Die Uniklinik RWTH Aachen beteiligt sich als Konsortialpartner am Forschungsprojekt MOTIVATE, das die digitale Nachsorge von Krebspatienten gezielt weiterentwickelt. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD), der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) sowie weiteren Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft setzen die Beteiligten auf innovative digitale Technologien, um herzbedingte Folgeschäden nach Krebstherapien frühzeitig zu erkennen und die langfristige Versorgung zu verbessern. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Vorhaben mit 1,83 Millionen Euro.
Dank moderner Krebstherapien erhalten viele Patientinnen und Patienten heutzutage eine deutlich bessere Prognose. Damit einhergehend steigt jedoch das Risiko für therapiebedingte Langzeitfolgen, insbesondere für das Herz-Kreislauf-System. Herzprobleme bleiben häufig lange unentdeckt und äußern sich erst Jahre nach Abschluss der Krebstherapie.
Hier setzt das Projekt MOTIVATE an. Die beteiligten Partner entwickeln einen digitalen, multimodalen Ansatz für die kardio-onkologische Nachsorge. Dr. med. Malte Jacobsen, Funktionsoberarzt in der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistischen Intensivmedizin (Med. Klinik I) an der Uniklinik RWTH Aachen und selbst am Projekt beteiligt, erläutert: „Ziel ist es, Herzprobleme mit Hilfe von digitalen Gesundheitsanwendungen frühzeitig zu identifizieren, individuelle Risiken besser einzuschätzen und die Lebensqualität langfristig zu sichern“. Unter der Leitung von Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx wird in der Med. Klinik I der praktische Einsatz von digitalen Monitoringkonzepten in der Kardiologie und Kardio-Onkologie bereits seit längerem erforscht.
Gesundheit durch Hightech: Mit App, Wearables und VR
Kernbestandteil des Projekts ist eine Smartphone-App, über die Symptome strukturell gesammelt und direkt an das Behandlungsteam kommuniziert werden können. Hinzu kommen Wearables zur kontinuierlichen Erfassung kardiovaskulärer Gesundheitsdaten sowie eine Virtual-Reality-Brille zur interaktiven Patientenaufklärung. Die VR-Umgebung unterstützt dabei, Krankheitszusammenhänge besser zu verstehen und die eigene Gesundheit realistisch einzuschätzen. Die Projektpartner entwickeln die digitalen Anwendungen in enger Abstimmung mit Patientenvertretungen. Anschließend überprüfen sie den Ansatz in einer prospektiven, randomisierten Machbarkeitsstudie. Dabei untersuchen sie unter anderem die Akzeptanz der Technologien sowie deren Integration in bestehende Nachsorgestrukturen. Die erhobenen Daten fließen in die Entwicklung von Algorithmen ein, die kardiale Komplikationen frühzeitig erkennen und individuelle Risikoprofile präzisieren.
Innerhalb des Konsortiums arbeiten mehrere Fachrichtungen interdisziplinär zusammen. Am Projekt beteiligen sich unter anderem kardiologische, onkologische und psychosomatische Kliniken sowie ein Softwareunternehmen aus Köln. Die wissenschaftliche Koordination übernimmt Dr. Fabian Voß vom Universitätsklinikum Düsseldorf, Sprecher des Projekts ist Prof. Dr. Malte Kelm (Direktor der Klinik für Kardiologie, Pneumologie & Angiologie, UKD).

