Im März steht die Darmgesundheit im Vordergrund. Der Aktionsmonat soll alljährlich aufklären und zur Darmkrebsvorsorge motivieren. Schirmherrin der Aktion der Stiftung Lebensblicke ist in diesem Jahr Gesundheitsministerin Nina Warken. Sie betont, dass Darmkrebs mit 55.000 Betroffenen pro Jahr zu den häufigsten jährlichen Krebsneuerkrankungen zählt. Gleichzeitig ist gerade die Darmkrebsentwicklung aus gutartigen Vorstufen (sogenannte Polypen) durch konsequente Früherkennung gut vermeidbar.
Im letzten Jahr wurde die neue Leitlinie der Fachgesellschaften zur Behandlung von Darmkrebs veröffentlicht: Alle Versicherten ab dem 50. Lebensjahr werden zur Vorsorgekoloskopie (Darmspiegelung) eingeladen. Sollten allerdings Risikofaktoren vorliegen oder nahe Verwandte bereits vor dem 50. Lebensjahr von Darmkrebs betroffen gewesen sein, wird die Untersuchung möglicherweise auch früher empfohlen. Auch in diesem Fall übernimmt die Krankenversicherung die Kosten. Insbesondere Vorstufen dieser Krebsart können häufig bereits während einer Darmspiegelung unkompliziert entfernt und feingeweblich untersucht werden. Wird tatsächlich eine bösartige Geschwulst des Darmes festgestellt, so haben Patienten heutzutage gute Chancen auf eine effektive Behandlung.
Prähabilitation senkt Komplikationsrisiko
Vereinfacht lässt sich sagen: Je früher die Krebsentstehung festgestellt wird, desto höher sind die Heilungsraten. Wenn eine endoskopische Abtragung nicht mehr ausreicht, kann eine Darmoperation nötig sein. Seit mehreren Jahren ist bekannt, dass diese Darmoperationen dann besonders schonend und erfolgsversprechend sind, wenn die Patienten durch sogenannte Prähabilitationsmaßnahmen aktiv auf die OP vorbereitet werden. Prof. Florian Vondran, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Kinder- und Transplantationschirurgie an der Uniklinik RWTH Aachen, erklärt den Ablauf: „In unseren Prähabilitations-Programmen leiten spezialisierte Mitarbeitende betroffene Patientinnen und Patienten bereits vor der Operation zu geeigneten Übungen an, um sich für die postoperative Phase fitzumachen. Die Vorbereitung wird abgerundet mit Ernährungstipps und zielgerichteten Informationen zur Erkrankung und deren Behandlung. ‚Fit rein – fit raus aus der OP‘ ist hier das Motto.“ Insbesondere ältere oder begleiterkrankte Patienten haben hierdurch bessere Chancen, eine kurative Operation zu erhalten, die sonst möglicherweise bei eingeschränktem Allgemeinzustand nicht in Betracht gekommen wäre.
Minimalinvasive Methoden ergänzen die onkologische Versorgung
Flankiert werden diese Programme mit minimalinvasiver, standardisiert schonender OP-Technik, auch unter Einsatz neuster OP-Roboter. Prof. Martin von Websky, leitender Oberarzt der Klinik, erläutert: „Das Gesamtpaket beinhaltet die gezielte Vorbereitung der Patienten, aber auch die Optimierung der perioperativen Abläufe. So verwenden wir bewusst wenig invasive Methoden und setzen auf eine frühe Mobilisation, wenn möglich bereits am ersten Tag“.
Der Klinikdirektor Prof. Vondran betont den Schwerpunkt aus Sicht des Maximalversorgers, als akademisches Zentrum wolle man sich bewusst den onkologischen Erkrankungen und komplexen Patienten widmen. Dies umfasst neben einer Investition in die Prähabilitation und Strategien zur schnellen Erholung nach operativen Eingriffen (das sogenannte Enhanced recovery after Surgery) auch das Angebot von Studien zu diesen Konzepten, welche unmittelbar den Patienten zugutekommen. Insbesondere Patienten mit Darmkrebs, die eine Vorbehandlung vor der Operation (beispielsweise durch Chemo- oder Strahlentherapie) benötigen, können diese Phase im Rahmen von begleitenden Studien gezielt nutzen, um sich optimal auf die Operation vorzubereiten.
Das Wichtigste in Kürze
Das wichtigste Fazit zum Darmkrebsmonat März aber zum Schluss: Sorgen Sie für sich und nehmen Sie entsprechende Angebote wahr! In Aachen und der Euregio wird die Darmkrebsvorsorge durch ein großes Netzwerk von Spezialisten in der ärztlichen Niederlassung in der Breite abgedeckt. Sprechen Sie einfach Ihren Hausarzt hierauf an.
Eine zusätzliche Möglichkeit bietet der Tag der offenen Tür des EuRoSA am 18. April 2026. Das Euregionale Zentrum für robotische Chirurgie RWTH Aachen (EuRoSA) bündelt die Erfahrung und Kompetenz zahlreicher operativer Fachbereiche an der Uniklinik RWTH Aachen, um Patientinnen und Patienten modernste Behandlungsverfahren anbieten zu können. Am 18. April wird es neben Vorträgen und Infoständen auch kostenlose Check-ups durch Expertinnen und Experten vor Ort geben.




