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Forschungsbereich SD

Einfluss systemischer Erkrankungen auf das parodontale Remodelling

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Forschungsbereich PR

Pathophysiologie des parodontalen Remodellings

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IRTG

Integriertes Graduiertenkolleg

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Zentrales Projekt

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Forschungsbereich SD

Einfluss systemischer Erkrankungen auf das parodontale Remodelling

Der Forschungsbereich SD untersucht, wie chronische systemische Erkrankungen die Struktur, Funktion und Regenerationsfähigkeit des Zahnhalteapparates beeinflussen. 

Im Fokus stehen Erkrankungen mit hoher gesellschaftlicher Relevanz, darunter chronische Nierenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Stoffwechselstörungen, Lebererkrankungen sowie hämatologische Erkrankungen. Diese Erkrankungen führen zur Freisetzung zahlreicher zirkulierender Mediatoren, die Entzündungsprozesse, Mineralisation, Stammzellfunktionen, Gefäßintegrität und Gewebehomöostase beeinflussen können. 

Ziel des Forschungsbereichs ist es, die molekularen Mechanismen zu identifizieren, über die systemische Erkrankungen das parodontale Remodelling verändern. Dadurch sollen neue Biomarker und therapeutische Angriffspunkte für die Prävention und Behandlung parodontaler Gewebeschäden entdeckt werden. 

Die Projekte SD-01 bis SD-09 untersuchen unterschiedliche Krankheitsbilder und deren Auswirkungen auf den Zahnhalteapparat. Gemeinsam bilden sie die Grundlage für ein umfassendes Verständnis des systemischen Einflusses auf die orale Gesundheit. 

SD-01: Einfluss von Knochenerkrankungen auf das parodontale Remodelling

Prof. Dr. med. dent. Christian Apel · Univ.-Prof. Dr. Elizabeth Rosado Balmayor · Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Ali Modabber

Systemische Knochenerkrankungen können die Regenerationsfähigkeit des Zahnhalteapparates erheblich beeinträchtigen. Dieses Projekt untersucht, wie Veränderungen des Knochenstoffwechsels die Interaktion zwischen Alveolarknochen und parodontalem Gewebe beeinflussen. Ziel ist es, die zugrundeliegenden Mechanismen zu identifizieren und neue Ansätze zur Erhaltung der parodontalen Gewebeintegrität zu entwickeln. 

SD-02: Zelluläre und entzündliche Prozesse des parodontalen Remodellings bei chronischer Nierenerkrankung

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Georg Conrads · Univ.-Prof. Dr. med. Christoph Kuppe, MHBA

Chronische Nierenerkrankungen gehen häufig mit Veränderungen des oralen Mikrobioms und einer gestörten Immunantwort einher. Dieses Projekt untersucht die Wechselwirkungen zwischen mikrobiellen Faktoren, Entzündungsprozessen und parodontalem Gewebe. Ziel ist es, die Mechanismen zu verstehen, die zur beschleunigten Gewebedegeneration bei Nierenerkrankungen beitragen. 

SD-03: Neue Mediatoren des parodontalen Remodellings bei chronischer Nierenerkrankung

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Joachim Jankowski · Univ.-Prof. Dr. med. dent. Michael Wolf, M.Sc.

Chronische Nierenerkrankungen führen zur Freisetzung zahlreicher zirkulierender Faktoren, die weit über die Niere hinaus wirken. Dieses Projekt untersucht neu identifizierte Mediatoren, welche die Regeneration und Stabilität des Zahnhalteapparates beeinflussen. Ziel ist es, die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen aufzuklären und neue diagnostische sowie therapeutische Ansatzpunkte zu identifizieren.

SD-04: Niedriggradige Komplementaktivierung und parodontale Gewebeveränderungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Dr. med. dent. Jaana-Sophia Kern · Prof. Dr. med. Katharina Marx-Schütt

Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigen häufig chronische Entzündungsreaktionen, die verschiedene Organe betreffen. Dieses Projekt untersucht die Rolle des Komplementsystems bei Veränderungen von Weich- und Hartgewebe des Parodonts. Ziel ist es, neue Zusammenhänge zwischen vaskulären Erkrankungen und parodontaler Gewebedegeneration aufzudecken. 

SD-05: Mechanismen der Wechselwirkung zwischen chronischer Nierenerkrankung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und parodontalem Remodelling

Priv.-Doz. Dr. med. dent. Isabel Knaup · Univ.-Prof. Dr. med. Rafael Kramann

Chronische Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf und beeinflussen ähnliche biologische Signalwege. Dieses Projekt untersucht, wie diese Erkrankungen die Regeneration und Homöostase des Zahnhalteapparates verändern. Ziel ist es, gemeinsame molekulare Mechanismen zu identifizieren und deren Bedeutung für das parodontale Remodelling zu verstehen.

SD-06: Trainierte Immunität bei Stoffwechselstörungen und Parodontitis

Priv.-Doz. Dr. Heidi Noels · Priv.-Doz. Dr. med. Ulrike Schulze-Späte

Störungen des Fettstoffwechsels können das angeborene Immunsystem langfristig verändern und entzündliche Reaktionen verstärken. Dieses Projekt untersucht den Einfluss dieser sogenannten „trained immunity“ auf die Entstehung und Progression parodontaler Erkrankungen. Ziel ist es, neue therapeutische Angriffspunkte an der Schnittstelle von Stoffwechsel und Immunantwort zu identifizieren.

SD-07: Auswirkungen der Herzinsuffizienz auf das parodontale Remodelling

Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx · Dr. rer. nat. Marta Rizk

Herzinsuffizienz beeinflusst zahlreiche biologische Prozesse, die für die Gewebehomöostase von Bedeutung sind. Dieses Projekt untersucht die Auswirkungen einer eingeschränkten Herzfunktion auf Alveolarknochen, parodontales Ligament und Gingiva. Ziel ist es, die Mechanismen zu verstehen, über die Herzinsuffizienz zur parodontalen Gewebedegeneration beiträgt. 

SD-08: Entzündung und Knochenumbau bei myeloproliferativen Neoplasien

Rebekka Schneider-Kramann, MD, PhD · Univ.-Prof. Dr. med. dent. Michael Wolf, M.Sc.

Myeloproliferative Neoplasien sind Blutkrebserkrankungen, die mit chronischen Entzündungsreaktionen und Veränderungen des Knochenstoffwechsels verbunden sind. Dieses Projekt untersucht deren Auswirkungen auf den Zahnhalteapparat und den Alveolarknochen. Ziel ist die Identifikation neuer Biomarker und potenzieller therapeutischer Zielstrukturen. 

SD-09: Parodontaler Crosstalk bei metabolischen Lebererkrankungen

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Kai Markus Schneider  · Univ.-Prof. Dr. med. dent. Stefan Wolfart

Lebererkrankungen beeinflussen zentrale Stoffwechsel- und Entzündungsprozesse des Körpers. Dieses Projekt untersucht, wie diese systemischen Veränderungen die Stabilität und Regeneration des Zahnhalteapparates beeinflussen. Ziel ist es, die molekularen Signalwege zwischen Leber und Parodont besser zu verstehen. 

Forschungsbereich PR

Pathophysiologie des parodontalen Remodellings

Der Forschungsbereich PR widmet sich den grundlegenden biologischen Mechanismen, die das parodontale Remodelling steuern. 

Das Parodont ist ein hochdynamisches Gewebe, dessen Stabilität von einem komplexen Zusammenspiel aus Mineralisation, mechanischer Belastung, Entzündungsregulation, mikrobiellen Gemeinschaften und Stammzellaktivität abhängt. Veränderungen dieser Prozesse können zu Gewebeabbau, Alveolarknochenverlust und letztlich Zahnverlust führen. 

Die Projekte des Forschungsbereichs PR untersuchen die zellulären und molekularen Grundlagen dieser Prozesse und analysieren, wie sie durch systemische Erkrankungen beeinflusst werden. Dabei kommen moderne Ansätze aus der Biomaterialforschung, Stammzellbiologie, Gewebezüchtung, Bildgebung und experimentellen Krankheitsmodellierung zum Einsatz. 

Die Projekte PR-01 bis PR-05 adressieren unterschiedliche Aspekte der Pathophysiologie des parodontalen Remodellings – von der Regulation zellulärer Signalwege und Gewebehomöostase über die Interaktion zwischen Immunantwort und Mikrobiom bis hin zu Mechanismen der Regeneration und Gewebeerneuerung. Gemeinsam schaffen sie die wissenschaftliche Grundlage für das Verständnis der biologischen Prozesse, die Gesundheit und Erkrankung des Zahnhalteapparates bestimmen. 

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, neue Strategien zur Förderung der Geweberegeneration und zur gezielten Behandlung von Störungen des parodontalen Remodellings zu entwickeln. 

PR-01: Verbesserung des Alveolarknochen-Remodellings durch Nrf2

Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. dent. Anna Bock · Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas Pufe

Die Regeneration des Alveolarknochens ist entscheidend für die langfristige Stabilität des Zahnhalteapparates. Dieses Projekt untersucht die Rolle des Signalwegs Nrf2 bei der Regulation von Knochenumbau und Gewebeheilung. Ziel ist die Entwicklung neuer Strategien zur Förderung regenerativer Prozesse im Kieferbereich. 

PR-02: Hydrogel-basierte Modulation des parodontalen Remodellings

Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Rogerio Bastos Craveiro · Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Yang Shi

Innovative Biomaterialien eröffnen neue Möglichkeiten zur gezielten Beeinflussung biologischer Prozesse. Dieses Projekt entwickelt injizierbare Hydrogel-Systeme, um krankheitsbedingte Veränderungen des parodontalen Gewebes zu modulieren und regenerative Prozesse zu fördern. Ziel ist die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze für systemisch belastete Patientinnen und Patienten. 

PR-03: Einfluss von Adipositas und Typ-2-Diabetes auf das intraorale Gewebe

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Frank Hölzle · Priv.-Doz. Dr. Emiel van der Vorst

Innovative Biomaterialien eröffnen neue Möglichkeiten zur gezielten Beeinflussung biologischer Prozesse. Dieses Projekt entwickelt injizierbare Hydrogel-Systeme, um krankheitsbedingte Veränderungen des parodontalen Gewebes zu modulieren und regenerative Prozesse zu fördern. Ziel ist die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze für systemisch belastete Patientinnen und Patienten. 

PR-04: Die Rolle der periodontalen Immunachse bei mechanisch induziertem Gewebeumbau

Dr. Jitske Jansen · Univ.- Prof. Dr.-Ing. Horst Fischer

Mechanische Belastungen beeinflussen die Funktion und Struktur des Zahnhalteapparates maßgeblich. Mithilfe eines innovativen dynamischen 3D-Modells untersucht dieses Projekt die Wechselwirkungen zwischen Immunzellen, Gewebeumbau und mechanischer Belastung. Ziel ist ein besseres Verständnis der Mechanismen, die gesundes und krankhaftes Remodelling steuern. 

PR-05: Stammzellbasierte Mechanismen des parodontalen Remodellings

Dr. med. dent. Christian Niederau · Prof. Dr. Leon Schurgers 

Stammzellen spielen eine zentrale Rolle bei der Regeneration parodontaler Gewebe. Dieses Projekt vergleicht patientenspezifische induzierte pluripotente Stammzellen mit nativen periodontalen Stammzellen, um Unterschiede in ihrer Regenerationsfähigkeit zu analysieren. Ziel ist die Entwicklung neuer zellbasierter Therapieansätze für Erkrankungen des Zahnhalteapparates. 

Serviceprojekte

S-01: Standardisierung experimenteller Tiermodelle

Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Rogerio Bastos Craveiro · Univ.-Prof. Dr. med. René H. Tolba 

Dieses Serviceprojekt stellt standardisierte Tiermodelle und Analyseverfahren für das gesamte Konsortium bereit. Durch harmonisierte Versuchsbedingungen werden die Vergleichbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse und die enge Zusammenarbeit zwischen den Teilprojekten gefördert. Die Plattform bildet damit eine wichtige Grundlage für die experimentelle Forschung innerhalb des SFB1739.

S-02: Bildgebung des dentalen Mikromilieus und seines systemischen Crosstalks

Univ.-Prof. med. Peter Boor, PhD · Univ.-Prof. Dr. med. Felix M. Mottaghy · Dr. rer. nat. Marta Rizk

Moderne Bildgebungsverfahren ermöglichen neue Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen Geweben und Organen. Dieses Serviceprojekt entwickelt und etabliert innovative bildgebende Methoden zur Analyse des Zahnhalteapparates und seiner systemischen Verbindungen. Die Plattform unterstützt sämtliche Projekte bei der hochauflösenden Visualisierung biologischer Prozesse. 

S-03: Massenspektrometrische Identifikation neuer Mediatoren des parodontalen Crosstalks

apl. Prof. Vera Jankowski, PhD · Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Joachim Jankowski

Die Massenspektrometrie ist eine Schlüsseltechnologie zur Identifikation biologischer Signalstoffe. Dieses Serviceprojekt unterstützt alle Teilprojekte bei der Identifizierung, Quantifizierung und Lokalisation neuer Mediatoren systemischer und parodontaler Erkrankungen. Ziel ist die Bereitstellung einer zentralen Plattform für Proteomik, Peptidomik und Metabolomik. 

Integriertes Graduiertenkolleg

IRTG: Integriertes Graduiertenkolleg „Parodontales Remodelling bei systemischen Erkrankungen“

Priv.-Doz. Dr. med. dent. Isabel Knaup · Priv.-Doz. Dr. Heidi Noels · Univ.-Prof. Dr. med. dent. Michael Wolf, M.Sc.

Das Integrierte Graduiertenkolleg bildet die Ausbildungsplattform des SFB1739 für Promovierende aus Zahnmedizin, Humanmedizin und Grundlagenwissenschaften. Durch gemeinsame Seminare, Methodenkurse und Mentoring-Programme vermittelt es ein umfassendes Verständnis des periodontalen Organ-Crosstalks. Ziel ist die Ausbildung einer neuen Generation interdisziplinär arbeitender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Zentrales Projekt

Z-01: Zentrales Koordinations- und Verwaltungsprojekt

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Joachim Jankowski · Univ.-Prof. Dr. med. dent. Michael Wolf, M.Sc.

Das zentrale Projekt koordiniert die wissenschaftlichen, organisatorischen und administrativen Aktivitäten des SFB1739. Es unterstützt den Austausch zwischen den Teilprojekten, organisiert Veranstaltungen und fördert die Kommunikation innerhalb des Konsortiums sowie mit der Öffentlichkeit. Damit schafft Z-01 die strukturellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung der gemeinsamen Forschungsstrategie.