AG Yazdi

Die Haut ist die Schnittstelle zwischen dem Körper und der Umwelt und sie ist ständig einer immensen Belastung ausgesetzt in dem sie eine Vielzahl von Krankheitserregern und sterilen Noxen aktiv abwehrt. Anderseits wird die selektive Besiedelung durch sogenannte Kommensale erlaubt.

Das angeborene Immunsystem dient dabei der frühzeitigen Erkennung von Gefahren, wie z.B. mikrobiellen (Bakterien, Viren und Parasiten) oder auch sterilen Noxen (wie z.B. UV). Dabei erkennen spezielle Rezeptoren des angeborenen Immunsystems die Gefahren anhand von pathogen-spezifischen Strukturen und lösen eine Kaskade von Signalen in der Zelle aus, die z.B. zur Sekretion von Zytokinen führt. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt daher auf der Erforschung der Signalwege der angeborenen Immunität bei entzündlichen Hauterkrankungen, mit dem Ziel, diese Signalwege therapeutisch zu nutzen.

Aufgrund der gut charakterisierten Immunpathogenese untersuchen wir im Rahmen der DFG-Forschergruppe PEGASUS die angeborene Immunreaktion bei der blasenbildenden Dermatose Pemphigus vulgaris. Diese seltene, jedoch lebensbedrohliche Autoimmunerkrankung der Haut und Schleimhäute ist durch einen Adhäsionsverlust epidermaler Keratinozyten charakterisiert, der durch IgG-Autoantikörper gegen Bestandteile von Desmosomen induziert wird. Ebenso untersuchen wir den Einfluss von Kofaktoren bei der Manifestation der Blasenbildung.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Erforschung der Anpassungsmechanismen von Staphylokokken während der symptomfreien Besiedelung und dem Übergang zur Infektion. Unser besonderes Interesse gilt dabei dem humanpathogenen Erreger Staphylococcus aureus, der bei ca. 30% der gesunden Bevölkerung die Nase symptomfrei kolonisiert, jedoch eine der häufigsten Ursache für lebensbedrohliche invasive Infektionen und z. T. schwere Infektionen der Haut ist. Ziel ist die Identifikation von regulatorischen Mechanismen, die den Übergang vom Kommensal zum pathogenen Lebensstil bewirken und der Einfluss der Mikrobiota auf diesen Lebensstilwechsel.

Die molekularen Grundlagen, ob eine frühe innate Immunantwort sich zu einer adaptiven, chronifizierenden Immunreaktion entwickelt, sind bisher unklar. Daher werden im Rahmen eines Teilprojekts des SFB/TRR156 neutrophilen-reiche Erkrankungen wie pustulöse Psoriasis oder Urticariavaskulitis mit chronischer T Helfer Zell- oder Interferon-abhängiger Psoriasis vulgaris und diskoidem Lupus erythematodes verglichen, ob die Interleukin-1 Produktion myeloider Zellen über ATF3 die Interferon (IFN) Produktion und T Zell Antwort beeinflusst.

Forschungsförderung

DFG Transregio-Sonderforschungsbereich-SFB TRR156
DFG-Forschergruppe FOR2497

Leitmarkt-NRW

Mitarbeiter
Dr. rer.nat. Marc Burian, Postdoktorand
Stefanie Reinknecht, M. Sc. Biomedical Engineering, Doktorandin der Biologie
Nikola Smatlik, M. Sc. Biologie, Doktorand der Biologie
Ramona Eichkorn  M. Sc. Biologie, Doktorandin der Biologie