Mikrochirurgie an der Uniklinik RWTH Aachen

Die Uniklinik RWTH Aachen setzt mit der Einführung eines hochmodernen OP-Roboters, dem sogenannten Symani® Surgical System, neue Maßstäbe in der rekonstruktiven Mikrochirurgie. Mit diesem bahnbrechenden Verfahren können Chirurginnen und Chirurgen der Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Phoniatrie und Pädaudiologie sowie der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie feinste anatomische Strukturen wie Blutgefäße, Nerven oder Lymphbahnen mit einem Durchmesser von nur 0,3 Millimeter verbinden und ihren Patientinnen und Patienten somit völlig neue Behandlungsmöglichkeiten bei hochkomplexen Eingriffen anbieten.

Das neue Symani®-System unterstützt die Mikrochirurgen bei besonders komplizierten Operationen wie der Wiederherstellung von Weichteildefekten nach einem Unfall oder einem Tumor. Bislang kamen bei diesen Eingriffen konventionelle OP-Mikroskope und Mikroinstrumente zum Einsatz, im Bereich anderer, nicht mikrochirurgischer Fächer das Da Vinci®-Operationssystem. „Hierbei handelt es sich allerdings nicht um eine dezidierte mikrochirurgische Robotik; diese liefert uns nur der Symani®-Roboter“, betont Univ.-Prof. Dr. med. Justus P. Beier, Direktor der Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie.

Funktionsweise des Symani® 

Bei den Operationen dient das Symani®-System nicht als autonom agierender Roboter, sondern unterstützt die Tätigkeit des Chirurgen. Es überträgt dessen Handbewegungen mit einer Skalierung von bis zu 1:20 auf das extrem kleine chirurgische OP-Besteck, das heißt die Bewegung des Operateurs wird 20-fach verkleinert übertragen. „Dadurch sind selbst kleinste, super-mikrochirurgische Öffnungen, die kleiner als ein Millimeter sind, sicher beherrschbar“, versichert Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Frank Hölzle, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Die Verbindung des Operationsroboters mit einem 3D-Exoskop, das das Operationsfeld über eine hochauflösende 3D-Digitalkamera auf zwei großen 4KUHD 3D-Monitoren darstellt, eröffnet den Chirurginnen und Chirurgen zudem völlig neue Optionen. Im Vergleich zu einem herkömmlichen, rein optischen Mikroskop ist es deutlich kompakter und erlaubt so die uneingeschränkte Arbeit der Roboterarme in dem winzigen OP-Feld und liefert allen Mitwirkenden im Operationssaal dank der 3D-Brillen die gleiche hochauflösende dreidimensionale Ansicht des Gefäßanschlusses auf den 3D-Saalmonitoren.

System bietet gesundheitliche Vorteile für Chirurginnen und Chirurgen

Ein entscheidender Vorteil des Symani® ist die vollständige Ausschaltung des Tremors, ein normales, leichtes Muskelzittern des Operateurs – das macht die Eingriffe für die Patientinnen und Patienten noch schonender und sicherer. Darüber hinaus ist die Körperhaltung aufgrund der präzisen Übertragung der Bewegungen und die ergonomische Anordnung der Instrumente im OP-Feld deutlich verbessert.

Hohe Bedeutung für den Gesundheits- und Technikstandort Aachen

Mit der Einführung des Symani® Surgical Systems hebt die Uniklinik RWTH Aachen die Mikrochirurgie auf ein neues Niveau, wie Univ.-Prof. Dr. med. Markus Wirth, Direktor der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Phoniatrie und Pädaudiologie bekräftigt: „Mit dem Symani® Surgical System wollen wir Vorreiter der nächsten Generation von Mikro-Roboter-OPs und mikrochirurgischer Ausbildung sein. Dass wir dies als Kooperationsprojekt mit drei hochspezialisierten Kliniken tun, macht uns in der rekonstruktiven Mikrochirurgie vermutlich weltweit einzigartig.“ Prof. Beier ergänzt: „Dank des Symani® können wir unser Indikationsspektrum erweitern und damit mehr Lösungen anbieten als andere Standorte. Das gewährleistet eine optimale Patientinnen und Patientenversorgung.“