weitere Verschlechterung vermieden wird. Ab 40° muss über eine operative Korrektur der Skoliose nachgedacht werden, um eine nach Wachstumsabschluss weitere Verschlechterung der Skoliose und somit Spätschäden zu vermeiden. Diese operativen Eingriffe sind aufwendig und nicht ganz risikoarm. Die Wirbelsäule wird bei der Operation soweit wie möglich begradigt und mit Metallstäben versteift.

Informationen zu Epiphysiolysis capitis femoris (ECF) als PDF