Institut Translationale Neurowissenschaft und Klinische Psychologie
Das 2026 neu gegründete Institut beheimatet zwei fachliche Einheiten, die Translationale Neurowissenschaft und die Klinische Psychologie.
Innerhalb der Translationalen Neurowissenschaft sind die Professur für Neuropsychologische Geschlechterforschung von Univ.-Prof. Dr. rer. soc. Ute Habel und die Professur für Soziale und Affektive Neurowissenschaften von Univ.-Prof. Dr. rer. medic. Lisa Wagels mit ihren Forschungsschwerpunkten angesiedelt.
Diese beinhalten die neuropsychobiologische Geschlechterforschung und die neurobiopsychischen Grundlagen von affektiven und sozial-affektiven Reaktionen und ihren Dysfunktionen im Rahmen psychischer Störungen. Diese Forschungsinhalte sind Teil des Forschungsschwerpunktes Translationale Neurowissenschaften der Medizinischen Fakultät und wesentlicher Bestandteil der systemischen neurowissenschaftlichen Forschung der Fakultät. Diese Forschung erfolgt unter Verwendung der funktionellen Kernspintomographie einschließlich der simultanen fMRT-EEG Messung, um hirnstrukturelle und hirnfunktionelle Prozesse abzubilden, während physiologische Methoden zur Erfassung von Herzrate und Hautleitfähigkeit das Methodenrepertoire ergänzen.
Die fachliche Einheit der Klinischen Psychologie widmet sich den klinischen Grundlagen der Psychologie und vor allem der Therapie- und Ausbildungsforschung. In diesem Bereich ist auch die Lehreinheit des Studiengangs Klinische Psychologie und Psychotherapie sowie die Hochschulambulanz verortet. Hier liegt der Fokus auf den Wirkfaktoren von Psychotherapie, aber auch neurobiologischen und psychologischen Effekten verschiedener Psychotherapien, Versorgungsforschung und non-invasiver Hirnstimulationsverfahren, darunter transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) und transkranielle Magnetstimulation (TMS) sowie in Zukunft fokussierter Ultraschall (FUS), Forschung, die in beiden Arbeitsgruppen verortet ist. Durch fokussierte, nicht-invasive Modulation spezifischer kortikaler und subkortikaler Zielregionen können erstmals kausale Beiträge definierter Netzwerke zu Symptomentstehung, Emotionsregulation und therapeutischer Veränderung systematisch untersucht werden. Über die reine Grundlagenforschung hinaus wird erwartet, dass diese Technologie mittelfristig in individualisierte, biologisch informierte Behandlungsstrategien überführt werden kann, insbesondere für Patientinnen und Patienten mit therapieresistenten oder chronifizierten Verläufen, bei denen etablierte psychotherapeutische und pharmakologische Verfahren nur begrenzt wirksam sind. Verschiedene Studien testen die Wirksamkeit der verschiedenen non-invasiven Hinstimulationsverfahren auf psychologische Prozesse und auch auf neurobiologische Korrelate. Auch Projekte zur Lehrforschung (Arbeitsgruppe Wagels), insbesondere mit Bezug auf innovative Entwicklungen von Trainingsoptionen zur Diagnostik, Gesprächsführung und zum Beziehungsaufbau sind Teil der fachlichen Einheit der Klinischen Psychologie.
Da die Hochschulambulanz und der Studiengang noch recht neu sind, fallen in diesen Bereich Pläne zum Aufbau einer standardisierten klinischen und studienbezogenen Datenerhebung in der Hochschulambulanz und die wissenschaftliche Steuerung und Weiterentwicklung der Studiengangsstruktur auf übergeordneter Ebene, insbesondere im Hinblick auf die forschungsbasierte Evaluation der Ausbildungsformate. Gleiches gilt für die konzeptionelle Abstimmung der Module, Lehrformate und Prüfungsformate zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit und Auswertbarkeit im Rahmen der Ausbildungs- und Versorgungsforschung und die wissenschaftliche Begleitung und Qualitätssicherung der Umsetzung der Psychotherapeutenausbildungs- und Approbationsordnung (PsychThApprO) jenseits der operativen Studienorganisation. Schließlich fallen auch die Initiierung, Koordination und Auswertung studiengangsbezogener Evaluationen und Qualitätssicherungsmaßnahmen – jeweils in enger Abstimmung mit Studiengangskoordination und Lehrverantwortlichen – in diesen Bereich.
Versorgungsforschung erfolgt hier im Rahmen eines vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GB-A) geförderten Projektes zur wissenschaftlichen Evaluation eines psychologisch-telemedizinischen Beratungskonzepts zur Raucherentwöhnung bei Patienten mit Gefäßerkrankungen (Leitung Habel, 26 Kliniken beteiligt). Ziel des Forschungsvorhaben ist es, die Praktikabilität, Akzeptanz und Effizienz eines mehrstufigen Entwöhnungskonzeptes für Menschen mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit wissenschaftlich zu evaluieren. Das Entwöhnungsprogramm ist niederschwellig, psychologisch und telemedizinisch aufgebaut. Es gilt zu klären, ob das Konzept, zusätzlich zu den festgesetzten Vorgaben der S3-Leitlinien, einen höheren therapeutischen Erfolg bei Patienten mit Gefäßerkrankungen erzielen kann. Zusätzlich wird die Intervention gesundheitsökonomisch evaluiert und persönliche Merkmale erfasst, die eine Entwöhnung bei der Patientengruppe erleichtern oder behindern.
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