Maßnahmen zur Qualitätssicherung in der
Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie

Aufgabe jeder ärztlichen Behandlung ist die Erzielung eines für den Patienten individuellen und optimalen Ergebnisses. Wir nehmen nicht nur an gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen der Qualitätskontrolle und -sicherung teil. Darüber hinaus versuchen wir mit innerklinischen und Klinik-übergreifenden Qualitätsmaßnahmen unsere Arbeit täglich zu verbessern und ständig kritisch zu überprüfen. In der Klinik für Unfallchirurgie sind PD Dr. Matthias Knobe und Dr. Matthias Wollgarten für das Qualitätsmanagement verantwortlich.


Klinik-internes Qualitätsmanagement:

1) Um die innerklinischen Abläufe zu verbessern und aufgetretene Komplikationen zu besprechen hat die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie neben der wöchentlich mittwochs stattfindenden Klinikfortbildung (gemeinsam mit der Klinik für Orthopädie) eine spezielle Komplikationskonferenz eingerichtet, die immer am letzten Donnerstag im Monat stattfindet. Hier werden innerklinische Behandlungsabläufe und Komplikationen in aufbereiteter Form re-evaluiert und mögliche Verbesserungen für den klinischen Alltag umbesetzt – auch im Kontext der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse.

2) Zusätzlich wurden für alle Mitarbeiter einsehbare standardisierte Behandlungsempfehlungen, so genannte SOP’s („Standard Operating Procedures“) hinterlegt, die für alle gängigen Verletzungsformen jeweils standardisierte Behandlungsabläufe definieren.

3) Als Universitätsklinikum sind wir insbesondere auch auf die Behandlung von Komplikationsfällen ausgelegt. Hierzu gehören u.a. die Behandlung von periprothetischen Frakturen, Pseudarthrosen, Fehlstellungen, aber auch Extremitätenverlängerungen und zuletzt die Behandlung von komplexen Weichteil- und Knochendefekten und –infekten.
Letztere erfolgt natürlich neben der chirurgischen Infektsanierung auch in enger Kooperation mit dem Zentralbereich für Krankenhaushygiene und Infektiologie. Hier wurde speziell eine „infektiologische Visite“ eingerichtet, die immer dienstags sowie zusätzlich auf Anfrage stattfindet und die Behandlungsstrategie sowie medikamentös-antibiotische Therapie entsprechend der aktuellen Behandlungsempfehlungen festlegt.

4) Außerdem nimmt die Klinik an den gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen der Qualitätskontrolle und -sicherung teil. Hierzu gehören u.a. die externe Qualitätssicherung (EQS) bei der Behandlung von Hüftgelenksnahen Frakturen sowie in der Implantation sowie im Wechsel von Hüft-Endoprothesen nach stattgehabtem Trauma. (insbes. Module 17/1 + 17/3) . (http://www.qs-nrw.de)
 
5) Darüber hinaus verfahren wir im OP nach dem Standard des internationalen WHO-Projektes „Action on Patient Safety: High 5s“ mit der Behandlungs-Maxime der Safe-Surgery.
Das High 5s-Projekt wurde im Jahr 2006 von der World Health Organization (WHO) initiiert, um beim weltweit relevanten Thema Patientensicherheit aktiv zu werden. Die Bezeichnung "High 5s" leitet sich von der ursprünglichen Intention des Projekts ab, nämlich die Reduzierung von 5 schweren Patientensicherheitsproblemen in 5 Ländern über 5 Jahre. (http://www.high5s.org

Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) und das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) sind für die Durchführung des internationalen WHO-Projekts High 5s in Deutschland verantwortlich. Beide Organisationen setzen sich seit mehreren Jahren gemeinsam für eine sichere Gesundheitsversorgung in Deutschland ein. Es wurden bereits eine Reihe von Projekten zur Erforschung, Entwicklung und Verbreitung dazu geeigneter Methoden durchgeführt und begleitet (z.B. Herausgabe von Empfehlungen für Krankenhäuser, Entwicklung von Trainingsmaterialien, etc.). Die Uniklinik RWTH Aachen ist eines von derzeit insgesamt 21 Krankenhäusern, die an dem Projekt teilnehmen.

Klinik-übergreifendes Qualitätsmanagement:

1) Über die innerklinischen Abläufe hinaus besteht eine Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen, z. B. der Arbeitsgruppe „Beckenchirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und die Teilnahme am Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.

2) Als zertifiziertes überregionales Traumazentrum im Traumanetzwerk EURegio Aachen organisieren wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnerkrankenhäusern regelmäßige TNW-Fortbildungsveranstaltungen zur Verbesserung der Behandlungs- und Organisationsabläufe innerhalb des Traumanetzwerkes.

3) Im Rahmen des Trauma-Boards werden schwierige Fälle retrospektiv aufgearbeitet und mit den mitbehandelnden Kliniken besprochen, um sowohl gemeinsame Positiv- als auch Negativ-Erfahrungen in die Verbesserung der Behandlung zukünftiger Schwerstverletzter einfließen zu lassen.

4) Die Klinik organisiert neben vielen weiteren Fortbildungsveranstaltungen u.a. den „Cooperative Course Polytrauma Management - Beyond ATLS“ - gemeinsam mit der MHH (Hannover), University of Leeds (UK) und der University of Pittsburgh (USA). (www.poltraumacourse.com)
                                       
5) Außerdem werden die klinischen Erfahrungen auf wissenschaftlichen Kongressen und Fortbildungen im In- und Ausland vorgetragen und in Fachzeitschriften und Fachbüchern veröffentlicht.