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Gründung der Medizinischen Fakultät

1961

Der deutsche Wissenschaftsrat schlägt dem Land Nordrhein-Westfalen die Schaffung neuer medizinischer Forschungs- und Ausbildungsstätten vor. Er nennt als einen möglichen Standort für Medizinische Fakultäten die Neugründungen auch Aachen, wo man die Verbindung mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) als sehr vorteilhaft ansieht. Eine der wesentlichen Anstöße zur Gründung der Medizinischen Fakultät an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen war zu Beginn der sechziger Jahre die Vision einer gerade in der alten Kaiserstadt gegebenen fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen der Medizin und den traditionsreichen Ingenieurwissenschaften an der traditionsreichen Technischen Hochschule. Man erkannte schon früh ausgezeichnete Voraussetzungen für die Verwirklichung interdisziplinärer Forschungsschwerpunkte zwischen Ingenieur- und Naturwissenschaften und den seit 1960 aufblühenden medizinischen Biotechniken (Transplantationschirurgie, Intensivmedizin, Isotopenmedizin, Reproduktionsmedizin und Informatik).

20.05.1961

Beschluss des Senats der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule , beim Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen die Eingliederung der Städtischen Krankenanstalten in die RWTH vorzuschlagen und eine Medizinische Fakultät zu gründen.

28.04.1964

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen beschließt, eine Medizinische Fakultät im Rahmen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen einzurichten. Am 28.04.1964 Vertragsabschluss zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Aachen über die Übergabe der Städtischen Krankenanstalten Aachen an das Land für die Verwendung als Medizinische Fakultät.

01.01.1966

Die Städtischen Krankenanstalten an der Goethe-Straße gehen als "Klinische Anstalten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule" (1000 Betten) in den Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen über.

01.03.1966

Berufung von Prof. Dr. med. Martin Reifferscheid (1917-1993) als ersten neubestallten ordentlichen Professor auf den Lehrstuhl für Chirurgie. Zugleich erfolgte seine Ernennung zum ärztlichen Direktor der neuen Universitätsklinik für Chirurgie.

18.06.1966

Feierliche Konstituierung der Medizinischen Fakultät der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen . Damit sind die Empfehlungen des Wissenschaftsrates der Bundesrepublik Deutschland nach fünf Jahren verwirklicht worden.

16.07.1966

Wahl des ersten Dekans der Medizinischen Fakultät: Prof. Dr. med. Jakob Schoenmackers (1912-1982), erster Direktor des Institutes für Pathologie.

1967

Im Sommersemester wird der Unterrichtsbetrieb für Medizinstudenten in den klinischen Semestern aufgenommen. Zunächst ist er noch auf den klinischen Abschnitt beschränkt. Anfangs waren 40 Studenten der Medizin pro Jahr vorgesehen.

1968

Gründung der Medizinischen Gesellschaft durch die Medizinische Fakultät der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Sie führt seitdem regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen im Universitätsklinikum durch. Im Wintersemester 1968 / 1969 beginnt der Unterricht auch in den vorklinischen Studienabschnitten . Damit kann die Medizinische Fakultät der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ein volles vorklinisches und klinisches Studium für die Studenten der Medizin anbieten.

1969

Erstmals wird das Medizinische Staatsexamen von angehenden Medizinern in Aachen absolviert.

1967-1972

Neubau der Medizinisch-Theoretischen Institute (MTI I und II) für die theoretisch-medizinischen Lehr- und Forschungsfächer (Anatomie, Physiologie, Pharmakologie und Biochemie) auf der Hörn zwischen Wendling- und Schneebergweg.

1970

Gründung von medizinischen Sonderforschungsbereichen. Bereits 1970 konnten auf den ersten Belgisch-Deutschen Kulturwochen in Lüttich 35 interdisziplinär angelegte Forschungsvorhaben durch die Medizinische Fakultät der RWTH Aachen vorgestellt werden.

1971

Gründung des Helmholtz-Institutes für Biomedizinische Technik an der Medizinischen Fakultät auf maßgebliche Initiative von Univ.-Professor Dr. med. Sven Effert (1922-2000), ärztlicher Direktor und Lehrstuhlinhaber der Universitätsklinik für Innere Medizin in Aachen.

1973

Gründung des Lehrstuhls und der Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde mit der Berufung von Univ.-Professor Dr. med. Dr. med. dent. Wolfgang Koberg (1936-1992). Damit ist auch die Zahnmedizin in Klinik, Lehre und Forschung in Aachen vertreten. Bis 1981 kommen noch drei weitere zahnmedizinische Lehrstühle und Kliniken hinzu.