Nasopharynxkarzinom-Studiengruppe

Das Nasopharynxkarzinom (NPC) ist ein bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr seltener bösartiger Tumor des Nasenrachenraums. Die Studiengruppe Nasopharynxkarzinome der Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie (GPOH) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Entwicklung und Optimierung der Behandlung dieses Tumors. In zwei Therapieoptimierungs- Studien (NPC-91 und NPC-2003), die mit insgesamt 104 Patienten das bisher größte prospektive Patientenkollektiv bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen umfassten, gelang es mittels einer kombinierten Behandlung aus Chemotherapie, Strahlentherapie und nachfolgender Erhaltungstherapie mit Interferon-ß, Heilungsraten von > 90% zu erzielen. Im aktuellen Register NPC-2016 sollen Daten zu Patienten mit einem Nasopharynxkarzinom erfasst werden, eine Zweitbegutachtung der Diagnostik durch Spezialisten auf dem Gebiet dieses Tumors erfolgen, sowie biologische Materialien gesammelt und für wissenschaftliche Untersuchungen verwendet werden. Ziel des Registers ist es somit, durch Referenzbegutachtung und Beratung einen hohen Qualitätsstandard bei Diagnostik und Therapie der Erkrankung zu gewährleisten, und durch Patientendaten und –Proben die Entstehung und biologischen Besonderheiten des Nasopharynxkarzinoms zu erforschen, um neue zielgerichtete, effektivere und nebenwirkungsärmere Therapien zu entwickeln.

Univ.-Prof. Dr. med. Udo Kontny