Seedimplantation bei der Behandlung des Prostatakarzinoms

Die erfolgreiche Behandlung eines Prostatakarzinoms mittels Strahlentherapie erfordert eine hohe Strahlendosis. Mit dem Einbringen radioaktiver Quellen in das Gewebe kann die Strahlendosis gleichzeitig fokussiert und erhöht werden. Seit Ende 1999 bietet unsere Klinik die Seedimplantation (Seed = Samen, Korn) zur Behandlung des Prostatakarzinoms an. Seit Anfang 2004 steht diese spezielle Methode aufgrund eines neuen Abrechnungssystems (DRG) für Patienten aller Kassen ohne spezielle Einzelanträge zur Verfügung.

In den letzten 15 Jahren konnte sich die computer- und bildgestützte Seedimplantation weltweit etablieren. Die Häufigkeit der Seedimplantationen hat in den USA bereits die Häufigkeit der radikalen Prostatektomie überschritten. Als Radionuklid wird Jod-125 verwendet (Halbwertzeit 60 Tage). Die Seeds werden über Hohlnadeln in Nahtmaterial mit Abständen von 1cm eingebettet (Rapid Strand®), als Ketten von meist 2-5 Seeds, implantiert. Die Gesamtzahl beträgt pro Behandlung meist zwischen 40 und 60.

Voraussetzungen:

  • Stadium T2a; Tumor in der Stanzbiopsie nur auf einer Seite
  • PSA-Wert <10ng/ml
  • Gleason Score <7
  • Prostatavolumen liegt unter 50cm³


Methode:

Der Patient wird in Steinschnittlage positioniert und eine Ultraschallsonde über den Enddarm platziert und fixiert. Es werden Schnittbilder der Prostata in 5mm-Abständen erstellt und nach Datentransfer am Computer mit der Planungssoftware weiter verarbeitet.

Ein Implantationsplan wird erstellt, nach dem die Seeds mit hoher Präzision unter Ultraschall- und Durchleuchtungskontrolle an den entsprechenden Koordinaten abgelegt werden. Der Eingriff erfolgt üblicherweise in Rückenmarknarkose. In einer Computertomographie 4-6 Wochen nach der Implantation erfolgt eine Kontrolle der Seedposition und der Dosisabdeckung der Prostata.


Vorteile:

  • gleiche Effektivität wie andere Methoden (z. B. radikale Prostatektomie)
  • kurze Behandlungszeit
  • kurze Erholungszeit (Teilnahme am Alltagsleben unmittelbar möglich)
  • niedrige Komplikationsrate insbesondere im Hinblick auf Inkontinenz und Impotenz


Notwendige Patientenunterlagen:

  • klinischer Untersuchungsbefund (Tastbefund, ev. Ultraschallbefund)
  • Histologie
  • falls durchgeführt: Harnflow- und Restharnuntersuchung; Bildgebung (CT, Skelettszintigraphie - bei Erfüllung der Kriterien zur Seedimplantation Durchführung üblicherweise nicht indiziert)