AugmenTIM

Augmented Psychotherapy through personalized neuroplasticity-based technology to improve outcomes

Psychische Störungen beeinträchtigen die Lebensqualität vieler Menschen und verursachen erhebliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Kosten. Eine zentrale Herausforderung ist, dass selbst evidenzbasierte Behandlungen bei schweren psychischen Störungen häufig nicht ausreichend wirksam sind und mehr als ein Drittel der Patientinnen und Patienten nicht auf Erstlinientherapien anspricht. Um über einen „Einheitsansatz“ hinauszugehen, braucht es eine Präzisionspsychiatrie, die objektive Marker nutzt, um Biotypen zu identifizieren und Behandlungen gezielter zu steuern. Personalisierte Therapien sollten dabei neuroplastische Prozesse fördern, etwa durch individualisierte Hirnstimulation in Kombination mit Psychotherapie und innovativen technischen Verfahren.

Die IZKF-Initiative AugmenTIM verfolgt dieses Ziel mit translationalen Ansätzen, die funktionelle Neuroplastizität gezielt initiieren oder unterstützen. Ein multimethodischer Ansatz soll das Potenzial mechanismusbasierter Therapien systematisch untersuchen und geeignete Anwendungen für schwer behandelbare psychische Störungen identifizieren. Im Fokus stehen psychotherapeutische und neurobiologische Mechanismen, die durch innovative Verfahren – von Neuromodulation bis Extended Reality – adressiert werden. Zugleich werden potenzielle neurobiologische diagnostische und therapeutische Marker untersucht.

Unser multidisziplinäres Team aus Psychiatrie, Neurologie, Nuklearmedizin, Pädiatrie, Mathematik und Psychologie bündelt klinische und experimentelle Expertise. Der regelmäßige Austausch mit Forschenden der RWTH aus Medizintechnik und künstlicher Intelligenz sowie die gemeinsame Nutzung von Datenplattformen und Laborressourcen sollen Synergien schaffen und den wissenschaftlichen Fortschritt beschleunigen. AugmenTIM schließt damit eine wichtige Lücke auf dem Weg zu einer stärker personalisierten Psychiatrie und schafft zugleich die Grundlage für einen thematisch anschließenden DFG-Verbundantrag nach Ende der IZKF-Förderung.