Hoden

Gute Heilungschancen bei Hodenkrebs

Expertenpool hilft bei der Suche nach der richtigen Therapie

Die gute Nachricht zuerst: Hodenkrebs gehört zu den Krebserkrankungen mit sehr guten Chancen auf eine Heilung. Selbst im fortgeschrittenen Stadium bestehen bei der Therapie immer noch gute Erfolgsaussichten. Meist ertasten die Betroffenen die Schwellung des Hodens selbst. Im Vergleich zu anderen Krebsarten ist dieser Krebs eher selten. Bei der Altersgruppe der 20- bis 40-Jährigen stellt der Hodentumor die häufigste bösartige solide Tumorerkrankung dar.

Schwierig ist aber trotz Vorliegen von sogenannten Evidenz-basierten Leitlinien offensichtlich die Festlegung der optimalen Therapie. Untersuchungen der Deutschen Krebsgesellschaft haben gezeigt, dass rund 30 Prozent der Behandlungen von den allgemeinen Leitlinien abweichen. Folge: Die hohe Heilungsrate wird gefährdet. Die Klinik für Urologie der Uniklinik RWTH Aachen gehört zu den führenden Einrichtungen in Sachen Hodentumorbehandlung. Hier verfügen die Ärzte über große Erfahrung in Forschung und klinischer Praxis. Darum wurde die Klinik für Urologie zusammen mit anderen Spezialkliniken von der Deutschen Krebsgesellschaft zum "Zweitmeinungszentrum" ernannt – ein Expertenpool, der niedergelassenen Ärzten als Berater zur Verfügung steht. Besonders, wenn es um die oftmals sehr komplexen operativen Eingriffe zur Entfernung von residuellem Tumorgewebe nach abgeschlossener Chemotherapie geht, zählt die Klinik für Urologie zu den führenden europäischen Zentren.

In Deutschland gibt es rund 4.000 Urologen. Genauso viele Menschen erkranken jährlich an Hodenkrebs. Diese Krebsart ist also relativ selten, darum verfügen die niedergelassenen Ärzte vielfach nicht über den Erfahrungsschatz aus der Praxis, wie dies bei anderen Erkrankungen der Fall ist. Klinikdirektor Prof. Dr. med. Thomas-Alexander Vögeli erklärt: "Mit dem Zweitmeinungszentrum können wir den Kollegen zeitnah Sicherheit geben. Unsere Expertise liegt innerhalb von maximal 48 Stunden vor." So können sich die behandelnden Ärzte über die Befunde austauschen und die Vor- und Nachteile einzelner Therapien erörtern, gleichzeitig werden die Therapievorschläge in einer eigenen Datenbank dokumentiert. Dieser Meinungsaustausch erfolgt über das Internet, in das auch die Befunde und die entsprechenden Dokumente zur Begutachtung eingestellt werden.