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Zur Geschichte

Die Geschichte des Instituts für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie (IMPMS) der Uniklinik RWTH Aachen reicht fast bis zur Gründung der Medizinischen Fakultät der Uniklinik am 18. Juni 1966 zurück. Durch die 1974 verabschiedete neue Approbationsordnung wurden drei neue Pflichtfächer geschaffen: die Medizinische Psychologie, die Medizinische Soziologie und die Psychotherapie/Psychosomatik. Entsprechend wurde ein neuer Lehrstuhl „Medizinische Psychologie“ geschaffen und Herrn Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Andreas Ploeger übertragen. Prof. Ploeger war bis dahin als leitender Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie (Univ.-Prof. Dr. med. Wolfgang Klages) tätig. 1991 wurde Prof. Ploeger emeritiert, der Lehrstuhl aber noch bis 1993 von ihm und 1994 vom damaligen Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Univ.-Prof. Dr. med. Henning Sass, vertreten. In der mehr als 17-jährigen Forschungs- und Lehrtätigkeit von Prof. Ploeger stand die Erforschung und Behandlung von Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung im Mittelpunkt. Beispielsweise betreute er die Bergleute von Lengede und die Geiseln von Mogadishu. Er entwickelte mit seinen MitarbeiterInnen eine tiefenpsychologisch fundierte Psychodramatherapie.

1994 übernahm Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Jürgen Neuser die Leitung des Institutes. Im Rahmen seiner Berufungsverhandlungen erfolgte eine Umbenennung des Lehrstuhls in „Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie“. Mit Prof. Neuser wechselte der Forschungsschwerpunkt des Institutes von der Psychotraumatologie zur psychologischen Schmerzforschung und Psychoonkologie. Auch in der Lehre wurde der Fokus leicht verändert. Jetzt hatten Veranstaltungen mit dem Thema die Arzt-Patient-Kommunikation ein größeres Gewicht. Ende 2000 verließ Prof. Neuser das Universitätsklinikum und wurde als Direktor des Instituts für Medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) nach Mainz berufen.
Die kommissarische Leitung übernahm von 2001 bis 2004 Priv.-Doz. Dr. phil. Dipl.-Psych. Bernd-Otto Hütter, der bis dahin als Wissenschaftlicher Assistent an der Klinik für Neurochirurgie tätig war. Priv.-Doz. Hütter führte während seines Kommissariats seine in der Klinik für Neurochirurgie begonnene Forschung zur Lebensqualität von Patienten mit einer Hirnschädigung fort. Im Mittelpunkt seiner Forschung stand die Erhebung von Lebensqualität mit dem von ihm entwickelten Aachener Lebensqualitätsinventar für Patienten mit Hirnschädigung (ALQI).
Im Oktober 2004 endete das Kommissariat und es erfolgte die Berufung von Univ.-Prof. Dr. phil. Dipl.-Psych. Siegfried Gauggel als neuer Institutsdirektor. Prof. Gauggel wechselte von einer Professur für Klinische Psychologie an der Technischen Universität Chemnitz nach Aachen, wo er schon von 2000 bis 2001 als wissenschaftlicher Oberassistent tätig war. Das Forschungsinteresse von Prof. Gauggel galt und gilt den neuronalen, psychologischen und sozialen Aspekten metakognitiver Prozesse. Hiermit sind jene geistigen Prozesse gemeint, mit denen Menschen „Wissen über sich selbst und andere Menschen“ gewinnen. Es geht also u.a. um die Frage, wie und in welchem Umfang Menschen in der Lage sind, Aussagen über ihre eigenen geistig-mentalen Vorgänge und Inhalte (Gedanken, Meinungen, Einstellungen usw.) zu machen. Im Rahmen dieser Forschung wird auch untersucht, warum Menschen nach Hirnschädigungen oder mit bestimmten psychischen Störungen (z.B. Alkoholabhängigkeit, Depression, Suizidalität, Manie, Schizophrenie) ihre Einsichtsfähigkeit verlieren.

Überblick über die Historie des Instituts für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie

1974Einrichtung der Professur für Medizinische Psychologie
1974-1991Univ.-Prof. Dr. Dipl.-Psych. Andreas Ploeger
1975Umbenennung des Lehrstuhls in Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
1991-1993kommissarische Vertretung der Professur durch Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Andreas Ploeger
1993-1994kommissarische Vertretung durch Univ.-Prof. Dr. med. Henning Sass
1994-2000 Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Jürgen Neuser
2000-2004kommissarische Vertretung durch Priv.-Doz. Dr. phil. Dipl.-Psych. Bernd-Otto Hütter (Klinik für Neurochirurgie)
2004-heuteUniv.-Prof. Dr. phil. Dipl.-Psych. Siegfried Gauggel

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