da Vinci Methode zur Prostataentfernung bei Prostatakrebs

Die radikale Prostatektomie ist ein bewährtes Therapieverfahren bei Prostatakrebs mit ausgezeichneten Heilungschancen. Diese Operation ist sehr anspruchsvoll für den Operateur, und präzise chirurgische Technik ist notwendig um drei wichtige Ziele zu erreichen: Heilung von Prostatakrebs, Erhaltung der Harnkontinenz (Fähigkeit zum Wasserhalten) und – wenn präoperativ vorhanden – der Erektionsfähigkeit. Die moderne, so genannte nervschonende Operationstechnik, wurde von dem Amerikaner Dr. Patrick Walsh in den 80er Jahren entwickelt und über die Jahre immer mehr verfeinert.

Abb. 4: Präparation der feinen Strukturen der Prostata ©[2017] Intuitive Surgical, Inc.


Später wurde diese Eingriff auch laparoskopisch durchgeführt - da aber die anatomischen Verhältnisse der Prostata tief im kleinen Becken schwierig sind, gab es schon früh großes Interesse den da Vinci®-Roboter für diesen Eingriff zu benutzen. Die Erste Durchführung der radikalen Prostatektomie mit dem robotischen System erfolgte dann durch Dr. Binder in Frankfurt im Jahr 2000. Das Robotersystem kann gerade bei den engen anatomischen Gegebenheiten im männlichen Becken seine Vorteile voll ausspielen und die sieben Freiheitsgrade der Instrumente ermöglichen feinste Präparation des Gewebes. Die Kombination von Beweglichkeit der Instrumente ähnlich der menschlichen Hand, guter Ausleuchtung des Operationsfeldes und vergrößerte Darstellung von feinen Strukturen wie Nerven und Blutgefäßen ermöglicht höchst präzises Arbeiten. Dies führt zu hervorragenden Operationsergebnissen, bei der radikale Prostatektomie zum Beispiel verkürzt sich so postoperativ die Zeit bis zur Normalisierung der Kontinenz und die Zeit bis zur Erholung der Erektionsfähigkeit. Die Heilungsraten von Prostatakrebs sind mindestens so gut wie mit der traditionellen offenen Operation. Keinen Zweifel gibt es auch daran, dass der Blutverlust und die Häufigkeit von Bluttransfusionen mit der Roboterchirurgie zurückgegangen sind. Interessant ist, dass die minimalinvasive Technik mit ihrer Vergrößerung und exzellenten Ausleuchtung in den letzten Jahren zu einem noch größeren Verständnis der Anatomie der Prostata geführt hat.