Erfolgreicher Projektabschluss: „KI-unterstützter Telenotarzt (KIT2)“

Ziel des Projektes war es, ein Entscheidungsunterstützungssystem zur Unterstützung von Telenotärzten und Telenotärztinnen (TNÄ) im Rettungseinsatz zu entwickeln. Durch hohes Einsatzaufkommen, Paralleleinsätze, sowie wechselnde regionale Kontexte mit unterschiedlichen Vorgaben und Abläufen unterliegt der Arbeitsplatz einer hohen Komplexität. Trotzdem erfordern die Konsultationen eine schnelle und korrekte Hilfestellung für das vor Ort eingesetzte Rettungsteam, das anruft. Der Grundgedanke des vom BMFTR geförderten Projekts „KI-unterstützter Telenotarzt (KIT²)“ ist darauf aufbauend folgender: Auf Basis der verfügbaren Einsatzinformationen soll das System mit Hilfe von KI die Rettungsteams vor Ort mit Vorschlägen bei der Diagnosefindung und bei Therapiemaßnahmen unterstützen, ohne den TNA hinzuzuschalten. Zusätzlich soll KIT² bei der Auswahl der Zielklinik helfen, wofür auf Informationen wie beispielsweise die Nähe zum Einsatzort, aber auch vorgehaltene Fachrichtungen und Bettenauslastung zurückgegriffen werden kann. 

Am 05. November durften das ARS zum Abschluss Projektpartner, Mitarbeitende und Interessierte aus Forschung und Notfallmedizin bei uns in den Räumlichkeiten des Aachener Instituts für Rettungsmedizin und zivile Sicherheit sowie der Rettungsdienstschule willkommen heißen. Nach einem Projektrückblick – angefangen hat KIT2 im Juli 2022, einer Zeit, in der KI-Modelle lange nicht so einfach zugänglich waren wie heute – konnte das vom Projektkonsortium entwickelte System bei einer Live-Demonstration vorgeführt werden.

Während der Demonstration, bei der ein Gespräch zwischen dem Rettungsdienstpersonal an der Einsatzstelle und einer Telenotärztin simuliert wurde, konnten sich die Zuschauenden selbst von der KI überzeugen, die in eine Testumgebung des Aachener Telenotarztinterface eingebunden ist. Mit jeder neu eingegebenen Information der Telenotärztin konnte beobachtet werden, wie die KI in Echtzeit Verdachtsdiagnosen in der Reihenfolge der statistischen Wahrscheinlichkeit vorschlägt und weiter anpasst. Am Ende des demonstrierten Einsatzes waren sich Telenotärztin und KI einig über Verdachtsdiagnose und Therapieoptionen.

Um die frisch gewonnenen Eindrücke aufarbeiten und einordnen zu können, startete danach eine Talkrunde, in der Expertinnen und Experten sowie Gäste miteinander ins Gespräch kamen. Hier lag der Fokus auf „Chancen und Risiken beim Einsatz von KI in der Notfallversorgung“. Es zeigte sich die gemeinsame Überzeugung, dass die schnellen Entwicklungen in dem Segment künstlicher Intelligenz dazu führen, dass sich Akteurinnen und Akteure in der Gesundheitsversorgung damit auseinandersetzen müssen. Veränderte Rollenbilder, Transparenz von Daten, aber auch Verantwortung für Entscheidungen waren zentrale Diskussionsaspekte.  

Nach einigen abschließenden Worten der Projektverantwortlichen kann auf ein sehr gelungenes Event mit einer eindrücklichen Demonstration und viel Raum für Austausch zurückgeblickt werden.

Wir bedanken uns bei allen beteiligten Projektpartnern für die produktive und gute Zusammenarbeit sowie bei den assoziierten Partnern für die Unterstützung unseres Vorhabens!

Projektpartner:

  • umlaut telehealthcare GmbH 

  • Institut für Informatik, Technische Fakultät, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 

  • Palaimon GmbH 

  • Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Uniklinik RWTH Aachen 

Assoziierte Partner:

  • Aktionsbündnis Patientensicherheit

  • Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften Notärzte Deutschlands e.V.

  • Landkreis Goslar

  • Kreis Heinsberg

  • Main-Kinzig-Kreis

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Uniklinik RWTH Aachen
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