Fusionsbiopsie, HIFU und da Vinci-Prostatektomie

Beim 8. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Roboter-assistierte Urologie standen innovative Techniken im Fokus

Neben dem da Vinci-Operationsroboter (z. B. zur Prostataentfernung bei Prostatakrebs) waren innovative Techniken in der Urologie ein wichtiges Thema auf dem diesjährigen DRUS Kongress in Mainz. Dr. med. Christian Bach, Leiter der Sektion Robotische Urologie, berichtet, dass die mpMRT Fusionsbiopsie (auch MRT/Ultraschall gesteuerte Prostatabiopsie genannt) als modernes Verfahren der Prostatakrebs-Diagnostik sowohl in Vorträgen als auch bei einem live durchgeführten Eingriff ausführlich präsentiert wurde. Es zeichnet sich hier immer mehr ab, dass dieses Verfahren – wie es auch bereits in der Urologie der Uniklinik RWTH Aachen durchgeführt wird - zukünftig in der Diagnostik von Prostatakrebs eine wichtige Rolle spielen wird. Als weitere live Operation gezeigt wurde auch eine Prostatakrebs-Behandlung mit HIFU, bei der das Focal One® Gerät benutzt wurde, mit dem die Klinik für Urologie der Uniklinik bereits ausführlich Erfahrung gesammelt hat.

Bezüglich robotischer Chirurgie zeigt sich, dass die radikale Prostatektomie mit der da Vinci-Methode einen solch hohen Standard erreicht hat, dass dieses Verfahren nur noch in Feinheiten verbessert werden kann. Die Vorteile dieses minimal-invasiven Verfahrens bezüglich geringeren Schmerzen und Blutverlaust und schnellerer postoperative Erholung sind über die letzten Jahre sehr deutlich geworden. Nachteile sind allerdings immer noch die hohen Kosten für das Krankenhaus, sodass manche Kliniken eine Zuzahlung seitens des Patienten verlangen. Dies ist in Aachen nicht erforderlich.

Die da Vinci Methode scheint sich auch im Bereich der radikalen Zystektomie (Blasenentfernung) bei Blasenkrebs durchzusetzen, besonders die geringere Patientenbelastung wird als sehr vorteilhaft gesehen. Allerdings ist die Bewertung der Studien zu diesem Thema schwierig, da in der Vergangenheit viele verschiedene robotische Operationstechniken in einen Topf geworfen wurden, was einen genauen Vergleich erschwert. Es wird jedoch deutlich, dass die wahren Vorteile des da Vinci erst zu tragen komme, wenn die Harnableitung (Konduit oder Neoblase) auch mit dem Roboter durchgeführt wird - und nicht auf dem traditionellen Weg mittels Bauchschnitt. Eine gute Übersicht über das Thema findet such auch in den EAU Guidelines „Muscle-invasive and Metastatic Bladder Cancer“.

Letztlich ist anzumerken, dass auch die minimal invasive Nierenteilresektion bei Nierenkrebs nach der da Vinci Methode in Deutschland immer mehr Akzeptanz gewinnt und an immer mehr Zentren angeboten wird. Dies spiegelt sich auch so in den S3-Leitlinien wider, obwohl hier nicht zwischen Laparoskopie (manueller Schlüssellochtechnik) und Robotik unterschieden wird und der offene Eingriff immer noch als Standard gewertet wird.

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