Wie die da Vinci-Operationsmethode die Landschaft der medizinischen Weiterbildung ändert

Mit der immer weiteren Verbreitung von Laparoskopie (Schlüssellochchirurgie) und der da Vinci©-Operationsmethode wurde es einfacher, Operationen live – z. B. während eines Kongresses – durchzuführen und einem Fachpublikum zu Lehrzwecken zu übertragen.

Dies hat den unschätzbaren Vorteil, dass die Teilnehmer den Experten direkt „auf die Finger“ schauen und den Operateuren Fragen zum chirurgischen Vorgehen stellen können. Es gibt aber auch Kritik an Live-Operationen, z. B. fühlen sich einige Chirurgen durch zu viele Fragen aus dem Publikum gestört. Die European Association of Urology hat deswegen zu diesem Thema genaue Richtlinien verfasst, in welchen besonders auf Patientensicherheit geachtet wird.

Ein leicht abgewandeltes Konzept hat die Semi-Live Konferenz in Heidelberg verfolgt, von der Dr. med. Christian Bach, Leiter der Sektion Robotische Urologie der Klinik für Urologie an der Uniklinik RWTH Aachen berichtet: „Auf dieser Veranstaltung wurden von international anerkannten Experten Videoaufzeichnungen von Operationen vorgestellt und live kommentiert. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass der Operateur nicht dem Stress einer richtigen Live-Operation ausgesetzt ist und das Video zu jedem gegebenen Zeitpunkt stoppen kann, um beispielsweise Fragen zu beantworten oder einen OP-Schritt näher zu kommentieren. Gezeigt wurden unter anderem Videos mit technischen Feinheiten bei der radikalen Entfernung der Prostata (bei Prostatakrebs), der da Vinci©-Operation bei Blasenkrebs, der Entfernung von Nierentumoren mit der da Vinci-Methode und auch seltener Eingriffe wie Salvage Lymphadenektomie und Salvage Prostatektomie, wie sie auch an der Uniklinik RWTH Aachen robotisch durchgeführt werden.“

Laut Dr. Christian Bach gibt es mittlerweile kaum noch eine Operation, die sich nicht minimal-invasiv mit dem da Vinci©-Operationsroboter von Intuitive Surgical in exzellenter Qualität durchführen lässt. Er sieht damit den Kurs der Klinik für Urologie bestätigt, vermehrt auf dieses Verfahren zu setzten. 

Für Presserückfragen wenden Sie sich bitte an:

Uniklinik RWTH Aachen
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Dr. Mathias Brandstädter
Tel. 0241 80-89893
kommunikationukaachende