HAMMER-Studie

Hepatisch metastasierte Adenokarzinome des Magens und gastroösophagealen Überganges: MultiModale Behandlung mit kurativer Gastrektomie/Ösophagektomie und Resektion oder Ablation der Metastasen

DRKS 00037712

Hintergrund

Krebserkrankungen des Magens und der Speiseröhre gehören weltweit zu den häufigsten Krebsarten. Leider haben viele Patientinnen und Patienten bei der ersten Diagnose bereits Tochtergeschwulste (sogenannte Metastasen) in anderen Organen. In diesen Fällen ist die Krankheit meist nicht mehr heilbar, und die Behandlung beschränkt sich auf eine sogenannte palliative Chemotherapie – also eine Behandlung, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und Beschwerden lindern soll. 

Eine Operation, bei der sowohl der ursprüngliche Tumor als auch die Metastasen entfernt werden, wird in dieser Situation normalerweise nicht durchgeführt. In anderen Krebsarten – wie z. B. bei Darmkrebs – konnte durch eine solche Operation, die zusätzlich zur palliativen Chemotherapie durchgeführt wird, jedoch oft die Lebenszeit verlängert werden. 

Frühere Studien zu Magen- und Speiseröhrenkrebs, die solche Operationen untersucht haben, zeigten unterschiedliche Ergebnisse. Seitdem habe sich die Therapiekonzepte fortwährend weiterentwickelt. Insbesondere die robotische Chirurgie mit kürzerem Krankenhausaufenthalt und schnellerer Erholungszeit ermöglicht den Patienten auch bei fortgeschrittenen Erkrankungen die notwendige Chemotherapie nach der Operation. 

 

Ziel der Studie

In dieser Studie möchten wir untersuchen, ob eine Kombination aus (Immun-) Chemotherapie und moderner, schonender Operationstechnik die Behandlungsergebnisse bei metastasierten Speiseröhren- und Magentumoren verbessern kann. Insbesondere prüfen wir, ob das Gesamtüberleben verlängert wird und dabei die Lebensqualität erhalten bleibt. Der Tumor im Magen oder in der Speiseröhre soll dabei entfernt werden. Auch vorhandene Metastasen sollen operativ entfernt oder durch moderne Verfahren (z. B. lokale Ablation) behandelt werden. 

Ein wichtiger Unterschied zu früheren Studien ist der Einsatz minimal-invasiver, roboterassistierter Operationstechniken. Diese Eingriffe sind meist schonender, verursachen weniger Schmerzen und ermöglichen eine schnellere Erholung. Dadurch soll erreicht werden, dass mehr Patientinnen und Patienten, eine anschließende Chemotherapie erhalten können, was wiederum die Aussichten auf ein längeres Leben verbessern kann. 

Außerdem werden moderne Behandlungskombinationen ermöglicht, bei denen klassische Chemotherapien mit neuen Immun- und Antikörpertherapien kombiniert werden, so dass die operative Entfernung der Tumoren mitsamt aller Absiedlungen in dieser Studie als zusätzliche Therapieoption zu modernsten Systemtherapien angeboten werden kann.

Einschlusskriterien

Patienten, die während der Systemtherapie einen stabilen Tumorbefund haben oder in Remission sind, können in die Studie eingeschlossen werden. Patienten, bei denen die Tumorerkrankung trotz der Behandlung fortschreitet, werden nicht in die Studie aufgenommen. Stattdessen erhalten sie zuerst eine Anpassung ihrer Systemtherapie, um ihre Situation zu verbessern. Eine Reevaluation nach erfolgreicher Umstellung der Systemtherapie ist wiederum möglich.

  • Alter ≥ 18
  • Histologisch gesichertes Magen- oder Übergangs-Adenokarzinom mit hepatischen Metastasen. Medizinische und technische Resektabilität des Primärtumors. Metastatische Läsionen sind resektabel oder können durch ein lokales ablatives Verfahren kontrolliert werden (interdisziplinäre Bewertung).
  • Patient ist mental und körperlich in der Lage die Bedeutung und Tragweite der Studie zu verstehen.
  • Schriftliche, informierte Einwilligung
  • Zusätzliche, nicht-hepatische Metastasen, die als resektabel gewertet werden, stellen kein grundsätzliches Ausschlusskriterium dar und werden im Einzelfall geprüft.
Studienablauf

Der Patienteneinschluss wird bei jedem Patienten im Einzelfall durch das Votum einer interdisziplinären Tumorkonferenz geprüft und bestätigt. Der Einschluss kann sowohl bei Erstdiagnose als auch im Verlauf nach Systemtherapie erfolgen. Patienten mit hepatisch metastasierten Adenokarzinomen des Magens und gastroösophagealen Übergangs erhalten eine leitliniengerechte Systemtherapie für die metastasierte Erkrankung und werden anschließend für die Resektion evaluiert. Die Behandlung der Metastasen erfolgt je nach Lokalisation zeitgleich oder zweizeitig operativ oder interventionell radiologisch. Nach der Operation kann die Systemtherapie abhängig von der bereits erfolgten Therapie fortgeführt oder ein therapiefreies Intervall angeschlossen werden. Es erfolgt eine strukturierte onkologische Nachsorge (Magenspiegelung, Computertomographie Hals, Thorax, Abdomen und Magnetresonanztomographie (MRT) der Leber) zur Bestimmung des Überlebens und des tumorfreien Überlebens. Die Lebensqualität wird mittels standardisierter Fragebögen (EORTC- QLQ-C30 und QLQ-OG25) erfasst.

Kontakt und Studieneinschluss

Patienten mit hepatischen, metastasierten OGI-Tumoren können über folgenden Kontakt HAMMER-Studieukaachende oder die Ösophagus- und Magensprechstunde der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Kinder- und Transplantationschirurgie vorgestellt werden.

Ösophagus- und Magenchirurgie
Sprechstunde:
donnerstags von 09:00 bis 14:30 Uhr

Terminvereinbarung (montags bis freitags von 08:30 bis 15:30 Uhr):
Tel.: 0241 80-89332
oesophaguschirurgie@ukaachende

Studienzentrum der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Kinder- und Transplantationschirurgie Uniklinik RWTH Aachen
Pauwelsstraße 30, D-52074 Aachen, Etage 4, Flur A, Raum 27A
Nils Laurenz, B.Sc. (Studienmanagement)
Tel: +49 241 80 89247
Fax: +49 241 80 82417
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