Zweifache internationale Förderung für ALS-Forschung

Das Team um Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Alberto Catanese, Direktor des Instituts für Neuroanatomie an der Uniklinik RWTH Aachen, hat zwei bedeutende internationale Förderungen für seine Forschung zur Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) eingeworben. Unterstützt wird der Standort sowohl von der My Name’5 Doddie Foundation als auch vom Longitude Prize on ALS.

ALS ist eine bislang unheilbare Erkrankung, bei der Nervenzellen, die Muskeln steuern (Motoneurone), zunehmend absterben. Weltweit arbeitet die Forschung daran zu verstehen, warum diese Zellen zugrunde gehen und wie sich dieser Prozess stoppen oder zumindest verlangsamen lässt.

Im Rahmen der Förderung durch die My Name’5 Doddie Foundation untersucht das Team der Uniklinik RWTH Aachen gemeinsam mit Partnern aus Schottland (University of Dundee) und Ungarn (HUN-REN Research Centre for Natural Sciences) einen vielversprechenden Ansatz der sogenannten JNK-Inhibitoren. Dabei handelt es sich um Wirkstoffe, die ein bestimmtes Stress-Signal in den Zellen blockieren. Dieses Signal trägt möglicherweise dazu bei, dass Nervenzellen bei ALS schneller geschädigt werden. Ziel der Forschung ist es, Substanzen zu entwickeln, die diesen Prozess bremsen und so das Überleben der gefährdeten Nervenzellen verlängern könnten.

Einen ergänzenden Ansatz verfolgt das internationale Konsortium TUM_ALIGN_ALS, das im Rahmen des Longitude Prize on ALS als eines von weltweit 20 Teams ausgewählt und zuerst mit 100.000 US-Dollar gefördert wird. Die Initiative gilt als eine der größten globalen Fördermaßnahmen zur Nutzung von künstlicher Intelligenz in der ALS-Forschung. Ziel ist es, große Mengen an Patientendaten mithilfe von KI auszuwerten, um neue Angriffspunkte für Therapien zu identifizieren und Behandlungen künftig früher und gezielter einzusetzen. An dem Projekt sind neben der Uniklinik RWTH Aachen das TUM Klinikum Rechts der Isar, die Universität Ulm, die University of Melbourne (Australien), das Istituto di Ricerche Farmacologiche Mario Negri (Italien) sowie Raya Therapeutic Inc. (Kanada) beteiligt.

„Die Mitarbeit in solchen internationalen Konsortien eröffnet eine einzigartige Möglichkeit, die ALS-Forschung entscheidend voranzubringen und innovative Therapien für Betroffene zu entwickeln", ordnet Prof. Catanese die Förderungen ein. "Diese ambitionierten Ziele können nur durch eine enge, professionelle und inspirierende Zusammenarbeit mit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt erreicht werden – vereint durch dieselbe Vision und dasselbe Ziel: eine Zukunft ohne ALS.“

Die Beteiligung an beiden Projekten zeigt, dass an der Uniklinik RWTH Aachen sowohl an konkreten Wirkstoffen als auch an datengetriebenen Therapieansätzen gearbeitet wird. Damit leistet das Institut für Neuroanatomie einen wichtigen Beitrag zur internationalen Forschung an Motoneuronerkrankungen mit dem langfristigen Ziel, ALS besser behandelbar zu machen.

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