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10.04.2013 09:34

Forschungsgebiete

Stereotaktisch fraktionierte oder einzeitige Hochpräzisionsstrahlentherapie

Anwendung bei hirneigenen Tumoren und Tumoren der Schädelbasis: unter Verwendung eines spezialisierten Linearbeschleunigers (fraktionierte Radiotherapie) oder des Gamma-Knife (Radiochirurgie) können vorgenannte Tumore auf der Basis computertomographischer und kernspintomographischer Bilder fokussiert mit Hilfe stereotaktischer Zielkoordinaten präzise bestrahlt werden, verbunden mit einer maximalen Entlastung umgebender Organe und Gewebe. Der Kopf wird in einer Kopfmaske bzw. einem starren Kopfring positioniert und so in exakter Lage fixiert.
Anwendung bei bösartigen Tumoren der Lungen und entlang der Wirbelsäule sowie bei Tumorabsiedlungen in der Leber und der Lunge: die Strahlanwendung erfolgt am Linearbeschleuniger (fraktionierte Radiotherapie oder Radiochirurgie). Der Körper wird auf einem Vakuumkissen in einer Halbschale positioniert. Die Halbschale erlaubt eine exakte Zuordnung der Tumorregion über Zielkoordinaten. Die Berechnung der Dosisverteilung erfolgt ebenfalls mittels dreidimensional rekonstruierter computertomographischer Bilder.

Intraoperative Radiotherapie (IORT)
Mit dem Einsatz eines spezialisierten fahrbaren Elektronen-Linearbeschleunigers kann die Strahlung nach operativer Tumorfreilegung oder Tumorentfernung noch während des operativen Eingriffes über ein Röhrensystem gebündelt an das Tumorbett geführt werden. Das Gerät ist selbstabschirmend. Bewegliche Organe des Körpers wie z.B. Darmanteile, Leber, Blase, können durch Heraushalten aus dem Strahlfeld ideal geschont werden. Diese Form der Strahlanwendung wird in der Regel eingesetzt bei bösartigen Tumoren des Enddarmes, des Magens, bösartigen Tumoren der Weichgewebe und beim Brustkrebs.

   

Seed-Implantation bei Prostatakarzinomen
Neben den fokussierten Bestrahlungstechniken, bei denen der Strahl gezielt von außen in den Körper gelenkt wird, kann beim kleinen Prostatakarzinom eine innere Bestrahlung mit radioaktivem Jod erfolgen. Die Seeds werden nach dreidimensionaler Planung der gewünschten Dosisverteilung mittels Nadeln über den Dammbereich in die Prostata eingelegt und verbleiben dort. Die lokal begrenzte Abstrahlung entsprechend den bekannten Halbwertszeiten erlaubt eine ausreichend hohe Dosis mit reduzierter Belastung von Enddarm und Blase. Diese Strahlanwendung wird in enger Kooperation mit der Urologischen Klinik durchgeführt.

   

Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT)
Das aus einer Richtung auftreffende Strahlfeld wird in beliebige Felder aufgeteilt, um die Dosisintensität innerhalb des Zielgebietes feiner verteilen zu können. Ermöglicht wird diese Technik durch den Einsatz moderner digital gesteuerter Linearbeschleuniger mit Multi-Leaf-Kollimatoren (SLi+, Precise) und der Berechnungsmöglichkeit über spezielle EDV-Bestrahlungsplanungsprgoramme. Diese Technik erlaubt eine noch bessere Anpassung der Dosisgabe an das unregelmäßig geformte Zielgebiet und wird in erster Linie eingesetzt beim Prostatakarzinom und den Lungentumoren. Diese Technik wird bei hirneigenen Tumoren, Tumoren der Schädelbasis und Tumoren entlang der Wirbelsäule kombiniert mit der stereotaktisch fraktionierten Präzisionsbestrahlung.

 

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