Lehr- und Forschungsgebiet Orale Mikrobiologie und Immunologie
Karies, Parodontitis, Periimplantitis, Mundpilz - bei diesen Erkrankungen liegt immer auch eine Störung des mikrobiellen Gleichgewichtes und/oder der Immunabwehr vor. Das Lehr- und Forschungsgebiet Orale Mikrobiologie und Immunologie ist deutschlandweit die einzige selbstständige Institution, die mit modernsten Methoden die Komplexität mikrobieller Lebensgemeinschaften in ihrer Breite und im Wechselspiel mit der menschlichen Immunabwehr erforscht und diese Themen in die Lehre für Mediziner und Zahnmediziner integriert.
Hier zu den Inhalten des kürzlich eingeworbenen Sonderforschungsbereiches SFB 1739:

Der Aufbau von Hartgewebe (Knochen) und Weichgewebe unterliegt einem kontinuierlichen Prozess der Veränderung, um einer Überalterung entgegenzuwirken und eine fortwährende Erfüllung der vielfältigen Funktionen zu gewährleisten. Im Falle einer Dysbalance des dynamischen Stoffwechsels im Kiefergewebe und speziell dem Zahnhalteapparat, auch parodontales Remodelling genannt, kann diese Dysbalance zum Beispiel zu Parodontitis und Zahnverlust führen. Es handelt sich um ein Phänomen, das insbesondere bei älteren Menschen zu beobachten ist und gemeinhin als Volksleiden bezeichnet wird.
Der Sonderforschungsbereich 1739 "Weichgewebe-Alveolarknochen Crosstalk – Einfluss systemischer Erkrankungen auf die Mechanismen des parodontalen Remodellings" (Sprecher des SFB 1739: Professor Dr. Michael Wolf) widmet sich der Frage, inwiefern sich systemische Erkrankungen, beispielsweise Erkrankungen von Leber und Niere oder Herz-Kreislauf-Leiden, auf die Gesundheit des Zahnhalteapparats auswirken – und umgekehrt.
Der Verbund besteht aus 14 Teilprojekten, 3 Service-Projekten, einer Graduiertenschule sowie dem zentralen Management.
In unserem Teilprojekt SD-02 „Zelluläre und orale Entzündungsprozesse des parodontalen Remodellings im Rahmen einer chronischen Nierenerkrankung“ mit den Projektleitern Professor Dr. Georg Conrads (Lehr- und Forschungsgebiet Orale Mikrobiologie und Immunologie der Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahnheilkunde) und Professor Dr. Christoph Kuppe (Quantitative Zelldynamik und Translationale Systembiologie, Klinik und Lehrstuhl für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Nephrologie und Immunologie) erforschen wir Entzündungsprozesse und den Cross-Talk zwischen Zellen des parodontalen Gewebes bei Niereninsuffizienz. Allgemein gesprochen erforschen wir dabei nichts Geringeres als das Wortgefecht („Tuscheln“) zwischen Mensch und Mikrobe, wenn diese erstmals in Kontakt treten, auf Einzelzellebene und in räumlicher Auflösung (Start Oktober 2026).


