Telemedizinzentrum Aachen

Telemedizin, im medizinischen Standard SNOMED definiert als „das Erbringen medizinischer Dienstleistungen über eine räumliche Distanz unter Nutzung der Telekommunikation“, setzt seine vielversprechende Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Mittlerweile bestehen ca. 290 Telemedizininitiativen in Deutschland, die als innovative Projektideen Lösungsansätze für aktuelle gesundheitswirtschaftliche Probleme liefern. Durch die, der Telemedizin eigene, Überbrückung von Zeit und Raum können aktuelle und zukünftige Probleme im Gesundheitswesen verringert werden. Dies schließt zum Beispiel den Fachkräftemangel in den ländlichen Regionen und den damit verbundenen erschwerten Zugang von Patienten zu medizinischen Leistungen ein. Besonders kostenintensive Sektoren des Gesundheitssystems können durch den Einsatz von Telemedizin ebenfalls ökonomischer gestaltet werden.

Tele-Intensivmedizin - hochspezialisierte universitäre Intensivmedizin in die Fläche bringen 

Die Intensivmedizin ist solch ein Bereich, weswegen an der Uniklinik RWTH Aachen das Projekt TIM (Tele-Intensivmedizin) gestartet wurde. Durch TIM wird hochspezialisierte, qualitativ exzellente universitäre Intensivmedizin in die Fläche gebracht. Auf diese Weise soll die Qualität in den ländlichen Einrichtungen verbessert werden, um zusätzliche Leben zu retten und den Wunsch der Patientinnen und Patienten nach einer optimalen Behandlung und Versorgung erfüllen zu können. Darüber hinaus haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass durch den Einsatz von Telemedizin die Liegedauer in Krankenhäusern sowie die Zahl der Wiederaufnahmen verringert werden konnten. Zudem fördern telemedizinische Anwendungen die Selbstständigkeit von Patienten, wodurch sie länger eigenständig leben können.

Enormes Zukunftspotenzial für die künftige Entwicklung des Gesundheitswesens

Es bleibt festzuhalten, dass Telemedizin enormes Zukunftspotential besitzt und bei einem weiteren Ausbau der technischen Infrastruktur und der zugehörigen Rahmenbedingungen, die Entwicklung im Gesundheitswesen positiv beeinflussen wird.

Flyer zur Telemedizinisch intersektoralen Rehabilitationsplanung in der Alterstraumatologie (TIRA)

Ort des Fortschritts 2015

Im August 2015 wurde das Telemedizinzentrum der Uniklinik RWTH Aachen von der nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) als sogenannter „Ort des Fortschritts“ ausgezeichnet.