Sektion Robotische Urologie

Leiter: Oberarzt Dr. med. Christian Bach
 

da Vinci®-Operation: Roboter-Methode

Robotisch assistierte Chirurgie ist eine Weiterentwicklung der traditionellen Laparoskopie (Schlüssellochtechnik), die sich in der Urologie in den letzten 25 Jahren fest etabliert hat. Bei den neuen robotischen Operationsverfahren (auch roboter-assistierte laparoskopische Chirurgie genannt) werden, genau wie bei der traditionellen Laparoskopie, eine Kamera mit Lichtquelle und miniaturisierte Instrumente

über kleine Hautschnitte in die Bauchhöhle eingebracht. Bewegt werden diese von außen, elektronisch gesteuert von den vier Armen des „Roboters", der jede Bewegung des Chirurgen exakt umsetzt. Dieser sitzt hierzu an einer Konsole mit dreidimensionaler, vergrößerter Sicht auf das Operationsfeld und bedient mit jeder Hand eine Art Joystick. Die Instrumente ermöglichen eine Bewegung in sieben Freiheitsgraden und die Maschine filtert jegliches Handzittern heraus. Der Operationsroboter agiert dabei als verlängerter Arm des Chirurgen und macht nur, was dieser ihm vorgibt. Genau genommen wird deswegen eine roboter-assistierte Operation gar nicht durch einen Roboter durchgeführte, da alle Steuerbefehle direkt vom Chirurgen kommen und die Maschine keinerlei eigenständige Bewegungen durchführen kann. Ein chirurgischer Assistent und die OP-Pflege stehen während des ganzen Eingriffs direkt am Patienten und helfen während des Eingriffes von dort.

Abb. 2.: Steuerkonsole und Arme des Da Vinci Operationssystems ©[2017] Intuitive Surgical, Inc.

Das System wurde ursprünglich von der US-Armee entwickelt (DARPA), um Operationen über große Entfernungen durchführen zu können, zum Beispiel in Kriegsgebieten. Bei dieser sogenannten Telechirurgie befindet sich der Operateur in einiger Entfernung an der Steuerkonsole während der Patient vor Ort versorgt wird. In der Anfangsphase wurden dann tatsächlich Operationen durchgeführt, bei denen der Patient auf der einen und der Chirurg auf der anderen Seite des Atlantiks zu finden waren. Das ist aber mittlerweile nicht mehr Standard und es befinden sich Chirurg und Patient zusammen mit Anästhesist, chirurgischem Assistent und OP-Pflege als Team in einem Raum. Der am weitesten verbreitete Operationsroboter ist der da Vinci® von der amerikanischen Firma Intuitive Surgical, den wir auch in der Uniklinik RWTH Aachen einsetzen. Die sogenannte da Vinci-Methode hatte sich zunächst bei der radikalen Prostatektomie (kompletten Entfernung der Prostata) bei Prostatakrebs sehr bewährt. Mittlerweile wird der da Vinci in der Urologie unter anderem zur radikalen Zystektomie (komplette Entfernung der Harnblase) bei Blasenkrebs und zur partiellen und kompletten Nephrektomie (Nierenentfernung) bei Nierenkrebs sehr erfolgreich eingesetzt. Zusätzlich kann er seine Vorteile bei rekonstruktiven Eingriffen wie zum Beispiel der Nierenbeckenplastik – bei Verengung des Harnleiters unmittelbar an der Niere – ausspielen. Durch ihre minimal-invasive Technik verursacht die da Vinci®-Methode ein deutlich geringeres Operationstrauma als traditionelle, offene Chirurgie. Dies führt zu geringerer Patientenbelastung, weniger Schmerzen und damit zu schnellerer Erholung. Die Krankenhausverweildauer und die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit werden dadurch beträchtlich verkürzt, was für jeden Patienten im Einzelnen aber natürlich auch volkswirtschaftlich von großer Bedeutung ist. Keinen Zweifel gibt es auch daran, dass der Blutverlust und die Häufigkeit von Bluttransfusionen mit der Roboterchirurgie bei allen Eingriffen zurückgegangen sind. Da die da Vinci®-Methode nicht für alle Krankheitsbilder und für alle Patienten geeignet ist, muss die Frage, ob ein solcher Eingriff überhaupt vorteilhaft durchgeführt werden kann, in jedem einzelnen Fall besprochen werden. Da das Team der Klinik für Urologie an der Uniklinik RWTH Aachen langjährige Erfahrung mit allen Operationstechniken (offen, laparoskopisch und da Vinci®) hat, können wir unsere Patienten demensprechend umfassend beraten und Ihnen die jeweils beste Methode anbieten.

Abb. 3.: Miniaturisierte Instrumente mit sieben Freiheitsgraden ©[2017] Intuitive Surgical, Inc.

Ich habe am  1. August 2016 die Leitung der Sektion robotische Urologie an der Klinik für Urologie an der Uniklinik RWTH Aachen übernommen. Ich war zuletzt in Newcastle upon Tyne, einem der größten englischen urologischen Zentren, als „Consultant Urological Surgeon“ tätig und habe mich in England auf robotisch assistierte Operationen spezialisiert. Mein Ziel ist es, hier in Aachen so vielen Patienten wie möglich die Vorteile der da Vinci®-Methode zugänglich zu machen und diese Operationen in höchster Qualität anzubieten.

Das Feedback unserer bereits behandelten Patientinnen und Patienten können Sie gerne im Gästebuch nachlesen. Natürlich sind Sie auch herzlich eingeladen, uns eine Rückmeldung zu Ihrer Behandlung und Ihrem Aufenthalt in unserer Klinik zu geben.

Alle Infos auf einen Blick finden Sie auch in diesem Flyer.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Dr. med. Christian Bach
Leiter der Sektion Robotische Urologie

Sekretariat Robotik
Jaqueline Rongen
Tel.: 0241 80-89375
Fax: 0241 80-82441               
Uro-Robotikukaachende

Die Sprechstunden finden immer donnerstags von 12:30 bis 15:30 Uhr statt.