Blase

Blasenkrebs - innovative Diagnostik ermöglicht Organerhalt

Dass Rauchen der Gesundheit schadet, steht ja mittlerweile auf jeder Zigarettenpackung. Nikotin verursacht bekanntermaßen nicht nur Lungenkrebs, es ist auch ein Risikofaktor für eine Erkrankung, die auf dem ersten Blick gar nicht mit diesem Laster in Verbindung zu stehen scheint: Harnblasenkrebs. Es ist die 5. häufigste bösartige Tumorart bei Mann und Frau, wobei es zu zwei Dritteln der Betroffenen Männer und zu einem Drittel Frauen sind. Als Verursacher dieser Krebsart gelten vor allem aromatische Amine, die beim Tabakrauchen freigesetzt werden.

Etwa 70 Prozent der Harnblasentumore werden frühzeitig entdeckt und zum Zeitpunkt der Diagnose ist lediglich die Oberfläche der Organe befallen. In diesen Fällen kann die Erkrankung durch minimal eingreifende Maßnahmen therapiert werden. Bei rund 30 Prozent der Patienten ist der Tumor jedoch bereits in die Muskulatur oder tiefer ins Körperinnere eingedrungen. Dann helfen oft nur radikalere Operationstechniken.

Seit langem befasst sich das Team um Professor Dr. Thomas-Alexander Vögeli, Direktor der Klinik für Urologie an der Uniklinik RWTH Aachen, mit der Verbesserung von Diagnostik und Therapie des Harnblasentumors. Um die Rückfallrate möglichst gering zu halten und auch Tumoren im Anfangsstadium erkennen zu können, die mit der herkömmlichen Methode der Blasenspiegelung nicht zu erfassen sind, wendet die Klinik für Urologie die sogenannte Methode der Floureszenzzystoskopie an. Hierbei wird die Blase mit einer floureszierenden Flüssigkeit versehen, sodass bei der Operation auch kleine, primär unverdächtige Areale erkannt und entfernt werden können. Auf diese Weise sinkt die Gefahr eines Rückfalls um etwa 30 bis 40 Prozent, auch das Risiko, an Blasenkrebs zu sterben, lässt sich dank dieser Methode deutlich reduzieren.

Hat der Blasentumor aber bereits die Muskeln der Organe geschädigt, stellt die radikale Entfernung der befallenen Organe samt regionärer Lymphknoten wie Harnblase, Harnröhre oder Gebärmutter bei der Frau oder beim Mann die operative Entfernung der Prostata, Samenblasen, Harnblase die Standardtherapie dar. Die Ersatzblase wird aus Dünndarm geformt.

Nach diesem Eingriff besteht das Risiko einer Inkontinenz und einer eingeschränkten Sexualität. Bei Männern führt sie trotz nervschonender Operationstechniken häufig zu einem Verlust von Potenz und Ejakulation - was die Lebensqualität, besonders die von jüngeren Patienten, erheblich einschränken kann. Dank verfeinerter Verfahren zur prostataschonenden Entfernung von Zysten, bleibt die Potenz, Ejakulation und Kontinenz bei über 90 Prozent der Patienten erhalten. Allerdings kann diese Operationstechnik nicht bei allen Patienten angewendet werden, da bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Um diese zu überprüfen, werden in der Klinik für Urologie modernste Verfahren genutzt und ein interdisziplinäres Konzept entwickelt, das die verschiedenen Bereiche der Bildgebung, Operation und Pathologie bestmöglich kombiniert.

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