Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin

Seit der Berufung von Dominik Groß im Sommer 2005 erstreckt sich der Aufgabenbereich unseres Instituts auf die drei Teilgebiete Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin (vormals: Institut für Geschichte der Medizin und des Krankenhauswesens). Diese deutliche Erweiterung der Lehr- und Forschungsaufgaben korrespondiert mit dem Umstand, dass mit der aktuellen Ärztlichen Approbationsordnung (ÄAppO) ein Querschnittsbereich "Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin" eingeführt wurde. Die zentrale Bedeutung dieses neuen Querschnittsbereichs zeigt sich besonders deutlich in der Tatsache, dass die Vermittlung der "geistigen, historischen und ethischen Grundlagen ärztlichen Verhaltens" nunmehr gemäß § 1 der neuen ÄAppO ein erklärtes Ausbildungsziel des Medizinstudiums darstellt.

Unsere neuen Lehrveranstaltungen haben dementsprechend das Ziel, medizinhistorische, medizintheoretische und medizinethische Inhalte - und deren Interdependenzen - in Form von Fachwissen, in Form von ärztlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie in Form von ärztlichen Haltungen zu vermitteln. Grundlegend hierfür sind die Reflexion über die Tätigkeit des Arztes in historischer Perspektive, die Vermittlung von Kenntnissen über fortwährende Veränderungen der soziokulturellen Grundlagen der Medizin, des ärztlichen Denkens, Wissens und Handelns und deren Einflüsse auf die Patient-Arzt-Beziehung, die Sensibilisierung für ethische Fragen in der Medizin und die Vermittlung fachlicher und argumentativer Kompetenz im Bereich der Medizin- und Bioethik. Aber auch der souveräne Umgang mit der medizinischen Fachsprache (Medizinische Terminologie) und mit wissenschaftlichen Texten zählt zu unseren Lehrzielen. Weitere Aufgabenfelder sind die Einweisung in wissenschaftliches Bibliographieren und die Einübung rationellen, problemorientierten Lernens.

Darüber hinaus erfüllen wir Lehraufgaben außerhalb der Medizinischen Fakultät: Zum einen ist das Fach "Geschichte der Medizin" als Nebenfach im Bereich der Philosophischen Fakultät zugelassen. Zum anderen werden Absolventen des Diplomstudiengangs "Lehr- und Forschungslogopädie" und alle Anwärter auf den "Dr. rer. medic." von uns im Fach "Medizinische Terminologie" unterrichtet. Auch bietet unser Institut unter bestimmten Voraussetzungen Geisteswissenschaftlern die Möglichkeit, nach Abschluss eines Studiums an der Philosophischen Fakultät zum Dr. rer. medic. zu promovieren. Nachdem Prof. Groß im Februar 2006 ein zweiter Sitz als Professor der Philosophischen Fakultät verliehen wurde, besteht nun auch die Möglichkeit, an unserem Institut zum "Dr. phil." zu promovieren. Voraussetzung hierfür ist ein abgeschlossenes Studium in den Geisteswissenschaften. Absolventen und Absolventinnen der Studienfächer Humanmedizin und der Zahnheilkunde steht die Möglichkeit offen, in einem unserer drei Teilbereiche zum Dr. med. bzw. zum Dr. med. dent. zu promovieren.