Sportorthopädie und arthroskopische Chirurgie

Knie

Kreuzbandriss

Die Kreuzbänder gehören zum Bandapparat des Kniegelenks und kreuzen sich im Zentrum des Kniegelenks. Das hintere Kreuzband, als kräftigste  Bandstruktur im Kniegelenk, übertrifft in Dicke und Stärke das vordere Kreuzband. Sie dienen zur Stabilisierung des Gelenkes zusammen mit anderen Strukturen des Kniebandapparates. Insbesondere eine kräftige, knieumgreifende Muskulatur hilft bei der Stabilisierung und ist nach Verletzungen unersetzlich.

Verletzungen der Kreuzbänder entstehen meist aufgrund indirekter Gewalteinwirkung. Sehr häufig entstehen solche Verletzungen in Körperkontaktsportarten.
Beim vorderen Kreuzbandriss sind Frauen 2-9 mal häufiger betroffen als Männer. Die Ursache für diese ungleiche Verteilung ist nicht ganz klar. Diskutiert werden vermehrte X-Beinstellung, Hormone oder unterschiedliches Bewegungsmuster des weiblichen Geschlechts. Die Verletzung führt zur Bildung einer vorderen Innstabilität (vorderen Schublade) im Kniegelenk. Meistens sind noch andere Strukturen wie Gelenkkapsel, Innenband und Meniskus mit verletzt.

Beim hinteren Kreuzbandriss kommt es zur Ausbildung einer hinteren Instabilität (hintere Schublade). Die Verletzung ist eher selten. Zusätzlich werden häufig noch weitere hintere Stabilisatoren im Kniegelenk verletzt.

Mit modernsten diagnostischen und therapeutischen Verfahren werden bei uns Verletzungen im Kniegelenk sicher erkannt und therapiert. Ein fürsorgliches, engagiertes und freundliches Team koordiniert hierbei alle nötigen Termine für Sie.

Grundsätzlich muss je nach Anforderungen an Ihr Kniegelenk für jeden Patienten eine individuelle Therapieentscheidung getroffen werden. Leistungssportler haben weitaus höhere Belastungsanforderungen an ihr Kniegelenk als ein "Normalbürger". Das Ziel jeder Therapie ist ein stabiles und gut funktionierendes Kniegelenk und eine Minimierung frühzeitiger  Verschleißerscheinungen. Je nach Grad der Verletzung und Anforderung an das Kniegelenk reichen oftmals rein konservative Behandlungsverfahren. Hierbei steht v.a. der Aufbau einer kräftigen knieumgreifenden Muskulatur im Vordergrund.

Leistungssportlern wird in der Regel direkt ein operativer Kreuzbandersatz empfohlen. Mit minimalinvasiven Verfahren werden in unserer Klinik Kreuzbandersatzplastiken durchgeführt. Hierbei werden die Sehnen der ischiocruralen Muskulatur als Kreuzbandersatz benutzt. Entscheidend für den Erfolg der Operation ist ein schneller physiotherapeutischer Aufbau der knieumgreifenden Muskulatur.
 

Meniskusriss

Ein Meniskus ist ein C-förmiger Faserknorpel im Kniegelenk. Im menschlichen Kniegelenk gibt es den Außen- und Innenmeniskus. Ihre Aufgabe ist die Druck- und Kraftübertragung der beiden Gelenkflächen des Oberschenkelknochen und des Schienbeins. Im Großen und Ganzen spürt der Mensch seine Meniski ohne Vorliegen einer Pathologie nicht.

Vor allem Sportler in Kontaktsportarten sind von akuten Verletzungen betroffen. Durch schnelle Dreh-, Beuge- und Streckbewegungen kann es zu schmerzhaften Einrissen kommen. Gleichzeitig schwillt nach einem Trauma in den kommenden Stunden in den meisten Fällen das Knie deutlich an und
es befindet sich spürbar Flüssigkeit im Gelenk. Als Primärmaßnahme kann auch zuhause schon das sogenannte PECH-Schema (Pause, Eis, Kompression, Hochlagern) angewandt werden.
Mit modernsten diagnostischen und therapeutischen Verfahren werden bei uns
Meniskusschäden behandelt.

In manchen Fällen kann die Diagnose durch eine klinische Untersuchung gesichert werden. In den meisten Fällen erfolgt zum Nachweis eine MRT-Untersuchung, gleichzeitig können eventuelle Begleitverletzungen erkannt werden.

Therapeutisch ist in den meisten Fällen eine Operation mittels  Schlüssellochtechnik indiziert.
Hier kann je nach intraoperativen Befund der Meniskus refixiert oder weggenommen werden.
Da der Meniskus sehr schlecht durchblutet wird ist die Refixation nur möglich, wenn es sich um eine relativ frische Verletzung handelt und der Abriss gelenkkapselnah erfolgte.

Postoperativ erfolgt je nach Operation eine entsprechende Nachbehandlung. Nach Refixation darf postoperativ nur eine Teilbelastung an Unterarmgehstützen erfolgen, um den Meniskus eine Anwachschance zu geben. Nach einer Teilresektion kann postoperativ direkt eine schmerzadaptierte Vollbelastung erfolgen. Eine physiotherapeutische Therapie zum Muskelaufbau und zur Verbesserung der Beweglichkeit ist sehr empfehlenswert.
 

Osteochondrosis dissecans

Die OD ist eine umschriebene, linsen- bis pflaumenkerngroße aseptische Knochennekrose. Die Nekrosezone ist durch einen Sklerosesaum von der Durchblutung abgetrennt. Diese abgesonderte Zone kann an Ort und Stelle verbleiben oder als freier Gelenkkörper durch das Kniegelenk schwimmen. Durch die Abbauprodukte des Gelenkknorpels kann es zu Reizerscheinungen im Kniegelenk mit Gelenkserguss kommen. Die Ätiologie ist noch nicht klar. Es werden hauptsächlich mechanische Faktoren als ursächlich diskutiert.

Erste Hinweise sind Auftreten von uncharakteristischen, belastungsabhängigen Schmerzen. Gelegentlich zeigt sich Schwellung und Erguss im Kniegelenk. Falls ein freier Gelenkkörper vorliegen sollte, sind Einklemmungserscheinungen typisch.

Mit modernsten diagnostischen und therapeutischen Verfahren werden bei uns auch hier die Ursachen der Beschwerden sicher erkannt und therapiert. Ein fürsorgliches, engagiertes und freundliches Team koordiniert hierbei alle nötigen Termine für Sie.

Oftmals bietet ein Röntgenbild Hinweise oder es kann bei typischer Klinik die Diagnose gestellt werden. In den meisten Fällen wird aber zu genaueren Analyse eine Kernspinndiagnostik durchgeführt. Hier kann genauestens die Ausprägung des Befundes vermessen werden.

Die Therapieoptionen sind je nach Befund unterschiedlich. Bei manchen Patienten kann noch eine  konservative Therapie unter strengen Verlaufskontrollen erfolgen. Bei fortgeschritteneren Stadien stehen verschiedene minimalinvasive Operationsverfahren zurVerfügung. Zur Verbesserung der Durchblutung kann die Defektzone (retrograd oder antegrad)angebohrt werden. Hierdurch soll es zum Einwandern von Stammzellen und Wachstumsfaktoren kommen, welche einen Defektknorpel bilden. Bei wie ausgestanzten Defekten kann ggfs. auch eine Knorpelzelltransplantation erfolgen. Oftmals kann dies erst intraoperativ entschieden werden, da auch die MRT-Diagnostik nicht alle Details zeigen kann.

Postoperativ efolgt in den meisten Fällen eine Teilbelastung an UA-Gehstützen. Abschließend sollte zum Aufbau der knieumgreifenden Muskulatur eine physiotherapeutische Therapie erfolgen.
 

Patellaluxation

Wie der Name schon sagt handelt es sich hierbei um eine aus der knöchernen Führung gesprungene Kniescheibe. Normalerweise springt die Kniescheibe sofort wieder in ihre ursprüngliche Stellung zurück. In den meisten Fällen luxiert sie nach außen. Ursachen hierfür sind knöcherne Fehlausbildung der femeropatellaren Gleitlagers, und Achsfehlstellungen, Muskeldysbalancen in der vorderen Oberschenkelmuskulatur können fördernd wirken. Als Folgen können schwerwiegende Knorpelschäden entstehen.

Durch das Ausrenken nach außen wird meistens auch der bandartige Halteapparat auf der Knieinnenseite (Retinakulum) zerrissen, welches die Schmerzen dort erklärt. Oftmals verbleibt auch nach sofortiger Reposition ein Knieschmerz. Erguss und Schwellung können auftreten.

Diagnostisch erfolgen die Röntgen-Aufnahme des Kniegelenks und spezielle Kniescheibenaufnahmen. Hieraus kann ggfs. direkt die Ursache für die Verrenkung erkannt werden. Bei anhaltenden Schmerzen sollte eine MRT-Diagnostik erfolgen, um Verletzungen des Knorpels oder des Halteapparates diagnostizieren zu können.

Als Therapie kann bei Erstluxation ein konservativer Versuch unternommen werden. Mit intensiver Physiotherapie soll nach Abklingen der Schmerzen besonders ein Oberschenkelmuskel (M. vastus medialis) auftrainiert werden. Dieser liegt auf der Oberschenkelinnenseite und verändert den Zug der Kniescheibe nach innen.

Bei wiederholter Luxation ist in den meisten Fällen eine operative Therapie indiziert. Hier muss je nach individuellem Befund ein passendes Verfahren geplant werden. Es werden reine Weichteileingriffe von kombinierten knöchernen Eingriffen unterschieden. Bei allen Verfahren muss natürlich auch postoperativ eine intensive Physiotherapie zum Aufbau der knieumgreifenden Muskulatur erfolgen

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Schulter

Das Schultergelenk

Das Schultergelenk besteht aus dem Oberarm (Humerus),dem Schulterblatt (Skapula) und dem Schlüsselbein (Klavikula). Zusammengehalten wird es durch die Rotatorenmanschette.

Die Rotatorenmanschette besteht beim Menschen aus vier Muskeln: Dem Obergrätenmuskel (lat.: musculus supraspinatus), dem Untergrätenmuskel, (lat.: musculus infraspinatus), dem Unterschulterblattmuskel (lat.: musculus subscapularis) und dem kleinen runden Muskel des Schultergelenks (lat.: musculus teres minor). Das Schulterdach wird vom oberen, seitlichen Rand des Schulterblattes (Acromion) gebildet. Unter dem Akromion verläuft die Sehne des Msk Supraspinatus.

Zwischen Sehne und Akromion liegt ein Schleimbeutel (Bursa subacromialis). Die Rotatorenmanschette fixiert den Kopf des Oberarmknochens (Os humerus) in seine flache Gelenkpfanne (Glenoid) und ermöglicht viele Bewegungsmöglichkeiten (u.a. Rotation, Elevation, Abduktion, Adduktion im Schultergelenk). Der Nachteil dieser anatomischen Bauweise liegt in seiner knöchernen Instabilität, da keine knöcherne Führung vorliegt. Somit ist das Schultergelenk sehr empfindlich für muskuläre Verletzungen.
 

Impingement-Syndrom der Schulter

Das sog. Impingement-Syndrom (englisch: Impingement = Zusammenstoß) bezeichnet eine Funktionseinschränkung des Schultergelenkes, welches durch das Einklemmen von Sehnenanteilen der Rotatorenmanschette und des Schleimbeutel erzeugt werden kann (s. Aufbau des Schultergelenkes).
Hierbei werden beim Heben des Armes die Sehne und der Schleimbeutel gegen das Schulterdach gepresst.

Normalerweise ist unter dem Schulterdach genug Platz für den Schleimbeutel und die gleitenden Sehnen. Bei vermehrt Überkopfarbeiten, vermehrten Wurfaktivitäten oder andere sich ständig wiederholende Tätigkeiten kann dies zu degenerativen Veränderungen der Rotatorenmanschette und Reizung des Schleimbeutels führen. Dieses kann durch Knochensporne oder bestimmten Formen des Schulterdaches gefördert werden.

Die Entzündung des Schleimbeutels kann sich im schlechtesten Fall chronifizieren. Patienten mit einem Impingement-Syndrom stellen sich bei uns in der Klinik mit starken Schmerzen im Schultergelenk vor. Das Anheben des Armes erzeugt ab einer gewissen Höhe starke Beschwerden in der Schulter (Schmerzvoller Bogen). Teilweise ist die Beweglichkeit im Gelenk schon eingeschränkt.

Das Impingement-Syndrom wird mittels einer ausführlichen orthopädischen Funktionsuntersuchung diagnostiziert. Ein Röntgenbild des Schultergelenks und ggfs. eine Kernspintomographie zeigt noch weitere Details (Knochensporne, Verkalkungen), welche wichtig für die folgenden Therapieoptionen sind. Oftmals reicht bei einem Impingement-Syndrom der Schulter eine konservative Therapie aus und es wird keine Operation benötigt. Initial werden neben der Schonung der Schulter Maßnahmen zur Schmerzstillung sowie Akupunktur und Kryotherapie eingesetzt.

Auch eine Kortisoninjektion gepaart mit einem Lokalanästhetikum kann zur Beruhigung des Gelenkes beitragen. Hierbei besteht aber die Gefahr der Einschleppung von Keimen und degenerativen Veränderungen der Sehnen. Es sollte deshalb nur gezielt vereinzelt durchgeführt werden. Im Verlauf sollten dann physiotherapeutische Maßnahmen erfolgen. Kann mit diesen Maßnahmen keine ausreichende Schmerzstillung erreicht werden, gibt es verschiedenste operative Verfahren, die in unserer Klinik zur Anwendung kommen. Hierbei muss - je nach radiologischem Befund - individuell für jeden Patienten entschieden werden, welche operativen Schritte notwendig sind (z.B. Bursektomie, Akromionplastik, subacromiale Dekompression). Diese Schritte werden mit unseren Patienten ausführlich in unserer Sprechstunde besprochen.
 

Tendinosis calcarea

Die Verkalkung von Sehnen der Rotatorenmanschette (siehe Aufbau Schultergelenk) tritt bei 2-3% der Bevölkerung zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Sie wird auch als Tendinosis calcarea bezeichnet. Die Sehnen der Rotatorenmanschette degenieren im Verlauf des Alterns und können hierbei Kalziumkristalle einlagern.

Der Msk. supraspinatus ist der hierbei am häufigsten betroffene Muskel. Patienten mit einer Tendinosis calcarea stellen sich mit Schmerzen in der Schulter vor. Diese sind meistens bewegungsabhängig und treten bevorzugt beim seitlichen Anheben des Armes auf. Beim akzidentiellen Eröffnen des Herdes in das Gelenk und/oder des Schleimbeutels kommt es häufig zu akuten Verschlechterungen.

Unsere Patienten werden zunächst einer ausführlichen orthopädischen Untersuchung und weiterführenden Diagnostik unterzogen. Bei letzterer stehen uns alle modernen radiologischen Verfahren zur Verfügung. Therapeutisch erfolgt initial eine konservative Therapie. Akut wird der Patient mit antientzündlichen und schmerzstillenden Medikamenten versorgt. Schonung und Kühlung des Gelenkes sollten erfolgen. Zusätzlich können noch weitere physiotherapeutische Maßnahmen erfolgen.

Sollten diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen und weiterhin Beschwerden bestehen können physikalische Maßnahmen angewandt werden. Hierbei kann u.a. mittels extrakorporaler Stoßwellenlithotripsie versucht werden, Kalkdepots in den Sehnen aufzulösen. Bei Beschwerdepersistens hilft dann oftmals nur der operative Eingriff. Hier wird im Rahmen einer Gelenkspiegelung der Kalkherd aufgelöst und das Gelenk gespült ggfs. muss intraoperativ eine Mini-Inzision durchgeführt werden um das Kalkdepot vollständig zu entleeren. Eine sofortige physiotherapeutische Beübung am ersten postoperativen Tag erfolgt noch auf Station.
 

Die Schulterluxation

Bei den Ausrenkungen des Schultergelenks wird zwischen einer traumatischen und einer habituellen unterschieden. Der letzteren Form liegt meistens eine starke Verletzung der Schulter in der Vergangenheit (Auskugelung, msk. Verletzung) zu Grunde.

Bei chronischen Belastungen, akuten Sportverletzungen oder Stürzen auf den ausgestreckten Arm, kann es zu einer Verletzung der Muskelstrukturen oder Abrissen der Muskelansätze an den Knochen kommen. Hierdurch ist, bei oben beschriebener anatomischer Besonderheit des Schultergelenks, dieses nun so geschwächt, dass es schon bei leichten Belastungen zu Auskugelungen (sog. Luxationen) des Schultergelenks kommen kann.

Als ausgewiesener Schwerpunkt unserer Klinik beschäftigen wir uns mit akuten Sportverletzungen der Schulter. Wir versorgen seit vielen Jahren Patienten mit Schulterverletzungen, wie Rupturen der Rotatorenmanschette und Luxationen des Schultergelenks. Dabei legen wir größten Wert auf die modernsten diagnostischen Verfahren, die neuesten Operationstechniken und die bestmögliche interdisziplinäre Versorgung.

Ein sehr gutes Physiotherapeutenteam und speziell geschulte Pflegekräfte ermöglichen postoperativ den schnellstmöglichen Beginn der Rehabilitation. Zusätzlich wird durch die präoperative Einlage eines Schmerzkatheters durch die Kollegen aus der Anästhesie eine postoperative, lokal gezielte Schmerzfreiheit ermöglicht.

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