da Vinci Entfernung der Harnblase bei Blasenkrebs

Der sogenannte Goldstandard in der Therapie des muskelinvasiven und auch des oberflächlichen Harnblasenkarzinoms vom Hochriskio-Typ ist die radikale Zystektomie, das heißt die komplette Entfernung der Harnblase und der umgebenden Lymphknoten. Mit dieser Operation wird die bestmögliche Krebskontrolle erreicht, was bei dem häufig sehr aggressiven Harnblasenkarzinom wichtig ist. Die Möglichkeiten den Urin nach Entfernung der Harnblase aus dem Körper auszuleiten sind vielfältig, am häufigsten werden jedoch das Urostoma (Ileum-Conduit) und die kontinente Ersatzblase (Ileum-Neoblase) verwendet. Die radikale Zystektomie ist generell eine sehr umfangreiche Operation, jedoch wird durch den minimal-invasiven Eingriff mit dem da Vinci©-System der Krankenhausaufenthalt beträchtlich verkürzt, und dauert in der Regel nicht länger als zwei Wochen. Auch ermöglicht die da Vinci©-Technik alle gängigen Formen der Harnableitung. Obwohl dieses Verfahren noch relativ jung ist, sind die Heilungs- und Komplikationsraten identisch zu der offenen Operation. Besonders bei diesem großen Eingriff ist die geringere Belastung für den Körper durch die minimal invasive da Vinci©-Technik und die damit schnellere Erholung des Patienten vorteilhaft. Diese Operation wird schon in einigen Zentren angeboten, wird allerdings immer noch in nur wenigen Abteilungen komplett minimal-invasiv durchgeführt, das heißt mit einer intrakorporal (minimal-invasiv im Körper) gefertigten Harnableitung wie in der Uniklinik RWTH Aachen.

Abb. 5: Links Da Vinci Inzision, rechts offene Operation ©[2017] Intuitive Surgical, Inc.