Ausweitung der Einsatzmöglichkeiten des daVinci Operationsroboters

Dr. med. Christian Bach, Leiter der Sektion Robotische Urologie, berichtet vom Europäischen Kongress für Robotische Urologie in Mailand:

Die immense Zahl der Teilnehmer und die Größe des Kongresses zeigen klar, wie fest sich roboterassistierte Chirurgie mittlerweile in der Urologie etabliert hat. Standardoperationen mit dem daVinci Operationsroboter sind die komplette Prostataentfernung (radikale Prostatektomie), die Nierenteilresektion bei Nierentumor und die Nierenbeckenplastik bei Harnleiterabgangsenge. Auch die komplette Harnblasenentferung bei Blasenkrebs (radikale Zystektomie) wird schon in vielen Zentren angeboten, diese wird allerdings immer noch in nur wenigen Abteilungen komplett minimal-invasiv durchgeführt, d.h. mit einer intrakorporal (minimal-invasiv im Körper) gefertigten Harnableitung was immense Vorteile für den Patienten hat.

Bemerkenswert ist, dass sich die Möglichkeiten der Robotertechnik immer mehr erweitern. Als Live-Operation wurden z.B. die Entfernung von ausgedehnten Lymphknoten im Bauchraum bei Hodenkrebs gezeigt. Wenn die onkologischen Ergebnisse sich bei dieser Operation als gut herausstellen, dann wäre dies eine gute Nachricht für unsere Patienten, da ein solcher Eingriff extrem belastend ist, wenn er traditionell offen durchgeführt wird. Ebenso gezeigt wurde die Technik der robotischen Entfernung von Leistenlymphknoten bei Peniskarzinom. Auch dies könnte bezüglich Nebenwirkungen und Komplikationen eine deutliche Verbesserung für unsere Patienten darstellen. 

Es sieht auch so aus, als käme Bewegung in den Markt für robotische Operationssysteme – die Firma Titan Medical hat ein neues System vorgestellt, welches mit Spannung erwartet wird.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich die Robotertechnik mit großen Schritten weiter entwickelt, sich die Einsatzgebiete ausweiten und diese Technik bereits heute nicht mehr aus der operativen Patientenversorgung wegzudenken ist.

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