AG Soziale Entwicklungsneurowissenschaften unter der Leitung von Jun.-Prof. Dr. Vanessa Reindl
Die AG Soziale Entwicklungsneurowissenschaften unter der Leitung von Junior-Professorin Dr. Vanessa Reindl untersucht, wie soziale Beziehungen und Interaktionen die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinflussen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Erfahrungen mit Eltern, Gleichaltrigen und Lehrkräften die sozial-emotionale und kognitive Entwicklung prägen und welche neurobiologischen Mechanismen diesen Prozessen zugrunde liegen. Ziel ist es, Marker zu identifizieren, die individuelle Entwicklungsverläufe vorhersagen und Hinweise auf psychopathologische Risikoprofile geben können.
Ein zentraler Forschungsschwerpunkt liegt auf der Untersuchung der neuronalen Synchronizität zwischen miteinander interagierenden Personen. Mithilfe des sogenannten Hyperscannings werden die Gehirnaktivitäten von zwei oder mehreren Personen gleichzeitig erfasst, um die Dynamik natürlicher sozialer Interaktionen abzubilden. Darauf aufbauend entwickelt die AG interaktionsbasierte Messmethoden weiter, die eine synchrone multimodale Datenerfassung und -integration (z.B. fNIRS / EEG, Verhaltens-, peripher-physiologische Daten) erlauben und automatisiert Verhaltens- und Umgebungsdaten aus Audio- und Videodaten extrahieren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung ökologisch valider Messverfahren, die Untersuchungen in natürlichen Umgebungen wie Schule und Familie, unter anderem mithilfe mobiler Hyperscanning-Methoden, ermöglichen.
Im Rahmen aktueller Forschungsprojekte werden synchronizitätsbasierte Interventionen (z. B. dyadisches Neurofeedback, Hirnstimulation oder Verhaltensinterventionen) entwickelt und erprobt, um zu untersuchen, inwiefern interpersonelle Synchronizität beispielsweise die Fähigkeit zur Perspektivübernahme und Empathie oder die therapeutische Allianz beeinflusst. Weitere Schwerpunkte liegen in der Erforschung der neurobiologischen Grundlagen sozialer Konflikte, von Exklusion und Aggression im Jugendalter sowie in der Analyse sozialer und kultureller Einflussfaktoren auf Lehr-Lern-Prozesse.


