AG Izcue

Das Darmmilieu mit seinen komplexen mikrobiellen Gemeinschaften und exogenen Nahrungsmittelantigenen stellt eine Herausforderung für das Immunsystem dar. Das Immunsystem muss Signale, die von den Mikrobiota und dem Gewebe ausgehen, integrieren, um die richtige Balance zwischen inflammatorischen Immunantworten gegen potentielle Pathogene und Toleranz gegenüber Nahrungsmitteln und nützlichen Mikrobiota zu finden. Wir untersuchen, wie das Immunsystem auf lokaler Ebene reguliert wird und welche Rolle Epithelzellen bei der Modulation der Immunantwort spielen. 

Publikationen

Die Funktion von Epithelzellen bei der Kontrolle intestinaler Immunantworten

Bei Infektionen, die vom Darmgewebe ausgehen, bilden Epithelzellen die vorderste Front der Verteidigungslinie. Sie senden Signale aus, die das Immunsystem instruieren, wie es reagieren soll. Aberrante Epithelzellen können dieses System missbrauchen, beispielsweise bei Krebserkrankungen, indem sie das Immunsystem daran hindern, das Tumorgewebe zu bekämpfen. Wir untersuchen den Zusammenhang zwischen Veränderungen im Verhalten der Epithelzellen und immunologischer Toleranz und konzentrieren uns dabei auf die folgenden Fragen: Wie induzieren prä-kanzerogene Veränderungen Toleranz? Welche Immunzellen sind für diese Toleranzausbildung verantwortlich? Was ist die Rolle dieser Toleranz-induzierenden Mechanismen unter homöostatischen Bedingungen der Balance mit den Mikrobiota?

Zusätzliche Literatur:

Meinicke, H., A. Bremser, M. Brack, P. Akeus, C. Pearson, S. Bullers, K. Hoffmeyer, M.P. Stemmler, M. Quiding-Jarbrink, and A. Izcue, Tumour-associated changes in intestinal epithelial cells cause local accumulation of KLRG1+ GATA3+ regulatory T cells in mice. Immunology, 2017. 152(1): p. 74-88.

Meinicke, H., A. Bremser, M. Brack, K. Schrenk, H. Pircher, and A. Izcue, KLRG1 impairs regulatory T-cell competitive fitness in the gut. Immunology, 2017. 152(1): p. 65-73.

Steuerung der anti-inflammatorischen Eigenschaften regulatorischer T-Zellen

Regulatorische T-Zellen unterbinden in antigen-spezifischer Weise Immunantworten von anderen Immunzellen, um fehlgesteuerte Immunantworten zu verhindern. Wie dieses immune-suppressive Potential der regulatorischen T-Zellen kontrolliert wird, ist bislang unzureichend verstanden. Wir untersuchen, wie die Anzahl und die Aktivität der regulatorischen T-Zellen in den Organen reguliert werden, um Toleranz gegenüber Selbstantigen und harmlosen Antigenen aufrecht zu erhalten. Wir konzentrieren uns dabei auf die Kontrolle Foxp3+ T-Zellen, die eine Schlüsselrolle bei der Entstehung und Bewahrung von Toleranz im Darm spielen. 

Zusätzliche Literatur:

Lupar, E., M. Brack, L. Garnier, S. Laffont, K.S. Rauch, K. Schachtrup, S.J. Arnold, J.C. Guery, and A. Izcue, Eomesodermin Expression in CD4+ T Cells Restricts Peripheral Foxp3 Induction. J Immunol, 2015. 195(10): p. 4742-52.

Barnes, M.J., T. Griseri, A.M. Johnson, W. Young, F. Powrie, and A. Izcue, CTLA-4 promotes Foxp3 induction and regulatory T cell accumulation in the intestinal lamina propria. Mucosal Immunol, 2013. 6(2): p. 324-34.