Parodontitis (Parodontose)

Bei einer Parodontalbehandlung (umgangssprachlich: Parodontose) wird einer Entzündung des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates (= Parodontium) durch reinigende und entzündungshemmende Maßnahmen entgegen gewirkt. Dies erfolgt bei uns unter maximaler Schonung des Parodontiums, d. h. meist ohne chirurgische Eingriffe, wie sie in früheren Jahren oftmals üblich war. Mit Hilfe des Parodontalen Screening Tests können wir bei einer Kontrolluntersuchung feststellen, ob bei Ihnen eine parodontale Erkrankung vorliegt. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, gliedert sich die anschließende Therapie in drei Phasen.  

1. Die „Vorbehandlung“

Die Vorbehandlung beinhaltet die Herstellung hygienischer Verhältnisse in der Mundhöhle durch den Zahnarzt und den Patienten selbst. In dieser Phase werden Sie außerdem ausführlich über Ihre Erkrankung, deren Ursachen und Folgen, insbesondere aber auch über die Risikofaktoren für parodontale Erkrankungen (z. B. schlechte Mundhygiene, aktives Rauchen, internistische Erkrankungen usw.) sowie über die Rolle der Parodontitis als Risikofaktor für allgemeine Erkrankungen (z. B. kardiovaskuläre Erkrankungen usw.) informiert. Im Rahmen der Behandlung der gesamten Mundhöhle findet in zwei bis vier Sitzungen eine professionelle Zahnreinigung durch uns statt, die sich auf die sichtbaren Bereiche der Zähne oberhalb des Zahnfleisches beschränkt.

2. Die „Wurzelreinigung“

Ist nach dieser Behandlung Ihr Zahnhalteapparat weiterhin entzündet, schließt sich eine tiefere Zahn- bzw. Wurzelreinigung unter lokaler Betäubung an. In der Regel handelt es sich hierbei um zwei Sitzungen, die innerhalb von 24 Stunden stattfinden sollten. Manchmal sind spezielle Untersuchungen, wie z. B. eine mikrobiologische Analyse (Erregernachweis) erforderlich.

3. Die unterstützende Parodontalbehandlung

Nach einer Pause von sechs bis acht Wochen erfolgt eine Neubeurteilung Ihrer Erkrankung mit der sich daraus ergebenden weiteren Therapieplanung. Je nach Situation kann eine chirurgische Therapie bei Zähnen mit stark fortgeschrittener Parodontitissinnvoll sein.

4. Die „Nachsorge“

Die Parodontitis ist meist nach einer einmaligen Behandlung stabilisiert, aber Sie als Patient sind gewissermaßen nicht für immer geheilt. Deshalb werden Sie direkt nach der Behandlung in das Nachsorgesystem aufgenommen, um die Erkrankung stabil zu halten und bei Verschlechterung ggf. frühzeitig wiederum behandeln zu können.

Zusammengefasst besteht eine Parodontaltherapie aus:

  • dem Parodontalen Screening Test,
  • der Parodontalbehandlung selbst (Herstellung hygienischer Verhältnisse + Wurzelreinigung),
  • einer ausführlichen Befundung sowie - wenn notwendig - einer mikrobiologischen Analyse,
  • ggf. der ergänzenden chirurgischen Parodontalbehandlung,
  • der Nachsorge.

Eine Parodontalbehandlung ist meist umso erfolgreicher, je besser wir Sie für Maßnahmen (z. B. optimale Mundhygiene) motivieren und instruieren können, die für Ihre eigene parodontale Gesundheit wichtig sind.