Ein Aufenthalt auf der Intensivstation ist für Patientinnen und Patienten ebenso wie für Angehörige eine außergewöhnliche und belastende Erfahrung. Um diese Zeit nachvollziehbar zu machen, hat die Klinik für Neurologie ein Intensivtagebuch eingeführt.
Darin werden Erinnerungen festgehalten, die später helfen können, Lücken zu schließen und den Aufenthalt besser zu verarbeiten. Angehörige können eigene Gedanken, Gefühle und Nachrichten eintragen, über Alltägliches berichten oder gemeinsame Momente beschreiben. Auch Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte sowie Therapeutinnen und Therapeuten schreiben mit.
Das Tagebuch bleibt während des Aufenthalts am Bett und wird bei der Entlassung an die Patientin, den Patienten oder eine bevollmächtigte Person übergeben.
Melanie Steinbeck, Fachgesundheits- und Krankenpflegerin für Anästhesie und Intensivpflege sowie stellvertretende Stationsleitung der NE08, hat das Intensivtagebuch im Rahmen ihrer Fachweiterbildung gemeinsam mit Dr. med. Larissa Kaltenhäuser und ihren Kolleginnen Jill Fandel und Johanna Kehren als interprofessionelles Projekt entwickelt. Sie erklärt: „Viele Patientinnen und Patienten können sich an die Zeit auf der Intensivstation kaum erinnern. Das Tagebuch gibt ihnen die Möglichkeit, diese Lücken zu schließen und den Aufenthalt nachvollziehbar zu machen.“
In den vergangenen Monaten hat das Team viele Rückmeldung von ehemaligen Patientinnen und Patienten erhalten, die genau solche Erinnerungslücken schildern. Diese Erfahrungen bestärken das Team weiterhin Zeit in das Tagebuch zu investieren und seine Verbreitung voranzutreiben. „Wir würden uns freuen, wenn auch andere Stationen das Tagebuch übernehmen. Es stärkt den Austausch und die Kreativität im Team und schafft gleichzeitig eine besondere Nähe zu den Angehörigen“, betont Melanie Steinbeck mit Blick auf die Zukunft des Projekts.
Der Zeitpunkt, zu dem das Tagebuch gelesen wird, ist individuell und hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab. Es sollte in einem ruhigen, angenehmen Umfeld geschehen und auf freiwilliger Basis erfolgen. Dabei ist es wichtig, sich darauf vorzubereiten, dass beim Lesen starke Emotionen auftreten können.
Hier erhalten Sie Einblicke in das Tagebuch der Intensivstationen.
Bei Fragen oder Anregungen können Sie sich an das Team wenden: Intensivtagebuchukaachende

