„Paper of the Month“ Auszeichnung für neue Studie zur spontanen Aktivität sensorischer Neuronen

Dr. Esther Eberhardt und Univ.-Prof. Dr. Angelika Lampert haben gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus mehreren Forschungseinrichtungen eine neue Studie im Journal of the International Association for the Study of Pain veröffentlicht mit dem Titel: „Spontaneous activity in pain patient stem cell-derived sensory neurons arises from one functional subclass.“

Die Arbeit wurde mit der monatlichen Auszeichnung „Paper of the Month“ geehrt, die herausragende Publikationen der medizinischen Fakultät der RWTH Aachen Universität würdigt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf qualitativ exzellenten Forschungsleistungen, die sich nicht allein durch quantitative Kennzahlen wie den Journal Impact Factor abbilden lassen.

Ein vollständiges Interview zur Publikation mit weiterführenden Einblicken finden Sie hier:


Das Forschungsteam der Studie hat neue Erkenntnisse zur spontanen Aktivität peripherer sensorischer Nervenfasern gewonnen, die als ein zentraler Mechanismus bei neuropathischen Schmerzen gilt. In der Studie wurden die zellulären Grundlagen dieses Phänomens mithilfe von aus induzierten pluripotenten Stammzellen abgeleiteten sensorischen Neuronen untersucht.

Die Analysen zeigen, dass sich diese Neuronen in vier funktionelle Subtypen unterteilen lassen. Spontane Aktivität trat ausschließlich in einer spezifischen Untergruppe auf, die durch ein tonisches Entladungsverhalten charakterisiert ist und eine erhöhte neuronale Erregbarkeit aufweist.

Weiterführende Untersuchungen ergaben, dass diese erhöhte Aktivität mit einer verminderten Schwelle zur Auslösung von Aktionspotenzialen sowie mit verstärkten spontanen Depolarisationen der Zellmembran korreliert. Diese Eigenschaften deuten auf eine erhöhte intrinsische Erregbarkeit dieser Zellpopulation hin.

Die identifizierte funktionelle Subgruppe weist Ähnlichkeiten zu mechano-insensitiven C-Fasern auf, die in klinischen Untersuchungen bei Patientinnen und Patienten mit neuropathischen Schmerzen spontane Aktivität zeigen. Die Ergebnisse tragen damit zum besseren Verständnis der zellulären Mechanismen neuropathischer Schmerzen bei und unterstreichen den Nutzen patientenspezifischer Zellmodelle für die Erforschung krankheitsrelevanter Prozesse.

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