Frühling in der Küche

Kalendarisch beginnt der Frühling zwar schon im März, auf das erste frische Freilandgemüse müssen wir in unseren Breiten aber leider noch eine Weile warten. Zumindest der Spargel sprießt bereits im Mai, doch erst ab Juni folgt all das, was wir gemeinhin unter Frühlingsgemüse verstehen: zarte Möhren und Kohlrabi-Knollen, Spinat, Spitzkohl – und nicht zu vergessen: die vielen Blattsalate. Einige Kräuter und Gemüsesorten sind allerdings echte Frühstarter. Lernen Sie drei Frühjahrs-Favoriten kennen.

Bärlauch

Bärlauch ist das Frühlingskraut schlechthin. Ab März wächst er in schattigen Wäldern und feuchten Böden und kann bis Mai gesammelt werden – sobald die Bärlauch-Pflanze weiß blüht, verlieren die Blätter ihr Aroma. Zu erkennen ist Bärlauch an seinem knoblauchartigen Geruch und seinem starken Aroma. Beim Kochen und Erhitzen verliert Bärlauch schnell an Geschmack, daher gibt man ihn am besten roh zu den fertigen Gerichten, wie zum Beispiel einer Suppe, oder verfeinert mit ihm Knödel. Besonders lecker schmeckt Bärlauch als Pesto zu Pasta oder auch als Brot-Dip. Für das Pesto benötigt man nichts weiter als Pinienkerne, Parmesan, Öl, Salz und Pfeffer – und natürlich reichlich Bärlauchblätter.


Radieschen

Ein herrlich unkompliziertes und vielfältig einsetzbares Frühlingsgemüse sind Radieschen. Sie schmecken im Salat, als Suppe, auf belegten Broten und sogar als Drink. Mariniert geben sie eine besondere Vorspeise ab. Hauchdünn geschnittene Radieschen – hier eignet sich auch der im Frühling verfügbare Rettich – werden in Essig eingelegt und als Carpaccio serviert. Sehr gut geeignet ist dazu Aroma­essig. Wer keine zig Essigsorten zu Hause hat: Ein einfacher Obst- oder Weißweinessig lässt sich mit einem Löffel Konfitüre im Handumdrehen aromatisieren.


Rhabarber

Ein anderer heimischer Frühlingsbote vom Feld ist Rhabarber – seine Saison startet im April und dauert, wie beim Spargel, bis Ende Juni. Auch wenn Rhabarber hauptsächlich zu Süßspeisen wie Kuchen, Kompott und Marmelade verarbeitet wird, ist er offiziell kein Obst, sondern ein Gemüse. Doch auch herzhaft-pikante Gerichte sind einen Versuch wert. Gerade als süß-saure Geschmackskombination bietet sich Rhabarber als originelle Begleitung für Fleisch oder Geflügel an. Pfiffig genießt man ihn auch im Curry mit Linsen oder Süßkartoffeln. Und auch in Salaten schmeckt Rhabarber.

TIPP

Frühlingsgemüse gilt als besonders zart, frisch und aromatisch. Damit es genau diese Eigenschaften bis auf den Teller behält, muss es mit Vorsicht behandelt werden. Der größte Fehler, den man mit frischem Frühlingsgemüse machen kann, ist, es zu verkochen. Frisches Frühlingsgemüse wird daher am besten roh oder zumindest mit so wenig Temperatureinfluss wie möglich zubereitet: Dann bleiben die Nährstoffe und Vitamine voll erhalten.