Versorgungsforschung

Mit zunehmenden Alter der Patienten ergeben sich neben den akuten medizinischen Problemen, die in der Konsequenz zu einem Krankenhausaufenthalt führen, auch immer komplexere Anforderungen an die weitere Versorgung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. An dieser Schnittstelle zwischen stationärer und ambulanter Behandlung liegt derzeit unser großer Fokus im vierten und jüngsten Pfeiler unseres Lehrstuhls, der Versorgungsforschung. Hierbei handelt es sich um ein fachübergreifendes Forschungsgebiet, das die verschiedenen Bereiche und Prozesse der Gesundheitsversorgung im alltäglichen Leben untersucht.

Im Unterschied zu beispielweise klassischen Arzneimittelstudien erfolgen diese Untersuchungen nicht unter kontrollierten Bedingungen mit stark vorausgewählten Patienten. Vielmehr sollen die Effekte bestimmter Maßnahmen oder Umständen im echten Leben unter realen Bedingungen untersucht werden. Der Hintergrund ist hier bei uns immer die Frage, wie man die Versorgung und Behandlung von älteren Menschen in Zukunft weiter verbessern kann.

Der Schwerpunkt unserer Untersuchungen liegt derzeit insbesondere bei einer rationalen und altersgerechten Arzneimitteltherapie. Dies soll über die Beratung der behandelnden Ärzte, der Pflegekräfte sowie der Patienten und Angehörigen durch einen Stationsapotheker erfolgen. Dessen Auswirkungen auf patientenrelevante Erfolge werden derzeit im Rahmen der AGITATE-Studie untersucht. Hierfür arbeitet der Lehrstuhl für Altersmedizin eng mit der Apotheke der Uniklinik RWTH Aachen zusammen. Auch weiterhin setzen wir uns für einen fortschreitenden Ausbau unserer Versorgungsforschung mit weiteren sogenannten Real-Life-Studien ein. Diese sind darauf ausgelegt, ein möglichst vollständiges Bild der aktuellen Versorgungslage der Patienten mit darauf aufbauenden Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.